hg 1 Kommentar

Der Lausitzring wurde verkauft

Sachsen. Betreibergesellschaft übergibt Rennstrecke Lausitzring Ende 2017 an neuen Eigentümer. Begleitet von großen Hoffnungen für die Zukunft des Areals...

Im Jahre 2009 hat die Eurospeedway Verwaltung GmbH mit 5 Gesellschaftern den Betrieb des Lausitzrings übernommen. Von Anfang an war eines der Hauptziele des mittelständischen Unternehmens, internationale Renn- und Sportveranstaltungen auf dieser in Europa einzigartigen Sportstätte zu etablieren, und damit möglichst viele Besucher in die aufstrebende Tourismusregion des Lausitzer Seenlandes zu bringen. Mit einer großartigen Mannschaft aus äußerst engagierten Mitarbeitern, mit viel Enthusiasmus und Herzblut der Gesellschafter und tatkräftigen Partnern konnte in diesen 9 Jahren sehr viel bewegt werden. Wir durften tolle Veranstaltungen am Lausitzring mit insgesamt über drei Millionen Besuchern durchführen und betreuen, und konnten dabei dank unseres stetigen Einsatzes den Lausitzring deutschland- und europaweit als außergewöhnliche Eventstätte mit einem hervorragenden Ruf etablieren. Die Region konnte allein im Zeitraum dieser neunjährigen Betriebsführung mit einem Bruttoumsatz von schätzungsweise über 200 Millionen Euro profitieren, und erlangte durch Fernsehübertragungen und mediale Berichterstattung immer wieder nationale und internationale Aufmerksamkeit.

Um diese Erfolge zu erreichen, musste das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer stärker von der passiven Rolle eines Vermieters in die aktive Rolle als verantwortlicher Veranstalter wechseln. Angefangen von der langjährigen Sicherung der DTM für die brandenburgische Rennstrecke ab der Saison 2011, über die Entwicklung eigener exklusiver Fahrprogramme ab 2012, bis hin zur Rückkehr der Superbike Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Häufig mussten dabei neue und ungewöhnliche Wege eingeschlagen werden, um sich im Wettbewerb mit anderen Rennstrecken und Eventstätten erfolgreich zu positionieren. Dies reichte von der erstmaligen Durchführung der Flugweltmeisterschaft Red Bull Air Race in einer geschlossenen Anlage mit Start und Landebahn im Jahr 2010, über den großen Kraftakt der Motocross Weltmeisterschaft mit einer künstlichen Motocross-Strecke auf dem Asphalt der Grand-Prix-Strecke aus 1200 LKW-Ladungen Erdmaterial innerhalb von 3 Tagen in 2013, bis hin zum Ausbau der DTM am Lausitzring zum einzigartigen Motorsportfestival, anfangs erstmals nach 40 Jahren gemeinsam mit der internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft und schließlich nun mit der Prädikatsrennserie ADAC GT Masters. Nicht selten dienten diese Pilotprojekte, von denen eingefleischte Experten oftmals abgeraten hatten und die dennoch gemeinsam mit unseren Partnern und mit viel Lob und Respekt erfolgreich bewältigt wurden, als Vorlagen für Veranstaltungen auch an anderer Stelle.

Mit einer grundsätzlichen Offenheit für neue Konzepte und einer herausragenden Serviceorientierung mit viel Liebe zum Detail konnten daneben Veranstalter von Events wie dem Shell-Eco-Marathon mit Gästen aus der ganzen Welt, dem Tough Mudder als härtestem Extremhindernislauf und dem gigantischen Marken- und Tuningfestival Reisbrennen mit Camping direkt auf der Rennstrecke für die Region Lausitz begeistert werden.

Auch im Bereich der Tagesvermietungen konnten so renommierte Kunden wie AUDI, BMW, Honda, oder erfolgreiche Motorsportteams wie HWA und Mücke als Stammkunden regelmäßig begrüßt, und sogar
branchenfremde Unternehmen wie zuletzt John Deere als Kunden gewonnen werden.
Lediglich mit unseren Bemühungen eine Musikgroßveranstaltung für die Region zu begeistern waren wir trotz mehrfachem, ernsthaftem Interesse vonseiten renommierter Veranstalter bislang noch nicht erfolgreich.

Wie in der Studie der BTU Cottbus-Senftenberg wissenschaftlich erhoben wurde, hat der Lausitzring damit in den letzten Jahren auch für wesentliche wirtschaftliche Impulse in Schipkau und der umliegenden Region Lausitz gesorgt. So konnten gemäß den Ergebnissen der fortgeführten Studie allein im Jahr 2016 vor allem mit den Großveranstaltungen über 31 Millionen Bruttoumsatz in der Region erwirtschaftet werden, was 604 Vollzeitbeschäftigungen entspricht. Ein Ankerpunkt, der in der vom Strukturwandel stark geforderten Region sicherlich sehr wichtig war.

