Das sind jetzt die wahren Helden!

Helden des Alltags. Ja, es ist so: ein Virus hat uns alle im Griff! Corona bringt das komplette Leben durcheinander, die Wirtschaft, die Politik, die Freizeit, einfach alles, einschließlich unseres Gesundheitswesens.

In unzähligen Talkshows geben sich die »Experten« die Klinke in die Hand, analysieren, interpretieren und verwirren mit ihren zum Teil weit auseinandergehenden Fachmeinungen. Im Internet grassieren die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien. Sport- und Kulturveranstaltungen werden reihenweise abgesagt, Schulen geschlossen, die Börse ist im Keller, Nudeln und Reis werden gehortet. Irgendwie ist alles nicht mehr normal, funktioniert nicht so, wie es eigentlich sollte.

Aber da gibt es gerade jetzt Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung, die müssen einfach funktionieren, weil sie dringend gebraucht werden. Und von Berufswegen in der aktuellen Situation ihren Job machen müssen. Der WochenKurier hat einige von ihnen, stellvertretend für so viele, getroffen und nach ihrer Gefühlslage befragt.

Sie setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel

Da ist der Pulmologe, die Krankenschwester, der Klinikchef, der Apotheker, da sind so viele Menschen, die für uns da sind in einer wirklich nicht einfachen Situation. Das sind Menschen, die aus Berufung ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, obwohl sie doch alle eigene Familien haben und auch da gebraucht werden. Sie werden wohl in den kommenden Wochen nicht nur Anerkennung ernten. Was muss sich wohl der Apotheker anhören, wenn verordnete Medikamente nicht zu beschaffen sind? Was bekommen Ärzte und Schwestern zu hören, wenn die Krankenhausstationen überfüllt sind und das Personal am Kreiseln ist?

Die spannende Frage wird sein, wie gut unser Gesundheitssystem überhaupt auf eine solche Ausnahmesituation vorbereitet ist. Denn neben den Coronapatienten gibt es ja auch noch die, die für alle anderen Erkrankungen wichtige Hilfe benötigen.

Da kann es sich direkt als Vorteil erweisen, dass noch nicht alle Krankenhäuser geschlossen sind, die aus Kostengründen schon geschlossen sein sollten. Jetzt werden sich Defizite zeigen, die aus kommerziellen Gründen vorprogrammiert sind und das medizinische Personal an Grenzen kommen lässt. Eins steht wohl fest: Ärzte, Schwestern, medizinisches Personal und Apotheker werden alles menschenmögliche tun, um den Patienten zu helfen. Zaubern allerdings werden sie nicht können. Ihre Leistungen anzuerkennen, auch einmal mehr Danke zu sagen, das motiviert und ist sicher nicht verkehrt.
Noch haben wir wohl das Schwerste erst vor uns, aber schon jetzt sollten unsere Politiker ernsthaft darüber nachdenken, was eigentlich wirklich wichtig ist und wofür sie Verantwortung tragen. Nicht für eine gute Figur im Fernsehen, sondern für kluge Entscheidungen unser Gesundheitswesen betreffend. Wie heißt es so schön in jedem zweiten Geburtstagsglückwunsch: Ich wünsch Dir vor allem Gesundheit, denn das ist das Wichtigste! Wie wahr, das zeigt sich gerade deutlich. Und wenn es schon das Wichtigste ist, dann sollte sich das in jeder Beziehung auch widerspiegeln. Und eben nicht, indem man an der falschen Stelle den Rotstift ansetzt.

Liebe Leserinnen und Leser, Ihr WochenKurier wünscht Ihnen, dass Corona an Ihnen vorbei geht und Sie auch sonst gesund bleiben. Allen in der Medizin Tätigen wünschen wir das natürlich ebenso, aber auch Kraft und starke Nerven und verständnisvolle Patienten. Wir werden über Ihre Tätigkeit, Ihre Leistungen berichten, und damit auf unsere Weise einen Beitrag dazu leisten, die derzeitige brenzlige Situation zu bewältigen. Denn Sie sind jetzt die wahren Helden!

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