kun

»Ein Fels in der Brandung«

Hoyerswerda. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen werden auch 2020 nicht weniger. Am Lausitzer Seenland Klinikum (LSK) bereitet man sich intensiv darauf vor.

 »2019 ist für uns ein gutes Jahr gewesen«, zog LSK-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg zum fünften Neujahrsempfang in dieser Woche Bilanz. 79,6 Millionen Euro Umsatz hat das Klinikum im vergangenen Jahr erzielt und dabei 21.448 Patienten (teil-)stationär sowie 37.675 ambulant behandelt.
Das Lausitzer Seenland Klinikum sei damit ein »Fels in der Brandung«, lobte Martin Jonas, Regionalgeschäftsführer der Sana Kliniken AG. Denn das gute Abschneiden sei keineswegs selbstverständlich in einer Krankenhauslandschaft, die inzwischen von Insolvenzen und Klinikschließungen geprägt ist.

Zusätzlich mache den Krankenhäusern die inflationäre Gesetzesflut das Leben schwer. »18 Gesetze in 18 Monaten hat das Gesundheitsministerium unter Jens Spahn auf den Weg gebracht«, so Martin Jonas. Deren Umsetzung, ergänzte Pflegedirektorin Birgit Wolthusen, stelle das SLK teilweise vor große Herausforderungen, wenn es beispielsweise um den enormen Aufwand geht, um die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung abzusichern.

Umso wichtiger sei es, die richtigen Weichen in die Zukunft zu stellen. Hier sei man dran, versicherte Jörg Scharfenberg. Nachdem im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Euro an Investitionen ins Seenland Klinikum geflossen sind und ein neues Qualitätsmanagement eingeführt wurde, will er das SLK in diesem Jahr weiter zum Gesundheitscampus entwickeln. Auch mit roboterassistierten Operationssystemen wird man sich in Hoyerswerda künftig beschäftigen. »Aber der Strukturwandel treibt uns tiefe Sorgenfalten auf die Stirn«, ergänzte Jörg Scharfenberg.

»Für den Strukturwandel haben wir bereits einige Projekte in der Schublade«, verriet Oberbürgermeister Stefan Skora. Gemeinsam mit den Unternehmen, an denen die Stadt Hoyerswerda Anteile hält, habe man sich Gedanken gemacht, wie sich die Versorgungssicherheit künftig gewährleisten lasse, sagte er. Ins Detail wollte er öffentlich aber nicht gehen, denn einen Patentschutz auf die Projekte gebe es nicht und zu groß sei die Gefahr, dass eine andere Kommune diese Ideen abkupfert.

Eine unausgesprochene, aber alle Anwesenden umtreibende Frage konnte Skora allerdings doch beantworten: Der Stadtrat könne noch in diesem Monat über den Verkauf von zwei weiteren Geschäftsanteilen am Klinikum an die Sana AG entscheiden, sagte der OB. Die Beschlussvorlage sei fertig.

»Ich wünsche den Leuten hinter den Schreibtischen die Weisheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen«, schloss Pete Dueckmann, der den Neujahrsempfang musikalisch begleitete, weise. Der singende Gesundheits- und Krankenpfleger aus Lemgo weiß nur zu gut um die Widrigkeiten, mit denen die Branche kämpft.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.