Die Umweltgruppe Cottbus deckte den Wahlbetrug auf

Die WochenKurier-Kolumne von Dr. Peter Lewandrowski

Cottbuser Geschichten. - Vor 30 Jahren -

Alle zweieinhalb Jahre wurden die DDR-Bürger zu den Wahlurnen gerufen. Im Wechsel ging es um die „Örtlichen Volksvertretungen“ und um die Volkskammer. Die Wahl war keine Wahl, weil es zu den „Kan­didaten der Nationalen Front“ keine Alternative gab. Es bestand also nur die Möglichkeit, zuzustimmen, die Kan­didaten insgesamt abzulehnen oder die Wahl zu verweigern. Die Wahlen fanden offen statt. Die Nutzung der vorhandenen Wahlkabinen galt als Misstrauensbeweis. Kabinenwähler wurden registriert. Jeder Wahlkommis­sion waren gut sichtbar Kontrolleure zugeordnet. All diese Maßnahmen hätten sicherlich auch 1989 zu einem Wahlergebnis geführt, das über 90% Zustimmung ergeben hätte. Das reichte aber nicht! Zum Realitätsverlust der Führung gehörte die Erwartung der na­hezu 100%igen Zustimmung. Deshalb wurden die 97- oder 98-prozentigen Ergebnisse im Nachhinein gefälscht. Ob es von oben angewiesen war oder in vorauseilendem Gehorsam geschah? Wahrscheinlich trifft beides zu.

Raissa und Michael Gorbatschow gehen in Wahlkabinen

Aber die Welt rings um die DDR hatte sich geändert. Mi­chael Gorbatschow hatte mit einer Verfassungsänderung durch­gesetzt, dass bei den Wahlen zum Kongress der Volksdeputierten in der Sowjetunion mehrere Kandidaten zur Auswahl standen. Auch in Polen und Ungarn sollte Schluss mit dem „Zettel­falten“ sein. Das SFB-Fernsehmagazin Kontraste beschäftigte sich am 24. April 1989 mit den DDR-Wahlen. Hier kamen DDR-Oppositionelle zu Wort. Ein Ausschnitt aus dem sowjetischen Fernsehen zeigte, wie Michael und Raissa Gorbatschow beim Wahlakt de­monstrativ die Kabinen benutzen. Als­dann gab es eine praktische Anleitung, wie Gegenstimmen durch Streichung aller Namen auf den Wahlzetteln zu produzieren sind.

Schon bei den Volkskammerwahlen 1986 hatten Oppositionelle in einigen Städten punktuell die Fälschung der Ergebnisse nachgewiesen. Die Grup­pen waren nun drei Jahre später trotz der massiven Überwachung im Mai 1989 so weit vernetzt, dass sie mit ei­ner einfachen Methode das System der Lüge bloßstellen konnten. Sie nahmen an den öffentlichen Auszählungen teil und setzten die ermittelten Zahlen ins Verhältnis zu dem später verkündeten amtlichen Endergebnis. So geschah es auch in Cottbus.

Die entscheidenden Impulse dazu kamen von der Umweltgruppe Cott­bus (UWC) und ihrem Gründer Dr. Peter Model. Zwar gab es alternative Gesprächskreise schon früher. Aber Peter Model ging mit großem Mut und erstaunlicher Selbstsicherheit den Weg zur Schaffung einer tatsächlich unabhängigen Oppositionsgruppe. Zur UWC gehörten ca. 50 Mitglieder. Durch die Mitwirkung von Pfarrer Christoph Polster und die Öffnung der Oberkirchgemeinde für die Gruppe er­höhte sich die Wirksamkeit. Beide, Pe­ter Model und Christoph Polster, stan­den von Anfang an im Fokus des MfS. Ihre Gruppe wurde als „gefährlichste“ Kraft im Bezirk Cottbus betrachtet. In den Medien war davon nichts zu hören. Offiziell gab es in der Lausit­zer Rundschau zur Vorbereitung der Kommunalwahlen nur das übliche ideologische Trommelfeuer. Es regnete Orden zum 1. Mai. Gewiss, die Lage der polnischen PVAP war nicht rosig und die Berichte aus Ungarn klangen so, als ob sich „Wirrwarr“ breitmacht, wenn man neue Formen der Demokra­tie wagt. Die Nachrichten aus Tbilissi, wo bei Unruhen Menschen ums Leben gekommen waren, zeigten ja auch, wo­hin Glasnost führt. Der chinesischen Führung machten die DDR-Medien hingegen Mut, sich gegen rebellieren­de Studenten durchzusetzen.

