Rainer Könen

Rödersaal-Eröffnung verschoben

Team hofft auf Start im kommenden März

Großröhrsdorf. Der Veranstaltungsbetrieb im neuen Großröhrsdorfer Kulturzentrum sollte im Dezember starten. Wegen Corona wird daraus nichts.

Dumme Sprüche können nerven. Aber manchmal sind sie ganz schön klug. Zum Beispiel die Redewendung, dass das Leben eine Achterbahn sei, mal geht es hoch und dann wieder runter. Klingt abgedroschen. Beschreibt jedoch sehr treffend das derzeitige Leben in der Corona-Zeit. Mal werden die Beschränkungen gelockert, dann wieder kräftig angezogen. Je nachdem, wie hoch oder niedrig die Infektionszahlen gerade im Lande sind.

Als die neuen Betreiber des früheren  Großröhrsdorfer Kulturhauses in diesem Frühsommer ihre Pläne vorstellten, waren die Einschränkungen im öffentlichen Leben überschaubar. Sollte das ambitionierte Kultur-Projekt des neuen Eigentümers Robert Rumpel unter dem neuen Namen Rödersaal am 1. Dezember 2020 starten.

Ziel: Mit rauschendem Frühlingsball eröffnen

Mit einem sehr ambitionierten Veranstaltungsprogramm. Waren Schlagerpartys, Kinoveranstaltungen, Dinner- und Varieté-Shows in den ersten Monaten nach der Eröffnung geplant. Für Weihnachtsrevue und Silvesterball »hatten wir bereits etliche Karten verkauft«, erzählt Beate Dangrieß, die Geschäftsführerin der Rödersaal-Betreibergesellschaft. Aber als sich Ende Oktober ein weiterer Lockdown abzeichnete, musste das Rödertal-Team reagieren, sagte die Veranstaltungen ab. Man habe die Reißleine ziehen müssen, beschreibt die Geschäftsführerin, die davon erzählt, dass sich viele Menschen in der Region auf die Eröffnungs-Gala des »Kulti« gefreut hatten. Nun, die Vorfreude darf jetzt noch etwas länger ausgekostet werden. So es Corona zulässt, soll der Rödersaal am 20. März 2021 mit einem rauschenden Frühlingsball eröffnet werden. Auch der für den 12. Dezember 2020 geplante Tag der offenen Tür fällt wegen der Pandemie flach. Wer sich das neue runderneuerte Großröhrsdorfer Kulturhaus anschauen möchte, hat dazu am 6. März 2021 Gelegenheit. In der Zeit von 13 bis 17 Uhr kann man sich in dem sanierten Gebäude umsehen.

Bauarbeiten gehen gut voran

Man komme mit den Bauarbeiten derzeit gut voran, so Geschäftsführerin Beate Dangrieß. Schmuckstück des Gebäudekomplexes ist der große, rund 550 Plätze fassende Rödersaal im ersten Stock. Bemerkenswert ist hier die Farbgebung. Eigentümer Robert Rumpel hatte sich gemeinsam mit dem Denkmalschutz für ein sanftes Rot entschieden. Die Ballustrade ist in leicht getöntem Weiß gehalten. Ein Kontrast, der dem Saal eine behagliche Atmosphäre vermittelt.

Worauf Beate Dangrieß ebenfalls gerne hinweist, ist der Schwingboden. »Für Tanzveranstaltungen ist der ideal«, so die gebürtige Dresdnerin, die seit vielen Jahren  in Großröhrsdorf lebt und dort ein Gesundheits- und Kosmetikstudio betreibt.
Der Münchner Robert Rumpel hatte rund 6,5 Millionen Euro ins Kulturhaus investiert, will den Großröhrsdorfer Kulturtempel mit spannenden und ungewöhnlichen Veranstaltungskonzepten in die Zukunft führen.

Kulturzentrum 2.0 Großröhrsdorf

Fast zehn Jahre stand das »Kulti« leer, dessen Neustart nun von Covid-19 ausgebremst wird. Doch man gibt sich beim Rödersaalteam optimistisch, hofft aufs nächste Jahr und darauf, mit dem Frühlingsball in eine unterhaltsame Spielzeit starten zu können. Karten gibt es beim Ticketservice, der sich gegenwärtig in einem Container vor dem Ex-Kulturhaus befindet. Doch das Provisorium ist bald Geschichte: Mitte Dezember ziehen die Mitarbeiter des Ticketservice ins neue Kulturzentrum ein. Ein weiteres sichtbares Zeichen, dass es voran geht, mit dem Rödersaal in Großröhrsdorf.

  • 1905 wurde der Jugendstilsaal des späteren Kulturhauses eingeweiht.
  • Im Saal des ab den 1940er Jahren als »Kinoschau« bekannten Kulturhauses hatten 631 Besucher Platz.
  • 2010 wurden Kino und Kulturhaus geschlossen.
  • Im neuen Rödersaal finden bis zu 600 Besucher Platz, sind monatlich bis zu 25 Veranstaltungen geplant.
  • Besonderheit: Im Rödersaal wird auch Trapez-Artistik möglich sein. Dafür wurde eine Flugeinrichtung installiert.
  • Rund 200 Parkplätze werden im Umfeld des neuen Kulturhauses entstehen.
  • Beginn und Ende der Veranstaltungen sind mit Blick auf den Fahrplan der Züge zwischen Kamenz und Dresden ausgerichtet, die im nahen Bahnhof Großröhrsdorf halten und im 30-Minuten-Takt fahren.
  • Seit Juli ist bereits die Webseite www.rödertal.de freigeschaltet. Die Mailadresse info@rödersaal.de ist für Anfragen und Infos eingerichtet.



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