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Der Freistaat macht dicht

Sachsen. Egal ob Kino, Museum oder Café, bis 20. April wird fast alles dichtgemacht. Der Freistaat verschärft seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus

Um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus weiter zu reduzieren, schließt der Freistaat Sachsen per Allgemeinverfügung fast alle privaten und öffentlichen Einrichtungen und untersagt alle Veranstaltungen. Das Kabinett hat diese Maßnahme in seiner heutigen Sitzung beraten. Die Verfügung des Gesundheitsministeriums soll voraussichtlich ab 18. März bis zunächst 20. April gelten.

Sie untersagt den Betrieb von Tanzlokalen, Messen, Spezial- und Jahrmärkten, Volkfesten, Spielbanken und Wettannahmestellen. Zudem für den Publikumsverkehr geschlossen sind Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Opern, Museen, Ausstellungshäuser, Angebote in Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäusern, Angebote der offenen Kinder und Jugendarbeit, öffentliche Bibliotheken, Planetarien, zoologische Ausstellungen in geschlossenen Räumen, Angebote von Volkshochschulen, Angebote von Sprach- und Integrationskursen der Integrationskursträger, Angebote von Musikschulen, Angebote in Literaturhäusern, Angebote öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen, Schwimmbäder,  Saunas und Dampfbäder, Fitness- und Sportstudios, Spielplätze, Seniorentreffpunkte, Mensen und Cafés der Studentenwerke, Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften, Sportanlagen sowie Reisebusreisen. Beherbergungseinrichtungen dürfen nur noch für geschäftliche Nutzung (Dienstreisen) geöffnet werden, nicht aber für touristische Nutzung.

Geöffnet bleiben Gaststätten in der Zeit von 6 bis 18 Uhr einschließlich ihrer Liefer- und Abholdienste für den Außer-Haus-Verkauf. Geöffnet und vom Sonntagsverkaufsverbot ausgenommen werden der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.

Das Kabinett beschloss zudem die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabes von Innenministerium und Gesundheitsministerium. Er bekommt den Titel Gemeinsamer Krisenstab Infektionsschutz. Alle Ministerien werden in dem Stab vertreten sein. Ziel ist die Koordinierung der Maßnahmen aller Ministerien zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2, die Unterstützung von Behörden, Dienststellen und Einrichtungen im Freistaat Sachsen sowie die Bündelung von Informationen für die Berichterstattung. Gleichzeitig soll eine Beschleunigung notwendiger Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse erreicht werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte auf einer anberaumten Pressekonferenz, dass das Robert-Koch-Institut von einer weiter steigenden Zahl der Coronafälle ausgeht und die Sorge besteht, dass diese Entwicklung irgendwann unkontrollierbar wird. „Ziel der Maßnahmen ist, diese deutlich unkontrolliertere Ausbreitung zu verhindern und zu erreichen, dass in einem Zeitraum von 10 bis 14 Tagen entweder eine deutliche Beruhigung oder sogar ein gewisser Stillstand erreicht wird.“ Die Maßnahmen werden deutliche Einschnitte mit sich bringen. Sie seien aber notwendig, um die Übertragungsketten zu unterbrechen.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping: „Ich kann es nur noch einmal bekräftigen, wir hungern das Virus aus. Und das geling uns nur, wenn mangels Kontakten das Virus nicht weitergegeben werden kann. Und nach der Schließung von Kitas und Schulen und dem Verbot großer Veranstaltungen müssen wir eben jetzt auch die Beweglichkeit der Menschen weiter einschränken.“

Alle Informationen rund um COVID 19 finden Sie hier: https://www.sms.sachsen.de/coronavirus.html

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