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Plan gegen Lerndefizite

Sachsen. Quarantänemaßnahmen und Schulschließungen sind nicht ohne Folgen für Kinder und Jugendliche geblieben. Das Kultusministerium hat jetzt einen Plan vorgelegt, mit dem Lerndefizite beseitigt werden sollen. Für die Bildungsgewerkschaft GEW greift der aber zu kurz.

»Kein noch so guter Distanzunterricht kann Präsenzunterricht ersetzen«, sagt Sachsens Kultusminister Christian Piwarz. Schulschließungen belasten die Schülerinnen und Schüler nicht nur psychisch, sie haben auch zu Wissens- und Kompetenzdefiziten geführt. Um die zu verringern, hat das Kultusministerium nun einen Plan vorgelegt, der auf drei Säulen fußt: Lerndefizite feststellen, Schwerpunkte setzen und dafür Freiräume in den Lehrplänen schaffen, damit Versäumtes nachgeholt werden kann. Der Plan ist zuvor mit Schulleitern, Lehrerverbänden, dem Landeselternrat und dem Landesschülerrat diskutiert worden.

Durch die lange Zeit der Schulschließungen können nicht alle verpflichtenden Lernbereiche im Unterricht dieses Schuljahres behandelt werden. Deshalb hat das Ministerium für alle Schularten, Klassenstufen und Fächer eine Orientierung erarbeiten lassen, was in diesem Schuljahr behandelt sein sollte. Damit will man einheitliche Anknüpfungspunkte für das kommende Schuljahr schaffen. »Nicht vermittelte Lernbereiche können in reduzierter Form im nächsten Schuljahr 2021/2022 nachgeholt werden«, teilt das Kultusministerium mit. Dafür wird die Kultusverwaltung den Schulen im Juli 2021 Vorschläge unterbreiten, die mit weiteren Lehrplananpassungen verbunden sind.

Nicht alle Schüler haben die häusliche Lernzeit gleich gut bewältigt, der Wissensstand ist daher sehr unterschiedlich. Wie groß die Wissens- und Kompetenzlücken sind, soll durch Lernstandserhebungen ermittelt werden. Eine pädagogische Diagnostik mit Testaufgaben soll helfen, die Lernausgangslagen der Schüler zu ermitteln, um dann passende Unterrichtsangebote zu unterbreiten. Dafür bekommen die Lehrer im Juli 2021 pädagogische Angebote für das nächste Schuljahr zur Verfügung gestellt. Die Lehrkräfte sollen selbst entscheiden, wie sie die Aufgaben zur Bestimmung der Lernausgangslagen einsetzen. Das kann zu Beginn des Schuljahres aber auch im weiteren Verlauf geschehen.

Auch die Lehrpläne sollen angepasst werden. Sie geben verpflichtende Lernbereiche für rund zwei Drittel der Unterrichtszeit eines Schuljahres vor. Damit besitzen sie relativ große Freiräume. Um die versäumten, aber notwendigen Inhalte im nächsten Schuljahr nachholen zu können, sollen die Lehrpläne angepasst und bestimmte Inhalte gestrichen oder anders gewichtet werden. Anpassungen werden für alle Fächer und alle Klassenstufen und Schularten vorgenommen. Kein Fach soll jedoch komplett wegfallen. Die angepassten Lehrpläne sollen im Juli veröffentlicht werden.

GEW fordert mehr Personal

Die GEW Sachsen begrüßt die Pläne des Kultusministeriums grundsätzlich, sie greifen laut der Bildungsgewerkschaft aber zu kurz. Sie fordert, dass der Freistaat deutlich mehr Geld in die Hand nimmt. Neben groß angelegten Unterstützungsprogrammen und einer besseren digitalen Ausstattung sei es notwendig, mehr Personalstellen für Lehrerinnen und Lehrer, Assistenzkräfte, Schulpsychologie und Schulsozialarbeit einzuplanen.

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW: »Die bisherigen Pläne des Kultusministeriums werden der Dimension dieser Herausforderungen nicht ausreichend gerecht. Sie gehen davon aus, dass die Lehrkräfte das enorme Maß an entstandener Heterogenität ohne zusätzliche personelle Unterstützung bewältigen.« Die personelle Ausstattung der Schulen sei wegen fehlender Lehrkräfte schon vor der Pandemie nicht geeignet, Kinder und Jugendliche angemessen zu fördern. Nun komme die Lösung der entstandenen Probleme noch oben drauf, ohne dass die Klassen kleiner werden oder dass Klassen- und Schulleitungen ausreichend Zeit eingeräumt wird, um Eltern sowie Schülerinnen und Schüler individuell zu beraten.

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Genesene erhalten Nachweis vom Gesundheitsamt

Elbe-Elster. Mit dem Inkrafttreten der neuen COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (kurz: SchAusnahmV) des Bundes vom 9. Mai 2021, wurden Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt. Diese Gleichstellung hat zur Folge, dass bei bestimmten Ausnahmen von den Corona-Schutzmaßnahmen, bei denen ein negativer Test Voraussetzung ist, wie beispielsweise der Besuch beim Friseur, in bestimmten Geschäften oder bei Kultur- und Freizeitaktivitäten, nun auch dieselben Erleichterungen und Ausnahmen für Geimpfte und Genesene gelten, wie bisher für negativ getestete Personen. Wichtig: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie die Einhaltung von Abstandsgeboten bleibt auch für Geimpfte, Genesene und negativ getestete Personen weiterhin Pflicht. Als Nachweis für den Status Genesene wird ein positiver PCR-Test (oder ein anderer Nukleinsäurenachweis), der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt, benötigt. Hier gilt zusätzlich, dass die Freiheiten nur für Menschen ohne Covid-19-typische Krankheitssymptome gelten. Dazu gehören Atemnot, Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust. Genesene, die aktuell nicht im Besitz Ihres positiven PCR-Nachweises sind, können über genesenennachweis@lkee.de den Nachweis beantragen. Die Bearbeitung erfolgt nach Eingang zeitnah.  Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen. Der Nachweis einer vollständigen Impfung erfolgt über die Impfdokumentation. Das kann entweder der Eintrag ins gelbe Impfbuch sein, der Nachweis, den man beim Arzt oder im Impfzentrum erhalten hat – oder später auch der digitale Impfnachweis. Auch ausländische Impfzertifikate werden anerkannt. Voraussetzung ist aber, dass die Person mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft wurde. Je nach Impfstoff bedarf es ein oder zwei Impfungen für einen vollständigen Schutz. Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein. Zusätzlich darf man auch hier keine Symptome einer möglichen Covid-19-Infektion aufweisen. Mit dem Inkrafttreten der neuen COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (kurz: SchAusnahmV) des Bundes vom 9. Mai 2021, wurden Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt. Diese Gleichstellung hat zur Folge, dass bei bestimmten…

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