Auch bei Instandhaltung der Anlage und Modernisierung der Ausstattung hat das Unternehmen in den
vergangenen Jahren sehr viel geleistet, was bei Besuchern und Kunden immer wieder positiv aufgefallen ist. Und mit Hilfe des Wirtschaftsministeriums des Landes Brandenburg und Unterstützung der umliegenden Städte und Gemeinden konnten einige innovative Projekte umgesetzt werden, wovon der Grüne Lausitzring mit einer der größten Windenergieanlagen Deutschlands, zwei Photovoltaikanlagen und einer Biogasanlage sicher das spektakulärste war.

Als Betreiber einer der modernsten Rennstrecken in Europa sind wir jedoch vor allem auf eine Sache besonders stolz - in unserer Zeit am Lausitzring gab es keinen tödlichen Unfall bei Rennen und auf der Rennstrecke. Und dies ist nicht zuletzt auch den professionell ausgebildeten, ehrenamtlichen Sportwarten aus dem lokalen Verein S.Cou.T. e.V. zu verdanken, aus deren Reihen und mit den am Lausitzring gemachten Erfahrungen sogar die internationalen Sicherheitsbestimmungen der Motorsportweltverbände maßgeblich beeinflusst worden sind.

Wirtschaftlich betrachtet ist das Betreiben einer Sportstätte für Motorsport alles andere als ein einfaches Geschäft. Besonders als Veranstalter von Großveranstaltungen ist man einem hohen finanziellen Risiko ausgesetzt, speziell hinsichtlich der Witterung und anderen äußeren Einflüssen. So mussten vor allem in den ersten Jahren bei der Betreibergesellschaft einige Defizite verbucht werden, welche sich teilweise in hohen sechsstelligen Beträgen negativ niederschlugen. In der Region kamen diese Großveranstaltungen jedoch wirtschaftlich immer gut an und sorgten für volle Hotels, Restaurants und Freude der regionalen Unternehmer.

Dank zielgerichteter Optimierung und Weiterentwicklung der Veranstaltungen, welche sich in steigenden Zuschauerzahlen und Erlösen auszahlten, sowie einer bodenständigen Betriebsführung mit stetiger Effizienz- und Prozessoptimierung konnte der Betrieb stabilisiert, und der Großteil der Verluste wieder ausgeglichen werden.

Jedoch konnten durch diese teilweise hohen Investitionen in Veranstaltungen keine Rücklagen gebildet werden. An eine Sportstätte für internationale Rennveranstaltungen und große Zuschauermassen werden hohe Anforderungen gestellt, und nach 17 Jahren fallen für den Lausitzring Sanierungen und Modernisierungen an, die über das Maß der jährlichen Aufwendungen hinausgehen und einen zweistelligen Millionenbetrag erfordern.

Aufgrund der fehlenden Rücklagen, die aus dem laufenden Betrieb nicht erwirtschaftet werden konnten, und der auch weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Risiken von Großveranstaltungen, hätten diese Investitionen nicht ohne Hilfe der öffentlichen Hand durchgeführt werden können.

Sportförderung und Erhalt von Sportstätten ist eine gesellschaftliche Aufgabe, und wie in der Leichtathletik, in Ballsportarten, dem Schwimmsport oder im Turnen betrifft dies auch den Motorsport. Wir waren sehr dankbar, dass nach vielen Jahren und diversen Gesprächen mit der Landes- und Regionalpolitik auch in Brandenburg nun wieder eine, zumindest kleine, Bereitschaft zur Unterstützung vorhanden war, nachdem auch andere Bundesländer in ihre Motorsportanlagen investieren.

Dennoch war es der zuständigen Politik nicht möglich, der Betreibergesellschaft einen ausreichenden Umfang an Unterstützung für die größte Sportanlage Brandenburgs verbindlich zuzusagen, beziehungsweise zur Verfügung zu stellen.

Mit dem jetzt eingeschlagenen Schritt, den Lausitzring an den DEKRA Konzern zu übergeben, versuchen wir langfristig den Erhalt des Lausitzrings zu sichern, auch wenn sich damit der Schwerpunkt der Nutzungsart verschieben wird. Wir können mit Stolz behaupten, dass wir eine solide Basis für die Weiterführung hinterlassen und bei einigen Veranstaltungen eine werthaltige Tradition aufgebaut haben. Wir hoffen sehr, dass auch weiterhin Veranstalter das Angebot des neuen Eigentümers nutzen und starke Zuschauerveranstaltungen mit packendem Motorsport auf dem Lausitzring durchführen.
Wir wollen vor allem unseren Dank an alle richten, die den Lausitzring zu dem gemacht haben was er ist. An die treue Motorsport-Fangemeinde des Lausitzrings, die bei Wind und Wetter unserem gemeinsamen Hobby frönt.

An unsere treuen Stammkunden, die uns in all den Jahren begleitet haben. An die engagierten Vertreter der regionalen Politik. An den ADAC Berlin-Brandenburg e.V., der uns bei vielen Veranstaltungen aktiv unterstützt oder selbst Rennen veranstaltet hat. An unsere interessierten Partner von Presse und Medien, die über unsere Veranstaltungen und unsere Passion Motorsport berichtet haben. An unsere Subunternehmer, die bei unseren Veranstaltungen alles gegeben haben. Allen, die sich in den letzten Jahren für die positive Entwicklung des Lausitzrings eingesetzt haben. Und natürlich vor allem unseren Mitarbeitern und den zahllosen Helfern bei Großveranstaltungen, ohne deren oft selbstlosen Einsatz wir diese Erfolge und herausfordernden Projekte nicht hätten umsetzen können.

