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Krankenhausreform

Sachsen. Die Krankenhausreform in Sachsen steht auf der politischen Agenda. Die Vorbereitungen auf die Gespräche zur »Zukunftswerkstatt Krankenhaus« starten jetzt. Das sagt die TK Sachsen dazu.

Nicht erst seit der Pandemie ist die Lage einzelner Krankenhäuser angespannt. Laut der aktuellen Roland-Berger-Krankenhausstudie wird der Umbruch im deutschen Kliniksystem durch die Corona-Krise beschleunigt. Den Kliniken wird empfohlen, ihr Geschäftsmodell aktiv, grundlegend und schnell zu überdenken. Auch in Sachsen steht die Krankenhaus-Landschaft auf der politischen Agenda.

»Vor allem geht es darum, die hohen Qualitätsstandards in ländlichen Regionen zu garantieren. Spezialisierung und Kooperation der Häuser und das in einer digitalen Infrastruktur bestimmen die Richtung. Versorgungsprobleme müssen wir künftig anders als bisher lösen und Mut für innovative Ideen entwickeln«, betont TK-Chefin Simone Hartmann.

Das Problem der Krankenhäuser

»Viele Patienten müssten nicht ins Klinikbett, wenn ihre chronische Erkrankung perfekt ambulant gemanagt würde. Beste Beispiele dafür sind Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Folgen seit Jahren in Sachsen zu einer überdurchschnittlichen Sterblichkeit führen«, so Hartmann. Studien belegen, dass mindestens 20 Prozent der Krankenhausfälle vermeidbar sind, wenn sie ambulant behandelt würden. Das jetzige System setzt dagegen massive Anreize für Kliniken, immer mehr stationäre Leistungen zu erbringen. Krankenhäuser versuchen damit, einen großen Teil ihrer Investitionskosten zu refinanzieren. Für diese Finanzierung ist eigentlich der Freistaat zuständig, der auch hier den Rotstift angesetzt hat. Bei der Krankenhaus-Reform in Sachsen muss diese ungebremste Wachstumsstrategie ungeschminkt auf den Tisch, so die TK-Forderung.

Vorschläge der TK zur Umwandlung

Die TK in Sachsen sieht für einige sächsische Kliniken mit seit Jahren rückläufiger Inanspruchnahme die Umwandlung in ländliche Gesundheitszentren. Diese Zentren vereinen die ambulante hausärztliche und fachärztliche Medizin mit einer stationären Abteilung inklusive Klinikbetten für chirurgische Eingriffe, Notfallbetreuung oder internistische Behandlungen. Auch Kurzzeitpflege, Pflegedienste, Physiotherapeuten oder Apotheker sind in die Zusammenarbeit eingebunden. Diese Struktur intern wie extern digital vernetzt, schafft die Möglichkeit, Spitzenmedizin auch in der Region anzubieten, ohne dass Patienten weite Wege auf sich nehmen müssen. In Sachsen könnten mindestens drei Krankenhäuser dafür in Frage kommen. Ein gutes Beispiel seien bereits die sächsischen Schlaganfall-Netzwerke.

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Stadtrat Appel: Lasst die Innenstädte nicht sterben

Bautzen. Der gestern tagende Stadtrat beschloss in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister einen dringenden Apel an Bund und Länder zu richten. Die Liste der Forderungen ist lang: So wird der Wunsch laut, die Öffnung des Handels, der Gastronomie sowie Kultureinrichtungen wieder unter nachvollziehbaren Inzidenzwerten und Hygienekonzepten zu ermöglichen, ausreichend Impfstoff für die Bevölkerung zu gewährleisten, Unterstützungsprogramme des innerstädtischen Handels voranzutreiben sowie umfassende Schnelltests von Schülern, Kitakindern, Lehrern und Erzieher zu ermöglichen. Abwägung von Gesundheitsschutz und Freiheit der Berufsausübung In dem Schreiben heißt es: „Gesundheitsschutz und Bekämpfung der Pandemie sind wichtig, die Gefahren durch das Corona-Virus sind nicht zu unterschätzen. Gerade deshalb muss eine Abwägung von Lockerung und Lockdown stetig erfolgen. Gesundheitsschutz darf nicht um jeden Preis gegen die grundrechtlich geschützte Freiheit der Berufsausübung ausgespielt werden“. Supermarktketten haben geöffnet, der Einzelhandel jedoch nicht Kritisiert wird auch, dass es nicht zu rechtfertigen sei, dass die Menschen unter wichtigen Auflagen - wie das Tragen von FFP2-Masken – in Supermärkten einkaufen gehen können, aber innerstädtische Einzelhandelsgeschäfte nicht öffnen dürfen. Ziel des Apelles ist es, ein Umdenken bei den Verantwortlichen von Bund und Länder zu erreichen. Der Beschluss wurde im Stadtrat mit 22 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen beschlossen. Der gestern tagende Stadtrat beschloss in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister einen dringenden Apel an Bund und Länder zu richten. Die Liste der Forderungen ist lang: So wird der Wunsch laut, die Öffnung des Handels, der Gastronomie sowie…

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