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Was machen eigentlich Hebammen?

Was machen eigentlich?. Ohne sie läuft im Kreißsaal nichts. Bei einer Geburt gibt sie den Ton an. Die/Der Hebamme. Azubi & Studi‘xtra hat sich für euch mit der leitenden Hebamme des Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda getroffen und nachgefragt: Wie wird man und was machen eigentlich Hebammen?

Sabine Waschulewski ist seit 34 Jahren Hebamme und kann sich auch noch heute keinen schöneren Beruf vorstellen. Und etwas scheint dran zu sein, denn auch der eigene Nachwuchs weiß jetzt schon: Ich möchte später mal in Mamas Fußstapfen treten.


Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen bzw. wollten Sie schon immer Hebamme werden?


Tatsächlich habe ich schon in der 5. Klasse beschlossen, dass ich Hebamme werden will und der Wunsch blieb bestehen, auch wenn ich damals noch keine genaue Vorstellung davon hatte, was das eigentlich bedeutet.


Haben Sie schon immer im Krankenhaus gearbeitet? Welche Möglichkeiten hätte man denn noch?


Ja, ich arbeite schon seit 1986 als angestellte Hebamme im Lausitzer Seenland Klinikum. Neben dem Krankenhaus können Hebammen aber auch noch freiberuflich arbeiten. Beleghebammen zum Beispiel begleiten Schwangere auch vor, während und nach der Geburt, sind aber nicht im Krankenhaus angestellt. Auch die Forschung ist ein Feld, in dem Hebammen, wenn es ein studierter Beruf ist, arbeiten können.


Und wie wird man eigentlich Hebamme?


Ich selbst habe damals in der DDR studiert, um Hebamme zu werden und genau so wird es bald auch wieder sein. Ende letzten Jahres wurde das sogenannte Hebammenreformgesetz verabschiedet. Das heißt, dass man jetzt, um Hebamme zu werden, nicht wie bisher eine schulische Ausbildung absolviert, sondern ein Duales Studium. In Sachsen ist das ab 2020 in Leipzig geplant und auch Dresden möchte gerne Studienstandort werden.


Kann man den praktischen Teil der Ausbildung auch bei Ihnen im Klinikum durchlaufen?


Zurzeit noch nicht, aber wir würden natürlich gerne Praxispartner werden und sind auch auf dem Weg dahin. Praktika allerdings, sind bei uns auch jetzt schon möglich, wenn man vorher mal reinschnuppern möchte.


Und was lernt man in der Ausbildung bzw. dem Studium?


Wie das in fast jedem Studium der Fall ist, variieren die Studieninhalte von Hochschule zu Hochschule und auch die Dauer des Studiums unterscheidet sich. Gesundheitswesen, Ethik und auch Betriebswirtschaftliche Grundlagen sind beispielsweise Teil des Studiums. Als Hebamme lernt man aber natürlich auch alles Rund um die Geburt, die Schwangerschaft, die gesamte Physiologie, allgemeine Krankheitslehre und auch das Wochenbett ist ein Thema. Man begleitet die werdenden Eltern nämlich schon weit vor der Geburt und auch die Nachsorge gehört zum Berufsalltag dazu. Ähnlich wie bei den Studieninhalten kommt es dann auch in der Praxis ganz auf den Ausbildungsbetrieb an, wo die einzelnen Schwerpunkte liegen werden.


Und wie sieht der Alltag einer Hebamme aus?


Zum Alltag gehört weit mehr dazu, als Kinder zur Welt zu bringen. Das macht tatsächlich den kleinsten Teil unserer Arbeit aus. Es ist sozusagen das Sahnehäubchen. Dazu gehört natürlich die Betreuung auf der Wochenbettstation. Einen großen Stellenwert nimmt mittlerweile die Administration ein, aber auch die Ambulanz, also Aufnahmegespräche und natürlich die Betreuung der werdenden Eltern und Hilfe bei Problemen gehören mit dazu. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Infoabende, wo sich werdende Eltern über unser Angebot informieren und sich umschauen können.


Welche Voraussetzungen muss bzw. sollte man mitbringen, wenn man Hebamme werden will?


Auch hier ist das von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Für das duale Studium braucht man ab jetzt natürlich ein Abitur. Ob und welchen NC man für das Studium benötigt, muss man an der Wunschhochschule in Erfahrung bringen. Manche Hochschulen setzen auch ein Praktikum voraus.
Was die Persönlichkeit angeht, sind vor allem Empathie und Freundlichkeit ganz wichtig. Man sollte Freude an der Arbeit mit Menschen mitbringen, keine Scheu vor Schichtbetrieb haben und sowohl physisch als auch psychisch belastbar sein. Es gibt natürlich auch traurige Moment in dem Beruf. Dessen sollte man sich bewusst sein. Einfach ist der Job nicht, aber die harte Arbeit lohnt sich allemal. Ich würde auch sagen, dass man als Hebamme 99% der Zeit positive Erfahrungen macht.


Was sind denn die schönsten Momente in ihrem Beruf für Sie?


