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Schauspielerin Katja Ebstein (72) engagiert sich sozial

Sie möchte für die Jugend eine Zukunft schaffen

Menschen. Abenteuer in der Natur können Kinder im Annahütter Familien- und Freizeitzentrum „Ökotanien“ erleben. Im Fokus der Begegnungsstätte steht, jungen Menschen mittels erlebnispädagogischen Camps die Umwelt nahe zu bringen. Kinder können in „Ökotanien“ ihre Freizeit verbringen, Geburtstage feiern oder Feriencamps genießen. Das alles wird unterstützt durch die Katja Ebstein Stiftung. Stiftungsgründerin Katja Ebstein im Gespräch:

Die Stiftung ist 2004 gegründet worden. Was war Ihre Motivation?

Katja Ebstein: „Ich war schon immer sozial engagiert. Und mittels der Stiftung kann ich dieses Engagement speziell in Berlin und Brandenburg auf Dauer umsetzen. Ich bin mir bewusst, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen als Künstler, Politiker oder Unternehmer, es einfacher haben, für ihr soziales Tun Gehör zu finden. Deswegen  engagiere ich mich auf der Bühne sowie im ‘richtigen Leben’ für die Sorgen und Nöte, die wir alle um unsere Zukunft haben.“

Nach welchem Grundsatz arbeitet die Stiftung?

„Wir arbeiten nach dem Prinzip der Integration von Kindern und Jugendlichen - gleich welcher Herkunft und welchen sozialen Hintergrunds. Dabei wollen wir so früh wie möglich ansetzen. Am besten ist es, wenn sie noch in die Schule gehen. Dort treffen grundsätzlich alle Schichten aufeinander, bevor durch Berufsausbildung oder Studium die Wege auseinandergehen und so der Zusammenhalt verschwindet. Deshalb arbeiten wir vorrangig mit Schulen und Ausbildungsstätten zusammen.“

Das Stiftungsmotto lautet „Deine Stärken - Deine Chancen“. Was verbirgt sich dahinter?

„Wir wollen damit Mut machen, denn wir haben nur Erfolg, wenn wir den Betroffenen nicht ihre Defizite vor Augen führen, sondern sie erleben lassen ‘was in ihnen steckt’. Wir wollen, dass das Selbstwertgefühl wächst.“

Können Sie genauer werden?

„Es ist einfach Prävention im weitesten Sinne. Wir wollen Kinder im Kopf aufbauen und sie gegen Gewalt jeder Art stärken - insbesondere gegen die subtil-psychische Gewalt. Deshalb sind unsere Projekte so angelegt, dass Erfolg und der Umgang mit dem Scheitern bei einer Aktivität geachtet und dadurch Individualität gestärkt wird. Dazu gehört auch, tolerant zu sein, das Anderssein zu respektieren und verstehen zu lernen, dass eine bunte vielfältige Welt für alle Platz hat, sich zu verwirklichen.“

Wie wird dieses Angebot der Stiftung genutzt?

„In unserer über 20-jährigen Praxiserfahrung, die ganz klein, aber immer direkt am Menschen ansetzt, erreichen wir derzeit im Schnitt jährlich über 500 junge Menschen in unserem Hüttendorf und Erlebniscamp ‘Ökotanien’ in Annahütte in der brandenburgischen Lausitz bei Senftenberg. Wir planen das Angebot zukünftig um 60 Plätze zu erweitern. Damit könnten wird dann ganzjährig die drei- bis vierfache Zahl von Menschen erreichen.“

Der Sommer kann also kommen. Sind denn noch Plätze in den diesjährigen Camps frei?

„Für diesen Sommer sind die Kapazitäten unserer Camps ausgelastet, jedoch könnten bei Bedarf weitere Plätze geschaffen werden. Nachfragen lohnt sich. Die Camps sind ein Höhepunkt des Sommers. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen, die nicht in Urlaub fahren können, zwei erlebnisreiche Wochen des Zusammenlebens und Erlebens. Gleich ob es deutsch-polnische Camps in der Grenzregion zwischen Brandenburg und Polen sind oder die beiden Integrationscamps mit jungen Flüchtlingen, die zusammen mit deutschen Jugendlichen erlebnisreiche Tage verbringen.“

Mit „Ökotanien“ in Annahütte hat die Stiftung einen optimalen Partner. Wie ist es dazu gekommen?

„Mit der Wende in Deutschland stellte sich mir die Frage: Was kann ich tun, damit das Land zusammenwächst und wie können wir dafür sorgen, dass unsere nachfolgende Generation eine lebenswerte, gute Zukunft hat. So gründeten wir - zusammen mit Ingrid Stolpe und der Umweltmedizinerin Dr. Bärbel Dominok - den Verein ‘Aktion Umwelt für Kinder’, der Träger des Erlebnis- und Familiencamps ‘Ökotanien’ in Annahütte ist. Dank der Unterstützung durch Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt und vielen anderen Menschen konnten wir sehr schnell das Anliegen der Menschen in Annahütte nach einem Zentrum für Kinder und Jugendliche aus der Region auf den Weg bringen.“

Wie wird die Stiftung heute unterstützt?

„Es gelingt uns immer wieder, durch Benefizveranstaltungen Menschen mit offenem Herzen zu erreichen, die für unsere Arbeit spenden. Ebenso können wir auf Fördertöpfe und Institutionen bauen, die unsere Arbeit mitfinanzieren. Unserem Prinzip der Integration entspricht es auch, dass für alle Teilnehmer Kursgelder zu bezahlen sind und die Programmqualität für alle gleich ist, um Diskriminierung wegen des Geldbeutels oder der sozialen Herkunft zu vermeiden. Unsere Kursbeiträge sind so kalkuliert, dass der ‘Normalzahler’ den marktüblichen Preis bezahlt.“

• Informationen im Internet: www.oekotanien.de und www.eca-annahuette.de 

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