Henry Gbureck

"10 Euro sind 10 Euro"

Hoyerswerda. DAS beschäftigt unsere Leser: Ärger wegen doppelt bezahlter Praxisgebühr, WochenKurier hakt nach...

Kürzlich bat eine Leserin aus Spremberg den WochenKurier um Hilfe. Was Christa S. uns in ihrem Brief schilderte, kann doch so eigentlich gar nicht passiert sein... oder doch? Lesen Sie selbst:Meine Mutter ist mit ihren 87 Jahren "fit wie ein Turnschuh", sie hat lediglich ganze zwei Kontrolluntersuchungen im Quartal. Nun ist es aber so, dass sie pflichtbewusst - aber versehentlich - die Praxisgebühr bei beiden Besuchen bezahlt hat. Einmal am Anfang des Quartals, beim Hausarzt und einmal zum Ende des Quartals bei ihrer Augenärztin. Als ich ihren Fehler bemerkte, wollte ich ihn unkompliziert mit einer nachgereichten Überweisung aus der Welt schaffen. Fehlanzeige! In der Praxis der Augenärztin sagte man mir, dass der Vorgang bereits gebucht sei und somit nicht mehr rückgängig zu machen geht. Immerhin bekam ich die Empfehlung, in Zukunft besser auf meine Mutter zu achten. Danke schön!Doch als grundoptimistischer Mensch glaubte ich fest daran, dass die Krankenkasse meiner Mutter, die Knappschaft, mir entgegenkommt. Eine so große Krankenkasse wird sich doch nicht an zu viel gezahlten 10 Euro bereichern wollen. Ein Anruf brachte Klarheit: Bezahlt ist bezahlt, sagte man mir. Immerhin gab es auch hier wieder einen guten Rat: Ich möge es doch mal in der Augenarztpraxis versuchen. Super Idee, hätte man auch selbst drauf kommen können! Nach diesem tollen Vorschlag bat ich die Krankenkasse ganz offiziell um eine Prüfung des Falles.Ergebnis: Die Mitarbeiterin der Knappschaft beruft sich auf ein Gesetz und bedauerte, dass sie bei dieser Rechtslage meiner Mutter keine andere Entscheidung mitteilen könne. Ist das so? Wie ist die Rechtslage und gibt es bei Krankenkassen, die sich eigentlich dem Wohlergehen ihrer Klienten verschrieben haben, so etwas wie Kulanz? Vielleicht mögen es manche übertrieben finden. Aber sind die 10 Euro meiner Mutter die einzigen 10 Euro, die doppelt gezahlt und nach dem Motto "Pech gehabt" einbehalten wurden?        Christa S.

WochenKurier fragt nach. Wenn ich etwas doppelt bezahle, "aus Versehen" oder nicht, muss ich doch die Chance haben mein Geld zurück zu bekommen. Keine Leistung, kein Geld. Gilt dieser logische Schluss  nicht bei der Praxisgebühr? Umgehend erhalten wir Antwort von der  Krankenkasse "Knappschaft".  Die stellvertretende Pressesprecherin Claudia Müller  erklärt: "Ich kann Frau S.  gut verstehen, als Betroffener ist man furchtbar enttäuscht. Doch vom Gesetzgeber her ist es tatsächlich nicht vorgesehen, zu viel bezahlte Praxisgebühren zurück zu erstatten. Im Prinzip gibt es da überhaupt keine Spielräume. Trotzdem werden wir Frau S. ihre 10 Euro zurückzahlen. Fälle wie diese kommen übrigens sehr selten vor, da die Patienten in der Regel ihr Geld sofort vom Arzt zurück bekommen. Doch diese sind nun mal nicht dazu verpflichtet, sie zahlen aus Kulanz und nehmen den Verwaltungsmehraufwand in Kauf, um ihre Patienten nicht zu verärgern. (Foto: fotolia)

Angemerkt: Vielleicht nicht  unbedingt wegen dieses Leserbriefes - aber in diesem Kontext umso begrüßenswerter: Am Montag hat die Regierungskoalition nun endgültig die Praxisgebühr abgeschafft.