Puh. Das ist eine schwierige Frage. Wunderschön ist es, wenn man Frauen bei der Geburt begleitet, die man selbst schon auf die Welt gebracht hat oder gemeinsam mit ihnen mehrere Kinder zur Welt bringt. Das ist der größte Dank, den man bekommen kann. Wir haben es auch schon erlebt, dass Frauen extra zu uns ins Klinikum gekommen sind, weil sie ihr Kind gerne in der Heimat zur Welt bringen wollten. Auch das ist ein sehr schönes Gefühl.


Zum Schluss noch eine Frage: Wenn Sie angehenden Hebammen noch etwas mit auf den Weg geben könnten, was wäre das?


Als Hebamme ist man viel mehr als nur Entbindungshelfer. Kein Tag gleicht dem anderen. Wenn man einen abwechslungsreichen Alltag möchte, dann hat man als Hebamme die besten Voraussetzungen. Man ist Betreuer, Seelsorger, Clown, Servicekraft und noch ganz viel mehr. Wie gesagt, es gibt für mich keinen schöneren Beruf auf dieser Welt.

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Was machen eigentlich?. Ich bin Marleen, 33 Jahre jung und arbeite bei einem Pflegedienst als Pflegehilfskraft. Mein Dienst beginnt 9.00 Uhr. Natürlich könnte ich auch eher anfangen, aber da ich Mutter von 2 Kindern bin (eins davon schulpflichtig), muss ich meine kleinere Tochter früh noch in die Kita bringen. Mein Arbeitgeber ist da sehr tolerant und ich habe die Möglichkeit mir den Alltag in Abstimmung mit meinen Patienten frei zu gestalten. Meine Arbeitstage sind sehr verschieden, ebenso auch die Patienten. Einige meiner Schützlinge können nicht mehr allein vor die Tür gehen. Das kann viele Ursachen haben. Die körperlichen Leiden schränken sie dabei aber am meisten ein. Mit diesen Patienten gehe ich zusammen die Vorräte und den Hausrat durch und anschließend erledigen wir gemeinsam den Einkauf. Dabei ist der Spaziergang und draußen an der frischen Luft sein zu können für viele meiner Patienten das „Highlight“ des Tages.  Ebenfalls unterstütze ich sie bei alltäglichen Sachen/Situationen. Dabei spielt die Körperpflege eine große Rolle. Die meisten Patienten sind oft nicht mehr in der Lage Ihrer Körperhygiene selbst nachzugehen oder benötigen Hilfe, weil sie einige Körperstellen aufgrund Ihrer Einschränkungen nicht mehr erreichen können. Auch bereite für oder zusammen mit meinen Patienten das Essen zu oder bespreche mit Ihnen die Essensbestellung, falls Sie einen Lieferservice für die tägliche Versorgung der Mahlzeiten nutzen. Zudem helfe ich meinen Patienten bei der Haushaltsreinigung. Ich sauge/wische die Fußböden, reinige Fenster, wische Staub und sorge mit den Pflegebedürftigen für eine „Grundordnung“ in der Wohnung. Genauso gehört zu meinen Aufgaben die Organisation von Terminen für Friseurbesuche, Fußpflege oder Fachärzte. Zu den Arztterminen begleite ich dann meine Patienten, da für viele ältere Menschen Ärzte schwer verständlich sind, oder sie nicht genau schildern können, was Ihnen Schmerzen oder Unwohlsein bereitet, wenn es ein gesundheitliches Problem gibt. Bei allen Aufgaben die ich in meinem Alltag erledige, gilt es aber meine Patienten hauptsächlich zu unterstützen. Das heißt, ich versuche Sie in den häuslichen Alltag mit einzubeziehen und nicht ihn komplett abzunehmen. Denn man muss unterscheiden: „Wir sind Pflegehilfskräfte/Hauswirtschaftler – kein Reinigungsdienst!“ Es kommt natürlich auch auf den Patienten selbst an. Der eine kann bei den alltäglichen Sachen noch selbst mit anpacken und der andere ist auf unsere Hilfe komplett angewiesen. Hier braucht man etwas Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, welche Patienten noch selbst mithelfen können und welche nicht. Denn auch unsere „Alten“ sind clever und manchmal kleine Schauspieler, wenn es um den Haushalt geht. Je nach Anzahl der Patienten, variieren die Arbeitszeiten. Sie liegen gewöhnlich bei 9.00 – 14.00/15.00 Uhr. Das Schöne an meinem Beruf ist, dass mein Arbeitsalltag sehr unterschiedlich ist und ich mir meine Arbeitszeit in Absprache mit den Patienten frei einteilen kann. Ich lerne viele unterschiedliche Menschen und Charaktere kennen und muss mich immer wieder neu auf meine Schützlinge einstellen. Man weiß nie, was einen am nächsten Tag erwartet.Ich bin Marleen, 33 Jahre jung und arbeite bei einem Pflegedienst als Pflegehilfskraft. Mein Dienst beginnt 9.00 Uhr. Natürlich könnte ich auch eher anfangen, aber da ich Mutter von 2 Kindern bin (eins davon schulpflichtig), muss ich meine kleinere…

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