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Eggerts SachsenWind – Angriffe auf August

Es gab schon oft Probleme mit diesem Reiter. Als er in Bronze gegossen werden sollte, gelang das nicht. Des Rosses Hinterläufe allein könnten das Gewicht von Pferd und Reiter nicht tragen. Also musste ein (Kanonen)Schmied ran. Der hämmerte runde drei Jahre auf Kupferblech ein, ehe das Standbild fertig und vergoldet auf einen Sockel montiert war: Seit 1736 reitet der »Goldene Reiter«, Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke, vom Dresdner Neumarkt Richtung Polen, wo er auch beruflich tätig war – als König.

Lange hat er unbehelligt auf seinem Gaul gesessen. Jüngst allerdings kommt es häufiger vor, dass mehr oder weniger kräftige und/oder alkoholisierte Männlichkeiten nächtens ihre Kräfte mit ihm messen. Mangels Beweglichkeit zieht er dabei leider den Kürzeren. Mal fehlen seinen Löwen Zähne, mal bekommt August Kratzer ab, zuletzt wurde ihm sein Schwert entrissen.

Die Täter? Die werden ab und an gefasst, die Strafen allerdings wirken eher symbolisch. Dagegen sind die Reparaturkosten um so höher. Was tun? Bislang gibt’s keine wirklich gute Idee, wie August zu schützen wäre. Vielleicht sollte Majestät bei majestätsbeleidigender Berührung mal richtig laut werden. In Zeiten umfassender Digitalisierung müsste das machbar sein.

Ihr Hans Eggert

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