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Eggerts SachsenWind – Nachdenken!

Die Zerstörung von Chemnitz und Dresden in den Bombennächten und -Tagen von 1945 ist ein dreiviertel Jahrhundert her. Wunden, die in den Stadtbildern klafften, sind allein noch für diejenigen sichtbar, die dieses Inferno überlebt haben oder nach dem Krieg mit den Eltern durch Innenstadt-Straßen gingen. Die waren von Trümmermauern gesäumt, dahinter türmten sich Schuttberge, auf denen bald Sträucher und Bäume wuchsen. Mit dem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche verschwand einer der letzten dieser Berge. Schutthalden ausserhalb der Stadtzentren sind heute eingeebnet, überwuchert oder von Kleingärtnern urbar gemacht.

Dennoch: Wenn es Februar wird, legt sich über die Städte eine feierliche Spannung. Auch Jüngere spüren das. Und das ist gut so. Denn das hilft, sich bewusst zu machen, was da geschehen ist: Über Chemnitz, über Dresden, über kleinere Städte wie Pirna entlud sich in den ersten Wochen des Jahres 1945 mit furchtbarer Gewalt ein Krieg, der knapp sechs Jahre zuvor von Nazi-Deutschland vom Zaume gebrochen worden war. Und Millionen Menschen gleich welcher Nationalität Tod, Leid, Verderben gebracht hat.

Darüber muss in diesen Februar-Tagen nachgedacht werden. Sonst gerät jedes »Nie wieder« zur gefährlichen Phrase.

Ihr Hans Eggert

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