Sandro Paufler

Was passiert mit unserem Wald?

Bautzen. Der heimische Wald verändert sich. Doch wie sieht die Forstlandschaft der Zukunft aus? WochenKurier ging dieser Frage nach und sprach mit Fachleuten aus der Branche. Eins ist sicher: Den Wald, so wie wir ihn kennen, wird es künftig nicht mehr geben.

Auf dem 498 Meter hohen Berg, dem Picho, der zwischen dem Dorf Dretschen und der Stadt Wilthen liegt, gibt es eine ungewöhnliche Aussicht ins Tal. Es sind die gerodeten Waldflächen, die für Weitblick sorgen. Auch in anderen Gebieten des Landkreises geht die Umgestaltung des Waldes voran – Kahlschläge bestimmen immer mehr das Waldbild.

Kampf gegen Schädlinge

Betroffen ist der gesamte Landkreis Bautzen. Im Norden macht der Kiefernprachtkäfer den Kiefern schwer zu schaffen und im Süden treibt der Buchdrucker, eine Borkenkäferart, sein Unwesen in den Fichtenwäldern.

Unmengen an Holz aus dem Wald geschafft

Trauriger Rekord: Bereits über 279.000 Kubikmeter Schadholz wurden zwischen Sommer 2020 und Frühling 2021 aus den Fichtenwäldern im Landkreis gebracht. Vier Monate später mussten weitere 284.000 Kubikmeter Holz gefällt werden - Tendenz steigend. »Die extrem hohen Schadholz-Zugänge geben Anlass zur Sorge, dass der Höhepunkt des Ausmaßes noch nicht erreicht ist«, erzählt Thomas Sobczyk vom Kreisforstamt Bautzen mit bedenklicher Stimme.

Doch welche Baumarten folgen auf den gerodeten Flächen? »Ziel sollte es natürlich sein, Baumarten zu pflanzen, die voraussichtlich den künftig zu erwartenden klimatischen Veränderungen gewachsen sind. Außerdem müssen vermehrt Mischwälder und mehr Laubbäume angestrebt werden. (…) Grundsätzlich geht es nicht darum neue Baumarten zu pflanzen, sondern aus dem vorhandenen Baumartenspektrum die richtigen auszuwählen«, gibt Thomas Sobczyk zu wissen.

Fichtenwälder sind menschengemacht

Der Revierförster Norman Schaller, der für das Gebiet Sohland und Umgebung verantwortlich ist, ergänzt: »Die Waldung, die wir im Oberland und der gesamten Region haben, ist nicht natürlich. Es sind von Menschen gepflanzte Fichtenwälder, die ein Ziel hatten: die Produktion von Holz. Aus meiner Sicht ist die Fichte in Gefährdung, komplett verloren zu gehen. In 100 Jahren haben wir vorrausichtlich Mischwälder in unsere Region. Zwar wird es in Zukunft noch Fichtenbestände geben, allerdings nicht mehr in dieser Größenordnung.«

»Exporte ins Ausland müssen gestoppt werden«

Geschäftsführer Thomas Hensel, der ein Säge- und Hobelwerk im Gödaer Ortsteil Seitschen betreibt, appelliert an ein Umdenken in der Holzbranche: »Wichtig ist ein Umdenken in der Waldnutzung und der öffentlichen Wahrnehmung des Werkstoffes Holz. Die extreme Übererntung innerhalb der letzten drei Jahre wird in den kommenden Jahren zu einem massiven Holzmangel führen. Exporte ins Ausland und nach Übersee – vor allem von unverarbeitetem Rohholz – müssen sofort gestoppt werden. Es wäre jetzt wichtig, wieder zu einer regionalen Wertschöpfungskette zurückzukehren, bei der aus heimischen Wäldern wieder vor Ort die Menge Holz verarbeitet und hergestellt wird, die auch in der Region für Handwerker und Baustellen benötigt wird. Das ist echte Nachhaltigkeit, die Waldbesitz wieder lohnend macht, in der Region Arbeitsplätze sichert, bessere Verfügbarkeit von Holzbaustoffen ermöglicht und unnötige, umweltschädliche Transporte vermeidet«, so der Diplom-Ingenieur.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Eislöwen verteidigen Tabellenführung

