Sandro Paufler

Ärztin will in das alte Zollhaus ziehen

Sohland a. d. Spree. Das alte Zollhaus an der tschechischen Grenze hat eine neue Eigentümerin. Die Ärztin Dana Schmidt aus Sohland verrät neben ihren Plänen für das Anwesen weitere Rätsel um das historische Gebäude

Manchmal ist es Liebe auf den ersten Blick. Zumindest die Liebe zwischen einem alten, historischen Gebäude und einer jungen, engagierten Frau, die einem Haus wieder Leben einhauchen möchte. Es geht um das ehemalige Zollhaus im Sohländer Ortsteil Neudorf, welches direkt an der tschechischen Grenze steht und seit Jahren immer mehr verfällt. In den Anfängen des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude Zollbeamten, die den kleinen Grenzübergang zwischen Lipova - ehemals Hainspach - und Deutschland kontrollierten. Als sich im weiteren Verlauf die politische Lage so veränderte, dass Zollhäuser überflüssig wurden, gab es für das Gebäude an der Grenze keine weitere Verwendung mehr.

Zu viel fremde Leute auf dem Grundstück

In der Vergangenheit gehörte das Gebäude den Stadtwerken aus Cottbus ehe es an einem Privatbesitzer überging. Das mutige Projekt, vier Wohnungen zu errichten und das Gebäude zu sanieren, gab er auf. »Dem Vorbesitzer ist leider zu viel gestohlen worden«, erzählt die neue Eigentümerin Dana Schmidt. Auch ihr selbst sei das passiert. Immer wieder haben sich Unbekannte Zutritt auf ihr neues Grundstück verschafft – seit der Installation von Überwachungskameras herrscht Ruhe.

Rückzugsort, Arztpraxis und Wellnesoase in einem Gebäude

Dana Schmidt kommt aus Sohland und ist angehende Fachärztin mit Spezialisierung auf Akupunktur und chinesischer Medizin. Bei einem Spaziergang im Frühsommer letzten Jahres hatte sie das alte Zollhaus entdeckt. Nach einer Kontaktaufnahme mit dem ehemaligen Eigentümer konnte die Ärztin im Oktober das historische Gebäude mit einer Grundstücksfläche von 5.500 Quadratmeter kaufen. Die Pläne der jungen Frau sind ambitioniert: Im Erdgeschoss soll eine Ferienwohnung und später ihre eigene Arztpraxis entstehen. Eine Etage darüber baut sich die Hausherrin ihr neues Zuhause um. Im Keller werden Archiv und persönliche Wellnessoase unterkommen – vom Whirlpool und einer großen Sauna ist die Rede. Auch die Außenanlage mit großem Garten und Teich werden zur grünen Oase umgestaltet. »Ich liebe diese Idylle und Ruhe hier«, so die stolze Eigentümerin.

Geheime Räume geben Rätsel auf

Dass das Haus voller Rätsel steckt, beweisen alte Grundrisse. Denn neben dem Treppenhaus im Keller verbergen sich zwei kleine, versteckte Räume ohne Durchgang. Wie die Ärztin herausgefunden hat, waren das früher eine Speisekammer und eine Toilette gewesen. »Warum diese Räume zugemauert wurden, kann ich noch nicht beantworten«, so Dana Schmidt. Mit der neuen Eigentümerin hat das alte Zollhaus in Neudorf eine zweite Chance bekommen, mit dem Potenzial, eines der schönsten Anwesen in der Umgebung zu werden.

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Wie Digitalisierung regionalen Unternehmen helfen kann

Spremberg. Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des Innenstadtwettbewerbs „Handel(n) für lebendige Innenstädte“ im Rahmen der IHK-City-Offensive Südbrandenburg gewonnen. "Die Auszeichnung ist für den City-Werbering eine große Ehre.", so City-Managerin Madlen Schwausch vom Wirtschaftsförderer-Team der ASG Spremberg. Es gab eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Silke Schwabe, Unternehmensbegleiterin bei der IHK Cottbus: „Dieser Onlineshop trägt einerseits dazu bei den ein oder anderen Umsatz der regionalen Unternehmen in Spremberg in diesem Jahr zu retten. Andererseits hilft es den Unternehmen dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, z.B. durch Schulungen im Bereich Onlinehandel“, begründete Silke Schwab die Wahl. Unter der Prämisse „Geh online und kauf regional“ wurde im Frühjahrslockdown für die Unternehmen innerhalb kürzester Zeit ein virtuelles Kaufhaus ins Leben gerufen. Auf dieser Onlineplattform können die Spremberger Gewerbetreibenden ihre regionalen Produkte platzieren und verkaufen. „Von Taschen, Spiritousen, Wollsachen, technischen Produkten wie Roboter, Dienstleistungen wie Botengänge über gastronomische Angebote biete dieser Onlineshop eine Menge Auswahl“, erklärt Madlen Schwausch. Außerdem können Gutscheine über den Shop erworben werden. Der Anstoß zu diesem Projekt kam im März des vergangenen Jahres, als Deutschland kurz vor dem ersten Lockdown stand. Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, betonte die Wichtigkeit dieses Onlinehandels in der aktuellen Zeit. „Es ist vielen deutlich geworden, dass es in Zeiten wie diesen ein gutes Mittel ist, um Kunden zu halten und Werbung für sich zu machen“. Die Bürgermeisterin freut sich vor allem, dass sich dieses Engagement von den Gewerbetreibenden in Spremberg heraus entwickelt hat – „Made in Spremberg City“ sozusagen. Auch die regionale Bevölkerung werde mit diesem Projekt sensibilisiert, die Unternehmen lokal vor Ort zu unterstützen und nicht nur Einkäufe bei den großen Internetriesen zu tätigen, die es nicht unbedingt nötig hätten, hofft Silke Schwab von der IHK Cottbus. Der Spremberger Onlineshop könnte in diesem Fall Vorbild für andere Städte und Gemeinden werden. Anfragen von anderen Kommunen zu diesem Projekt gab es schon. www.sprembergshop24.de Stark für die Lausitz Weitere Artikel, Statements und Geschichten aus der Region sind in der neuen Ausgabe des Magazins »Stark für die Lausitz« zu finden.Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des…

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