Sandro Paufler

Wir vermissen unseren Fußball

Bautzen. Der Corona-Virus macht vor den heimischen Fußballmannschaften des Bischofswerda FV 08 und Budissa Bautzen nicht halt. Doch wie gehen die Vereine mit der angespannten Situation um? Denn auch hier stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wer derzeit in Bischofswerda am Wesenitzsportpark hält, der steht vor verschlossenen Toren. Dahinter befindet sich das Heimstadion der Regionalligamannschaft aus Bischofswerda (BFV 08). Der Spielausfall trifft den Verein sehr hart. Benötigte Einnahmen haben sich reduziert, wogegen die Kosten im Wesentlichen erhalten geblieben sind. Der BFV 08 wird im großen Prozentsatz von Sponsorenbeteiligungen getragen. Durch den Ausfall des Spielbetriebes besteht für den Verein keine Möglichkeit eine Gegenleistung zu erbringen. Für alle Angestellten in der Geschäftsstelle ist Kurzarbeit angesagt. Die Mitarbeiter sind bestrebt, die täglichen Arbeiten in der gewohnten Qualität abzuarbeiten.

Individuelles Training im Wohnzimmer, statt auf den Platz

Trainer Erik Schmidt hat mit seinem Funktionsteam Trainingspläne für die Spieler entwickelt. Diese werden Woche für Woche konsequent abgearbeitet, damit jeder Spieler zum Trainingsbeginn gut in Form durchstarten kann. Auch das Präsidium ist im ständigen Kontakt mit den Spielern. Alle Beteiligten gehen mit der Situation sehr professionell um, so Pressesprecher des BFV 08 Bodo Lehnig. Der Traditionsverein aus „Schiebock“ hat die freie Zeit für Umstrukturierungen und der künftigen sportlichen Ausrichtung sinnvoll genutzt. Der BFV 08 möchte sich in Zukunft stärker auf den eigenen Nachwuchs konzentrieren, die Weiterentwicklung des soziokulturellen Zentrums Sport vorantreiben und die Schaffung von Ausbildungsplätzen ermöglichen.

Einschnitte bei Budissa Bautzen

Auch Budissa Bautzen steht vor großen Herausforderungen. Der Verein spielt aktuell in der Sachsenliga und steht auf Tabellenplatz vier. Der finanzielle Etat wird größtenteils von Spenden- und Sponsoreneinnahmen gewährleistet. Lediglich die Zuschauereinnahmen pro Spieltag werden für Personalkosten und Stadionmiete verwendet. Die Verantwortlichen im Verein setzen den Fußball erstmal an zweiter Stelle und zeigen Verständnis für die Unterstützer des Vereins. „Unsere Sponsoren müssen die schwere Situation selbst erst mal überstehen“, so Vizepräsident Sven Johne und ergänzt weiter: „Dank der Solidarität unserer Trainer und Spieler konnten wir die Kosten reduzieren.“ Dafür ist man bei Budissa sehr dankbar. Leider musste man sich von Mitarbeitern trennen. Sobald sich die Situation wieder beruhigt hat, werde man Gespräche für eine Fortführung der Zusammenarbeit besprechen, so das Statement der Geschäftsstelle beim Sachsenligisten aus Bautzen.

Die Trainer haben Trainingsempfehlungen den Spielern mitgegeben. Die Spieler sind engagiert beim Trainingsbeginn topfit an den Start zu gehen. Auch die Vereinsführung hatte sich eine Vision über die Zukunft des Vereins erarbeitet. „Ob diese nach der COVID-19-Pandemie noch angestrebt werden kann, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen“, so der Vizepräsident von Budissa Bautzen.

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