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Kay Petrick: „Nicht der spektakulärste Fahrer gewinnt"

Endurosport: Nachwuchsfahrer Kay Petrick gibt Einblicke

Menschen. Mit Tempo 120 über spitze Felsen, durch enge Wälder und nah an Abhängen - was für ein Hobby! Kay Petrick ist begeisterter Endurosportler. Der 18-Jährige sitzt seit seinem fünften Lebensjahr auf einem Motorrad, bestreitet seit 2013 nationale und internationale Rennen. Zurzeit absolviert er eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation bei der Medizintechnik & Sanitätshaus Harald Kröger GmbH in Massen-Niederlausitz.

Der Motorrad-Geländesport fasziniert ihn. „Der Sport ist extrem umfangreich und außergewöhnlich. Man braucht jeden einzelnen Muskel im Körper, von den Zehen über die Fingerspitzen bis zum Kopf. Wenn man seine Rennen fährt oder trainiert wird viel Adrenalin ausgeschüttet, weil es ein schneller und sehr gefährlicher Sport ist, aber das Gefühl dabei ist umwerfend“, sagt er und fügt an: „Eines der schönsten Sachen am Endurosport sind jedoch die Menschen um einen herum. Enduristen sind eine große Familie. Da gibt es keine Selbstläufer, niemand macht sein Ding, sondern alle achten aufeinander.“ Man kennt sich halt und hilft. Kay Petrick kennt viele Fahrer aus Deutschland, die international sehr erfolgreich sind - etwa Maria Franke, Dennis Schröter und Marco Neubert. „Mit denen macht es Spaß, zu trainieren“, sagt er, „weil sie viel über ihre internationalen Erfolge erzählen und einem echt viel beibringen können.“

Kay Petrick versucht, jedes Wochenende auf dem Motorrad zu sitzen, zu trainieren und Rennen zu fahren: „Ich nehme an verschiedenen Rennserien teil, weshalb ich pro Jahr locker 30 bis 40 Wochenenden mit dem Motorrad unterwegs bin.“ 

Im Training versucht er, sich ständig zu verbessern: „Ich nehme mir dazu immer einen Teil der Strecke heraus und übe ihn mehrfach.“ Eigene Schrauber habe er für sein Motorrad nicht, das hätten meist nur die Profis. „Bei mir ist das Problem, dass ich handwerklich und technisch zwei linke Hände habe. Ich würde sehr gern mehr an meinem Motorrad allein machen können, aber dazu fehlt mir das Wissen und auch irgendwo die Begabung dazu. Von meinem Motorrad Händler ‘Krahl und Kroschel’ aus Finsterwalde habe ich das Motorrad und sie helfen mir immer, es für mich perfekt herzurichten.“

Der Endurosport erfordert volle Konzentration, Leichtsinn kann man sich nicht erlauben: „Wir fahren teilweise mit einem Tempo von 120 über spitze Felsen, durch enge Wälder, nah an Abhängen und auch nah aneinander. Das ist aber gerade auch das interessante an diesem Sport. Es kann soviel passieren. Nicht der schnellste, spektakulärste  Fahrer, der alles riskiert gewinnt, sondern der, der überlegt fährt und genau weiß, was er tut.“ Damit es aber nicht zu gefährlich sei, müsse man natürlich gut geschützt sein: „Ich bin sehr froh, bei Kröger meine Ausbildung machen zu können, da die Firma ihren Sportbereich ständig erweitert und so Sportlern wie mir optimalen Schutz anbietet.“ Der Motorradsport wurde ihm in die Wiege gelegt. Mutter Heike fährt selbst seit ihrem 14. Lebensjahr Motorrad, feierte viele Erfolge, ist etwa Deutsche Meisterin und Europameisterin. Erste eigene Erfolge kann Kay Petrick bereits vorweisen. Er wurde 2015 Deutscher Meister in der Klasse Jugend bei der Deutschen Enduro Meisterschaft. Außerdem wurde er Vizemeister in der Klasse E1B (Enduro DM 2016) und in der Klasse Jugend (Enduro DM 2014). Seine Pokale stehen bei ihm im Zimmer: „Ich persönlich verbinde mit jedem Pokal mehr, als nur einen Platz auf dem Podest. Bei jedem Pokal erinnere ich mich gern an das Rennen. Auch an die Leute drumherum, mit denen ich schöne Tage hatte. Von großer Bedeutung sind mir aber definitiv die Pokale, die ich für meinen Meistertitel und meine Vize-Titel bekommen habe.“

Zu seinen Vorbildern zählt natürlich Mutter Heike. „Ich bewundere, wie sie es geschafft hat, sich in dem Sport einen Namen zu machen und über so viele Jahre konsequent dabei zu bleiben.“ Zudem schätzt der junge Motorsportler einen südafrikanischen Trainer, der jetzt in Deutschland lebt - Colin Dugmore. „Einmal im Jahr habe ich die Ehre, mit ihm zu trainieren und das ist immer ein sehr cooles Wochenende, weil er Trainingsinhalte ganz anders vermittelt und schon so viel Erfahrungen gesammelt hat.“ Als junger Sportler ist Kay Petrick ehrgeizig und hoch motiviert. Sein wichtigstes Kapital ist sein Körper. „Deshalb ist mein größtes Ziel, fit und gesund zu bleiben, damit ich den Sport noch sehr lange ausüben kann. Außerdem möchte ich den Spaß an dem Sport behalten. Natürlich wäre es auch schön, wenn irgendwann wieder ein Meistertitel dabei heraus springen würde“, erzählt er, bleibt jedoch Realist: „Ich werde nicht jünger, die anderen Fahrer nicht langsamer und auch der Zeiteinsatz für den Sport nicht weniger. Deshalb lasse ich mich überraschen, was in Zukunft auf mich zu kommt.“ Das Schöne an dem Sport sei allerdings, das er bis ins hohe Alter machbar sei. Es gebe sehr viele, die selbst mit Mitte 60 oder 70 noch auf zwei Rädern sitzen: „Das finde ich bewundernswert und möchte ich auch gern machen!“ In naher Zukunft möchte Kay Petrick gern die International Six Days of Enduro mitfahren, die Mannschafts-Weltmeisterschaften im Enduro. Diese werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragen - 2017 in Frankreich, doch das sei noch zu früh für ihn. Petrick: „Ich hoffe darauf, dass es bald auf einem anderen Kontinent ausgetragen wird, etwa in Australien oder Neuseeland, so dass man die Weltmeisterschaft mit einem Urlaub verbinden kann.“

Klare Ziele für dieses Jahr gebe es nicht. Im Vordergrund stehe vorerst die Ausbildung. „Ich lasse das Jahr auf mich zukommen und versuche alle Rennen zu fahren, die mir zeitlich und finanztechnisch möglich sind. Ich will mir deswegen keine Ziele setzen, weil ich sonst enttäuscht wäre, wenn ich sie nicht schaffen würde. Wenn ich ganz ungezwungen an die Sache heran gehe freue ich mich über jeden Erfolg und ärgere mich weniger über Misserfolge.“ Sein Hobby finanziere Kay Petrick privat. Unterstützt werde er von sehr viele Sponsoren. „Ohne sie wäre das alles nicht möglich. Auf meinem Facebook-Profil würdige ich ihre Unterstützung nach jedem Rennen.“ (sts)

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