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Erfolgreiche Spendenaktion

Hoyerswerda. Die Ende November gestartet Spendenaktion »Spenden statt Böllern« des Hoyerswerdaer Zoos war ein voller Erfolg. Über 200 Tierliebhaber haben insgesamt 24.085 Euro für den Zoo Hoyerswerda gespendet. Das sind über ein Drittel der Einnahmeausfälle von November und Dezember. »Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft«, freut sich Eugène Bruins, der zoologische Leiter des Zoos, und führt weiter aus: »Wir hatten gehofft, einen kleinen Teil der Einnahmeausfälle ausgleichen zu können. Dass es aber nun so viel geworden ist, macht uns sprachlos. Wir danken allen Unterstützern und zünden für sie ein Feuerwerk der Herzen.« Mit der Spendenaktion folgte der Zoo dem Appell der Bundesregierung zum Verzicht auf Feuerwerkskörper und ermutigte dazu, das geplante »Böllergeld« lieber zu spenden und so gleichzeitig etwas für die Tiere, Umwelt und Gesundheit zu tun. Durch die coronabedingte Schließung des Zoos im November und Dezember gingen der Einrichtung geplante Einnahmen in Höhe von knapp 63.000 Euro verloren. Bereits im Frühjahr hatte der Zoo schon Verluste von 100.000 Euro durch die erste zwangsweise Schließung verkraften müssen. Für diese Einnahmeausfälle gab es keine Unterstützung der Bundes- oder Landesregierung. Insgesamt war der Zoo Hoyerswerda im Jahr 2020 an 107 Tagen ungeplant geschlossen – einmalig in der 61-jährigen Zoogeschichte. Auch das neue Jahr beginnt mit Einnahmeausfällen und einer ungewissen Perspektive. Der Zoo bleibt weiterhin geschlossen, hofft aber auf eine baldige Wiedereröffnung.Die Ende November gestartet Spendenaktion »Spenden statt Böllern« des Hoyerswerdaer Zoos war ein voller Erfolg. Über 200 Tierliebhaber haben insgesamt 24.085 Euro für den Zoo Hoyerswerda gespendet. Das sind über ein Drittel der Einnahmeausfälle von…

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Karrieretage finden online statt

Bautzen. Am 30. und 31. Januar werden sich rund 90 Arbeitgeber bei den ersten Oberlausitzer Karrieretagen präsentieren. Die regionale Messe für Arbeit, Ausbildung und Studium findet aufgrund der Corona-Einschränkungen unter www.oberlausitzer-karrieretage.de virtuell statt. Besonders interessant ist das Angebot für die Schulabgänger in den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Wegen Corona wurde die berufliche Orientierung in den letzten Monaten stark eingeschränkt. Aber auch diejenigen, die sich nach einer Arbeit in der Oberlausitz umschauen, sind bei den Karrieretagen richtig. Unter den Ausstellern ist von Großbetrieben und staatlichen Einrichtungen über KMU bis zu kleinen Handwerksbetrieben alles vertreten. Die Palette der beruflichen Möglichkeiten reicht von der Landwirtschaft über Gesundheit und Pflege bis in den kaufmännischen und kreativen Bereich. Regional verteilen sich die Aussteller auf die gesamte Oberlausitz. Interessierte können sich schon im Vorfeld über die Aussteller informieren und auch Kontakt mit ihnen aufnehmen. Der eigentliche Messetermin in Löbau ist auf den 25./26. September 2021 verlegt worden. Hierfür sind große Teile der Messehalle bereits belegt. Arbeitgeber können sich aber noch anmelden.Am 30. und 31. Januar werden sich rund 90 Arbeitgeber bei den ersten Oberlausitzer Karrieretagen präsentieren. Die regionale Messe für Arbeit, Ausbildung und Studium findet aufgrund der Corona-Einschränkungen unter www.oberlausitzer-karrieretage.de…

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