Sandro Paufler/asl

Ärztemangel auf dem Land

Bautzen. Die Bevölkerung altert, der medizinische Bedarf steigt, aber immer weniger Ärzte zieht es auf das Land. Die hier niedergelassenen Ärzte finden keinen Nachfolger für ihre Praxen und müssen diese schließen. Die Bundesärztekammer schlägt Alarm.

Viele Patienten sind lange Wartezeiten in ihren Hausarztpraxen gewohnt. In einigen Kommunen im ländlichen Raum kommt es noch dicker – statt langer Wartezeiten stehen die Patienten vor verschlossenen Toren. Geschlossen, weil kein Nachfolger gefunden wurde. Die Gründe für den Ärztemangel im ländlichen Raum sind vielfältig.

20 Prozent der Ärzte gehen in den Ruhestand

Ein Problem ist die Altersentwicklung der Ärzteschaft. Acht Prozent der Ärztinnen und Ärzte haben bereits das 65. Lebensjahr vollendet, zwölf Prozent waren bei der Befragung der Bundesärztekammer zwischen 60 und 65 Jahre alt. In den nächsten Jahren werden circa 20 Prozent der Ärzte in den Ruhestand gehen.

Auf der anderen Seite kommen nicht genügend Ärzte nach. Die Entwicklung der gemeldeten berufstätigen Ärzte stieg nur leicht an und diese können den Mangel nicht kompensieren. Dagegen stieg die Anzahl der Ärzte in sonstigen Bereichen auf sechs Prozent überproportional an. Allerdings stehen diese Ärzte der direkten Patientenversorgung nicht zur Verfügung.

Teilzeitarbeit verschärft das Problem

Teilzeitarbeit in Deutschland boomt, auch bei den Ärzten. Um 100 Vollzeitstellen zu besetzen, wurden im Jahr 2015 noch 108 Ärztinnen und Ärzte benötigt, zwei Jahre später waren es bereits 115 Mediziner. (Quelle Bundesärztekammer). Die Zahl der Ärzte ist zwar hoch, aber die zur Verfügung stehenden Arztstunden erhöhen sich nicht. Darüber hinaus beklagen die jungen Ärzte eine zunehmende Bürokratisierung, nicht angemessene Budgetierung und die schwache Infrastruktur auf dem Land, welche viele Mediziner abschreckt, eine Praxis zu übernehmen oder zu eröffnen.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben bereits Lösungsansätze erarbeitet. So können in unterversorgten Regionen Vergütungszuschläge gezahlt oder Umsatzgarantien für niederlassungswillige Ärzte ausgesprochen werden. Mit der Nachwuchskampagne »Lass dich nieder« sprechen die Kassenärztlichen Vereinigungen junge Mediziner an und unterstützen diese bei ihren Vorhaben.

Ausländische Ärzte helfen

Ebenfalls für etwas Entlastung sorgt die Einwanderung aus dem Ausland. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist im Jahr 2019 um rund 3.800 Personen gestiegen. Den größten Anteil machen Mediziner aus Rumänien, Syrien, Griechenland und der Russischen Föderation aus. Für den Bedarf nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn die Nachfrage nach ärztlicher Versorgung wird bis zum Jahr 2030 weiter moderat ansteigen.

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Raus aus dem Stillstand: Geisterfahrt für Giesl´a

Löbau. Bereits vor einem Jahr, am 13. März 2020, erwarteten die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde ihre frisch hauptuntersuchte Dampflok 52 8141-5 aus dem Dampflokwerk zurück und freuten sich auf ein Willkommensfest.  Es kam anders, die Willkommenstour wurde ein erstes Opfer der Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns. Alle geplanten Sonderfahrten der Frühjahrsaison, auch die Maschinenhaustage als eine der Haupteinnahmequellen des Vereins, mussten abgesagt werden. Die Zeit wurde genutzt, unter anderem ging die Lok zurück zur Garantiereparatur in das Meininger Dampflokwerk. Mit der Hoffnung auf die bereits geplante und gut gebuchte Herbst- und Adventsaison holten die Vereinsfreunde ihre „Giesl´a“ Mitte Oktober ein zweites Mal aus Meiningen zurück, die Wiederholung der Willkommenstour vom März war für das 3. Oktoberwochenende vorbereitet. Das Sonderzug-Wochenende „Willkommen 52 8141“ konnte am 17. und 18. Oktober 2020 gerade noch stattfinden, nach exakt 22 Jahren stand die Lok wieder unter Dampf bevor der zweite „Lokdown“ kam. Es musste das gesamte Herbst- und Adventsprogramm, bis hin zur beliebten Silvesterfahrt nach Dresden, komplett abgesagt werden. Wieder fielen alle Einnahmen für den Verein weg, die Betriebskosten sowie die erforderlichen Fahrzeugrücklagen für die Untersuchungen bleiben jedoch bestehen. Seit dem 19. Oktober 2020 steht die 52 8141 still und kalt im Löbauer Maschinenhaus.  Doch die Lok muss fahren, muss ihre Betriebstauglichkeit unter Beweis stellen. Aus diesem Grund haben sich die Eisenbahnfreunde entschlossen, eine Geisterfahrt mit Geistertickets in die Landeshauptstadt zu fahren. Giesl´a ist die letzte (betriebsfähige) ihrer Art Ihr Spitzname „Giesl´a“ geht auf eine technische Besonderheit zurück. Der österreichische Ingenieur Adolph Giesl-Gieslingen entwickelte 1951 eine, nach ihm benannte Saugzuganlage und bewirkte damit eine Leistungssteigerung verbunden mit Kohleersparnis. Die Deutsche Reichsbahn erwarb dieses Patent und stattete damit über 500 Lokomotiven aus. Auch die Reko-Lok 52 8141-5 war von 1968 bis 1981 mit einem Giesl-Ejektor ausgerüstet und ist heute in Deutschland die einzige betriebsfähige Dampflok mit dieser Saugzuganlage. Am 20. März startet der Geisterzug gegen 10 Uhr in Löbau zur Fahrt nach Dresden (Ziel ist der Hauptbahnhof) und zurück. Eine Mitfahrt im Zug ist leider ausgeschlossen. Jedoch werden sich viele Fotografen und Fans an einem regelspurigen Dampfzug nach mehr als vier Monaten Zwangspause erfreuen. Die symbolischen Geistertickets gibt es in mehreren Preisstufen und können online gebucht werden. Die Einnahmen dienen der Finanzierung der Bewegungsfahrt und weiterer Kosten. Bereits vor einem Jahr, am 13. März 2020, erwarteten die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde ihre frisch hauptuntersuchte Dampflok 52 8141-5 aus dem Dampflokwerk zurück und freuten sich auf ein Willkommensfest.  Es kam anders, die Willkommenstour wurde…

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