Dresden. Die Dresdner Eislöwen haben ihr Auswärtsspiel bei den Löwen Frankfurt in der DEL2 einen 4:1-Auswärtssieg gefeiert und damit die Tabellenführung behauptet. Maximilian Kolb, Tomas Andres, Johan Porsberger und Timo Walther erzielten die Dresdner Tore. Die Eislöwen legten einen guten Start in die Partie hin. Timo Walther prüfte Jake Hildebrand im Frankfurter Gehäuse nach nur wenigen Sekunden. Nach gut fünf Minuten hatten die Dresdner den Torschrei auf den Lippen. Walther wurde mustergültig von Vladislav Filin bedient, aber der Puck wollte nicht über die Linie. So erging es auch Philipp Kuhnekath, der nach einem gelupften Zuspiel von Tomas Andres Hildebrand prüfte. Es ging hin und her, auch die Löwen kamen zu ihren Chancen, die Janick Schwendener aber zu vereiteln wusste. Machtlos war er in der 18. Minute. Nach einem Bullygewinn zog Kevin Maginot ab und versenkte den Punkt zur hessischen Pausenführung. Im zweiten Durchgang blieb es ein Spiel auf Augenhöhe zwischen zwei aktuellen Spitzenteams der Liga. Johan Porsberger hatte nach einem Solo den Ausgleich auf der Kelle, scheiterte aber an Hildebrand. In der 24. Minute war es aber passiert. Maximilian Kolb zog trocken von der blauen Linie ab und traf zum 1:1. Nachdem die Eislöwen ihr erstes Überzahlspiel nicht nutzen konnten, war es kurz darauf Tomas Andres (34.), der aus Nahdistanz die Führung für die Eislöwen besorgte. Kurz vor Drittelende brannte es noch einmal vor dem Tor von Schwendener. Mit vereinten Kräften verhinderten die Dresdner den 2:2-Ausgleich. In Unterzahl ging das Team von Trainer Andreas Brockmann ins dritte Drittel. Das dauerte aber nicht lang, weil sich die Gastgeber innerhalb von kürzester Zeit selbst zwei Strafen einhandelten. Als die Eislöwen wieder komplett waren, schlugen sie in doppelter Überzahl zu. Johan Porsberger traf zum 3:1 (43.). Die Eislöwen kontrollierten die Partie mit dem Zwei-Tore-Vorsprung und wenn Frankfurt aufkam, war Schwendener im Verbund mit der Eislöwen-Defensive zur Stelle. Als die Hessen Hildebrand für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahmen, besorgte Timo Walther mit einem Schuss ins leere Tor den 4:1-Endstand. Andreas Brockmann, Cheftrainer Dresdner Eislöwen: „Wir haben über 60 Minuten ein hervorragendes Spiel gemacht. Da war heute auch kein Glück dabei. Schon im ersten Drittel sind wir gut im Spiel und haben Chancen, bekommen dann aber nach einem Bully das Gegentor. Im zweiten Drittel drehen wir verdient das Spiel und lassen auch im dritten Drittel nicht mehr viel zu. Wir sind sehr froh über den Sieg.“ (pm/Dresdner Eislöwen) Hinweis: Aufgrund technischer Probleme können gegenwärtig leider keine Fotos angezeigt werden. Wir bitten um Verständnis.Die Dresdner Eislöwen haben ihr Auswärtsspiel bei den Löwen Frankfurt in der DEL2 einen 4:1-Auswärtssieg gefeiert und damit die Tabellenführung behauptet. Maximilian Kolb,…

weiterlesen