Die Umweltgruppe Cottbus zählt nach

Die Umweltgruppe nahm bei den Kommunalwahlen am 7. Mai an der Auszählung in 31 der 91 Cottbuser Wahllokale teil. In Christoph Polsters Wohnung ergab die anschließende Zu­sammenfassung: In den 31 besuchten Wahllokalen hatten 570 Wählerinnen und Wähler trotz aller Einschüchte­rungsmaßnahmen mit Nein gestimmt. Die offizielle Zahl der Nein-Stimmen in allen Wahllokalen gab die Wahl­kommission aber mit 560 an. Natürlich wurde die Anzeige wegen Wahlfäl­schung zurückgewiesen. Aber danach war nichts mehr wie vorher. Das Ge­rücht verbreitete sich in Windeseile. Die konkreten Pläne zum Abriss von Gebäuden am Thälmannplatz, die dem Haus der Partei weichen sollten, riefen auch andere Kräfte auf den Plan. Zusam­men mit der dann einset­zenden Ausreisewelle ent­stand eine Atmosphäre der Politisierung der Stadt, die im Herbst zur gewaltfreien Wende führte. In der ersten Stadtverordnetenversamm­lung nach der großen Cott­buser Demonstration vom 30. Oktober konnte Peter Model die Ergebnisse der Wahlprüfung zum ersten Mal öffentlich darlegen.

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DEL2 hält am geplanten Saisonstart fest

Dresden. Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) hält in Abstimmung mit den DEL2-Clubs an einem Saisonstart am 6. November mit den gültigen örtlichen Vorgaben fest. Dies bestätigten die Gesellschafter am Freitagabend im Rahmen einer Gesellschafterversammlung mittels Videokonferenz. Damit einhergehend wurde auch der Spielplan für die Saison 2020/2021 festgelegt. Das Eröffnungsspiel findet dabei beim DEL2-Hauptrundengewinner der vergangenen Spielzeit statt, wenn die Löwen Frankfurt die Kassel Huskies empfangen. Das Derby ist gleich zu Beginn ein sportliches Highlight und stellt zudem eine symbolträchtige Partie dar. Beide Mannschaften kämpfen mit den Bietigheim Steelers um den Aufstieg in die DEL. Die Schwaben treten am ersten Spieltag auswärts an und sind beim EC Bad Nauheim gefragt. Diese Spielzeit stellt mit Sicherheit jeden vor eine besondere Herausforderung. Clubs und Liga hoffen auf weitere Lockerungen für Sportveranstaltungen und bitten zudem ihre Fans die notwendigen Vorgaben und Regeln einzuhalten. Auch weiterhin haben Einschränkungen im Zuschauerbereich wirtschaftliche Auswirkungen auf die Clubs. Die Verantwortlichen hoffen daher auf die Unterstützung und volle Auslastung der möglichen Kapazitätsgrenzen. Aufgrund des verschobenen Saisonstarts wurde auch das Ende der Hauptrunde angepasst. Wie gewohnt soll es eine Doppelrunde mit insgesamt 52 Spieltagen geben. Jedoch wird diese nicht Anfang März zu Ende sein, sondern erst am 11. April 2021. Dies gibt den Clubs einen gewissen Spielraum, falls Partien verschoben werden müssen. Zudem konnten so die Belastungen an den Wochentagen gering gehalten werden. Änderungen sind jedoch vorbehalten. Die Terminierung für die Playoffs und Playdowns in der DEL2 befindet sich noch in der Absprache und wird zu gegebener Zeit veröffentlicht. René Rudorisch, DEL2-Geschäftsführer: „In erster Linie freuen wir uns, dass wir uns nun zielgerichtet auf den Saisonstart fokussieren können. Somit kommen die Aufgaben und Planungen wieder in einen normalen Rhythmus. Weit entfernt von der Normalität werden jedoch die Gegebenheiten in den Arenen sein. Umso mehr erhoffe ich mir die Unterstützung der Fans und Sponsoren, dass wir gemäß den Vorgaben der Behörden zur Pandemiebekämpfung das Optimum für die Clubs erreichen und gemeinsam dafür einstehen, dass die Clubs im Rahmen der Bedingungen überlebensfähig sind. Ein weiteres Hinauszögern der Saison stellt für uns keine Alternativ dar - weder für die Clubs, Liga, Fans und Sponsoren und natürlich die Spieler und ihre Familien. Gleichzeitig müssen weitere Lockerungen gelingen, um die Wirtschaftlichkeit der Clubs in dieser Saison sicherstellen zu können.“ Wie bereits in der Vergangenheit wird es für die Fans den Kalender-Service geben: Es können die Spielpläne für die jeweiligen elektronischen Kalender für jeden einzelnen Club heruntergeladen werden. Auch der komplette Spielplan steht als Alternative zum Download bereit. Die Datei muss zur Integration in den eigenen Kalender jeweils Lokal oder in einem Cloudlaufwerk gespeichert sein. Dies ist vor allem beim Import über mobile Endgeräte wichtig. Die Angaben sind ohne Gewähr. Spielplan: https://www.del-2.org/liga/archiv/123/spielplan/  (pm/DEL2)Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) hält in Abstimmung mit den DEL2-Clubs an einem Saisonstart am 6. November mit den gültigen örtlichen Vorgaben fest. Dies bestätigten die Gesellschafter am Freitagabend im Rahmen einer Gesellschafterversammlung…

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