Krankes Gesundheitssystem - Teil 15

Sachsen. Das schreiben unsere Leser über ihre Erfahrungen mit Ärzten, Krankenkassen, mit dem Gesundheitssystem.

Was soll man zu Ihrem Artikel sagen. Wir hatten in der vorangegangenen Regierung einen Gesund­heitsminister, welcher zu­vor noch nie etwas damit zu tun hatte. Also sitzt er auf seinem Posten und lässt sich etwas diktieren, er weiss es ja vermutlich nicht besser. Die große Frage ist ohnehin, nach welchen Kriterien werden diese Leute ausgesucht.

Gesundheitssystem: Ich musste selbst sieben Monate auf der Inten­sivstation mit ansehen, dass der kranke Mensch, welcher wehrlos ist, nur eine Ware ist, mit der man viel Geld verdienen kann. Eine Betreuungs­vollmacht wird von den Ärzten übergangen und lügnerische Ausreden aufgetischt.

Und wenn man dann noch denkt, es hilft dir jemand, dann hast du dich auch noch gewaltig geschnitten. Mit großer Sicherheit ist das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ich kann nur sagen: Armes Deutschland, wo sind wir hingekommen.

Wenn ich dazu noch lesen muss, das der MDK die Abrechnungen prü­fen muss, stellt sich mir die Frage, was macht die Krankenkasse? Es gibt, glaube ich, mittlerweile in dem Land mehr Prüfer und Kontrolleure als Ar­beiter. Warum? Weil die Unehrlichkeit und Gier immer größer wird. Auch dies ist so gewollt!

Renate G.

Jede Woche fiebere ich schon Ihrer Ausgabe mit dem brisanten Thema „Krankes Gesundheits­system“ entgegen. In einer Zeit, wo der Maul­korberlass für Publikatio­nen und Reporter überall erfahrbar ist, schreiben Sie über ein derart aktu­elles Thema. Hochach­tung vor dem Wochen­kurier – ein kleines Blatt mit mehr Mut als all die Großen.

Mich persönlich bewegt besonders die angebliche „freie Arztwahl“ in unse­rem Land. Ich wohne auf einem kleinen Dorf und mein Hausarzt befindet sich 17 km weiter in Fins­terwalde.

Wenn ich, wie gegen­wärtig, mit Atemnot, star­ken Schmerzen in den Rippen beim Husten und stark geschwollenem Ge­sicht im Bett liege, dann kommt kein Hausarzt zum Hausbesuch, auch die Kassenärztliche Verei­nigung ist nicht zuständig und für einen Notarz­teinsatz sei es noch nicht schlimm genug, meint die Schwester vom Pfle­gedienst. Allein kann ich nicht fahren und alle Nachbarn sind zur Arbeit (gut, dass sie die haben).

Ich wollte schon vor längerer Zeit zur Ärztin im Nachbarort wech­seln, aber wurde nicht angenommen, weil diese schon zu viele Patienten hat. Also muss ich mit Atemnot hier im Bett liegen bleiben, hoffen, dass es besser wird und ich nicht ersticke, weil ich nicht schnell genug den Notarzt erreiche.

Ich bin 70 Jahre alt und da habe ich schon länger das Gefühl, ich sollte weg. Alte Menschen verursachen nur Kosten. Da bekommt man überall nur die Aussage „Aust­herapiert“, obwohl das nicht stimmt. Wenn es mehr Physiotherapie und zugeschnittene Kurse zur Selbsthilfe gäbe, dann könnte es ganz anders aussehen. Aber die vielen sogenannten Fitness­center machen sich nicht die Arbeit mit uns Alten – bei den Jungen haben sie weniger Arbeit und Zeiteinsatz.

Ganz wichtig wäre die Reduzierung der Kran­kenkassen, denn die schlucken auf Kosten ihrer Mitglieder nur Geld, wollen aber keines für uns alte Menschen aus­geben. Ebenso ungerecht und völlig marode ist das System zur Bezah­lung der Krankenhäuser, der Apotheken und der Heilpraktiker, die ja alles selbst erarbeiten müssen. Doch der alte Spruch »Wer heilt, hat Recht« stimmt noch immer. Die Spezialisierung im Ge­sundheitswesen hat ja einige Vorteile, aber die meisten Ärzte durchlau­fen eine völlig falsche Ausbildung, denn sie lernen nur Symptome zu behandeln, nicht die Ur­sachen. Und die kann ich nur behandeln, indem ich den Menschen als Gan­zes betrachte und dann entsprechend behandle, für Gespräche gibt man den Ärzten aber fast kein Geld.

Den Machern dieser Serie "Krankes Gesund­heitssystem" kann ich nur von Herzen danken und ihnen den Mut und die Kraft wünschen, noch weitere derartige Prob­leme in unserem Land anzufassen.

Christa Th.

Endlich lese ich mal diese wahren Worte. Genau das, was Dr. Bethke beschreibt, hatte ich in den letzten Jahren meiner beruflichen Tätigkeit in den Kran­kenhäusern erlebt. Fast jeder zweite bis dritte Arzt sprach gebrochen Deutsch. All die aus Osteuropa abgewanderten Ärzte hinterlassen große Lücken bei der Gesundheitsversor­gung der eigenen Bevölke­rung. Wir leben mittlerwei­le im 21. Jahrhundert und da müssten doch eigent­lich die Verantwortlichen wesentlich intelligenter vorgehen.

Hartmut M., Freital

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