Doch die Saison auf der Klettwitzer Rennstrecke ist noch lange nicht zu Ende und unvermindert gilt unsere ganze Energie nun den vielen noch bevorstehenden Kunden- und Zuschauerveranstaltungen. Wir freuen uns darauf, so außergewöhnliche Events wie das Reisbrennen und Tough Mudder, oder so sportliche Highlights und spektakuläre Prädikatsveranstaltungen wie die Superbike Weltmeisterschaft zum 17. Geburtstag des Rings und das Red Bull Air Race noch ein letztes Mal gemeinsam mit unseren Fans am Lausitzring zu erleben, bevor wir das Jahr 2017 dann mit dem Schipkauer Oktoberfest als letzter Publikums-Großveranstaltung gebührend abschließen und feiern werden.

Die Geschäftsleitung

Artikel kommentieren

Kommentar von Heiko Rose
Ich bin einfach nur traurig, dass trotz großen Engagement der Betreiber und Mitarbeiter der Lausitzring als Rennstrecke und Eventstätte nicht gehalten werden kann. Eine Rennstrecke fast vor der Haustür, ideal für mich als Sportfan und Hobbymotorsportler. Gerne habe ich die Veranstaltungen besucht und Besucherevents genutzt. In meinen Augen kann es für eine internationale Rennstrecke keine größere Beleidigung geben, als zur Teststrecke für autonomes Fahren umgewandelt zu werden.
Ich wünsche allen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern alles Gute für die Zukunft. War eine schöne Zeit mit Euch.






Mütter als Fels der Familie

Sachsen. Das Müttergenesungswerk ruft unter dem Motto #gemeinsamstark zu Spenden und Sammlungen für Mütter auf. Elke Büdenbender, Schirmherrin des Müttergenesungswerks betont in ihrem Spendenaufruf: »Gerade jetzt ist jegliche Unterstützung von großer Bedeutung, um die Familien in unserem Land in diesen herausfordernden Zeiten und darüber hinaus zu stärken!« Jeder Tag müsste Muttertag sein Am Muttertag erfahren die Leistungen und Lasten von Müttern die dringend notwendige Aufmerksamkeit und Wertschätzung. »Viel zu oft wird diese alltägliche Familienarbeit, die ein wichtiger Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Leben ist, als selbstverständlich hingenommen,« sagt Schirmherrin Büdenbender. Eigentlich müsste jeder Tag Muttertag sein. Eines ist jedoch klar: Seit mehr als einem Jahr herrscht Ausnahmezustand und besonders Mütter spüren den Druck und die Auswirkungen der Corona-Pandemie: Schule und Kinderbetreuung fallen aus, das Arbeitsleben verlagert sich für viele auf das Zuhause, die Pflege von Angehörigen ist oftmals nur unter erschwerten Bedingungen zu gewährleisten und dann noch der Haushalt. Die Mehrfachbelastung unter diesen extremen Bedingungen zwingt die Stärkste in die Knie. Und genau das passiert: Irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Erschöpfung setzt ein, ein Gefühl von Hilflosigkeit und Überforderung und die Gesundheit leidet. Unterstützung durchs Müttergenesungswerk Oft zu spät suchen sich Mütter dann Hilfe. Das Müttergenesungswerk, das sich seit über 70 Jahren für die Gesundheit von Müttern einsetzt, ein Beratungsnetz und Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Mutter und Kind anbietet – auch für Väter. In den dreiwöchigen Kuren profitieren Teilnehmer von einem gendersensiblen Kurangebot, das individuell auf die Bedürfnisse und die Lebenssituation in der Familie zugeschnitten ist. Durch verschiedene Therapien und den Austausch mit anderen Müttern gewinnen die Frauen Abstand vom Alltag, tanken Kraft, erhalten neue Impulse und verändern den Blick auf Zuhause. Spenden hilft konkret Die Arbeit des Müttergenesungswerks ist u.a. durch Spenden möglich: Information, Aufklärung, Beratungsarbeit und Nachsorge sowie ganz konkret mit direkten finanziellen Kur-Zuschüssen für Mütter. Gemeinsam kann man sich für Mütter stark machen. Hilfe durch: Haus- und Straßensammlung des Müttergenesungswerks direkte Spende: www.gemeinsam-stark.social/spenden Spendenkonto: IBAN: DE13 7002 0500 0008 8555 04 / BIC: BFSWDE33MUEDas Müttergenesungswerk ruft unter dem Motto #gemeinsamstark zu Spenden und Sammlungen für Mütter auf. Elke Büdenbender, Schirmherrin des Müttergenesungswerks betont in ihrem Spendenaufruf: »Gerade jetzt ist jegliche Unterstützung von großer…

weiterlesen