André Schramm

Fahrschulen wollen richtig öffnen

Sachsen. Zum zweiten Mal haben sich Fahrlehrer aus ganz Sachsen zur Kundgebung in Dresden getroffen. Anders als zwei Wochen zuvor hatte diesmal sogar ein Politiker Zeit. Lars Rohwer (CDU) versprach, sich zu kümmern. Ein Datum steht im Raum.

Seit 14. Dezember dreht sich kein Rad in Sachsens Fahrschulen. Während sich die Wartelisten mit Fahranfängern füllen, geraten die Fahrschulen immer mehr in finanzielle Nöte.

"Man hat die Fahrschulen einfach vergessen. Bis heute haben wir keinerlei finanzielle Hilfe bekommen", erzählt Torsten Blümel, Fahrlehrer aus Weißwasser. Miete für die Unterrichtsräume, Leasing- und Finanzierungsraten für die Fahrzeuge, Gehälter usw. liefen aber weiter. Blümel lebt derzeit – wie viele seiner Kollegen – von privaten Rücklagen. "Lange funktioniert das nicht mehr", sagt er. Was er nicht versteht, warum Fahrschulen überhaupt per Verordnung schließen mussten?

Hygiene funktioniert

"Wir haben eines der strengsten Hygienesysteme: Maskenpflicht im Fahrzeug, Handschuhe für die Fahrschüler, Desinfektionen nach jeder Fahrt und regelmäßiges Lüften. Zudem lassen sich die Kontakte auch nachvollziehen, weil wir alles dokumentieren – wer, wann mit wem unterwegs war", so Blümel weiter.

Laut der aktuellen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung dürfen Fahrschulen ab 1. März wieder öffnen, jedoch unter Einschränkungen. Der Führerschein muss berufsbedingt erforderlich sein. "Davon profitiert höchstens ein Drittel der Fahrschulen im Freistaat, und zwar diejenigen, die sich auf die Berufskraftfahrerausbildung spezialisiert haben. Der Großteil gibt Theorie- und Fahrunterricht für Fahranfänger", sagt Thomas Adler, Fahrlehrer aus Pirna. Auch dass der Verordnung nach ein wöchentlicher Corona-Test für die Fahrausbilder verpflichtend wird, kommt mit Blick auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens nicht gut an. Für Lehrer und Kitapersonal beispielsweise ist dieser Test freiwillig.

Wann geht's los?

Unterdessen werden die Wartelisten mit Fahranfängern immer länger. "Jede Woche rufen mich Eltern an, wann es nun endlich losgeht", erzählt Fahrlehrer Matthias Posselt aus Zittau. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, warum in Brandenburg Praxis- und Theorieunterricht möglich ist, hier aber nicht – bei vergleichbaren Inzidenzzahlen. Seine Kollegin Marie Gerber aus Riesa bringt letztlich die Forderung der Branche auf den Punkt: "Wir wollen uneingeschränkt öffnen."

Anders als bei der ersten Kundgebung vor zwei Wochen war dieses Mal auch ein Landtagspolitiker vor Ort. "Ziel meiner Fraktion ist es, die Fahrschulen in die nächste Corona-Schutz-Verordnung mit reinzunehmen. Ich sehe ehrlichgesagt keinen Grund, warum sie nicht wieder öffnen sollten", sagte Lars Rohwer. Das könnte frühestens am 8. März passieren. Der wöchentliche Corona-Test für die Fahrlehrer sei seiner Ansicht nach nicht verhandelbar. "Ein strengeres Testregime ist mir lieber, als den Infektionen dann mühsam hinter zu rennen", so der CDU-Mann, der seinen Wahlkreis im Dresdner Westen hat. Seine Botschaft kommt an diesem Vormittag gut an. Es gibt Beifall.

"Wenn man dieser ganzen Sache etwas Positives abgewinnen will, dann vielleicht, dass die Fahrschulen in Sachsen in dieser schwierigen Zeit unglaublich zusammengewachsen sind", meint Fahrlehrer Adler aus Pirna. 

Hier gibt es ein Video.

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Wie Digitalisierung regionalen Unternehmen helfen kann

Spremberg. Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des Innenstadtwettbewerbs „Handel(n) für lebendige Innenstädte“ im Rahmen der IHK-City-Offensive Südbrandenburg gewonnen. "Die Auszeichnung ist für den City-Werbering eine große Ehre.", so City-Managerin Madlen Schwausch vom Wirtschaftsförderer-Team der ASG Spremberg. Es gab eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Silke Schwabe, Unternehmensbegleiterin bei der IHK Cottbus: „Dieser Onlineshop trägt einerseits dazu bei den ein oder anderen Umsatz der regionalen Unternehmen in Spremberg in diesem Jahr zu retten. Andererseits hilft es den Unternehmen dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, z.B. durch Schulungen im Bereich Onlinehandel“, begründete Silke Schwab die Wahl. Unter der Prämisse „Geh online und kauf regional“ wurde im Frühjahrslockdown für die Unternehmen innerhalb kürzester Zeit ein virtuelles Kaufhaus ins Leben gerufen. Auf dieser Onlineplattform können die Spremberger Gewerbetreibenden ihre regionalen Produkte platzieren und verkaufen. „Von Taschen, Spiritousen, Wollsachen, technischen Produkten wie Roboter, Dienstleistungen wie Botengänge über gastronomische Angebote biete dieser Onlineshop eine Menge Auswahl“, erklärt Madlen Schwausch. Außerdem können Gutscheine über den Shop erworben werden. Der Anstoß zu diesem Projekt kam im März des vergangenen Jahres, als Deutschland kurz vor dem ersten Lockdown stand. Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, betonte die Wichtigkeit dieses Onlinehandels in der aktuellen Zeit. „Es ist vielen deutlich geworden, dass es in Zeiten wie diesen ein gutes Mittel ist, um Kunden zu halten und Werbung für sich zu machen“. Die Bürgermeisterin freut sich vor allem, dass sich dieses Engagement von den Gewerbetreibenden in Spremberg heraus entwickelt hat – „Made in Spremberg City“ sozusagen. Auch die regionale Bevölkerung werde mit diesem Projekt sensibilisiert, die Unternehmen lokal vor Ort zu unterstützen und nicht nur Einkäufe bei den großen Internetriesen zu tätigen, die es nicht unbedingt nötig hätten, hofft Silke Schwab von der IHK Cottbus. Der Spremberger Onlineshop könnte in diesem Fall Vorbild für andere Städte und Gemeinden werden. Anfragen von anderen Kommunen zu diesem Projekt gab es schon. www.sprembergshop24.de Stark für die Lausitz Weitere Artikel, Statements und Geschichten aus der Region sind in der neuen Ausgabe des Magazins »Stark für die Lausitz« zu finden.Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des…

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