Silke Richter/mlh

Pauken im Lausitzbad

Hoyerswerda. Auf die geschlossenen Berufsschulen reagiert man in Hoyerswerdas Freizeitoase sehr flexibel. Das gefällt auch den Auszubildenden.

Das Lausitzbad hat zwar geschlossen, aber hinter den Türen wird dennoch gearbeitet und gelernt. Dort wo sich sonst Besucher in bequemen Liegestühlen ausruhen, sitzen Jana, Hannibal und Steffi und lösen konzentriert ihre Aufgaben. Mit 1,50 Meter Sicherheitsabstand. Die drei aufgestellten Tische und Stühle erinnern an einen Mini-Klassenraum, wenngleich die Badkulisse mit Schulcharakter schon etwas ganz Besonders hermacht. 

Die drei Auszubildenden hätten zu jenem Zeitpunkt eigentlich Unterricht in ihrer Berufsschule in Chemnitz, die, wie andere Einrichtungen seit Wochen geschlossen sind. »Also haben wir flexibel reagiert und die Azubis lernen ihre theoretischen Aufgaben für den Schulunterricht direkt bei uns im Lausitzbad«, meint Matthias Brauer. Freilich gibt es hier keine Schulglocke und der Unterricht gestaltet sich etwas freier als in der Schule. Aber Struktur, Rhythmus und Ansprechpartner vor Ort geben den zukünftigen Fachangestellten für Bäderbetriebe einen festen Rahmen, der in ihrem Alltag für die so wichtig gewordene Sicherheit sorgt.

All das macht es dem Nachwuchs sehr viel leichter, sich täglich den neuen Herausforderungen im Alltag anzupassen und sich für diesen Rhythmus auch disziplinieren zu können. Gute Voraussetzungen, die für alle Auszubildenden in der SWH-Unternehmensgruppe, zu dem auch das Lausitzbad gehört, geschaffen worden sind.

Für Hannibal Hafermann ist der gegenseitige Erfahrungsaustausch und das regelmäßige Treffen sehr wichtig geworden. Der 18-jährige Hoyerswerdaer hat sich ganz bewusst für eine Ausbildung im Lausitzbad entschieden. Ähnlich ist es bei Steffi Hefter aus Wittichenau, die sich bei der Wahl ihres Berufes keine Büroarbeit, wohl aber den täglichen Umgang mit Menschen und dem Element Wasser sehr gut vorstellen kann.

Am Lausitzbad schätzt die junge Frau vor allem das sehr gute Arbeitsklima und die vielfältigen Aufgabengebiete. Angefangen von Kursbegleitungen, Schwimmtraining, Beckenaufsicht, Tröster, Tränentrockner, Motivator und Animator beinhalte der Alltag sehr viel Abwechslung. Auch für Jana Madysa ist der angestrebte Beruf mit sehr viel Leidenschaft verbunden. Die 16-jährige aus Wittichenau engagiert sich bei der Wasserwacht in Kamenz und hat bereits eine Ausbildung zur Rettungsschwimmerin absolviert.

Die Ausbildung im Lausitzbad ist für die drei Berufsschüler auch eine gelebte Verbindung zu ihrer Heimatregion. Sabine Littwin freut sich über das Engagement des Nachwuchses.  »Wir haben mit den Auszubildenden einen guten Griff gemacht. Sie interessieren sich sehr für den Beruf und sind engagiert«, meint die Lausitzbad-Mitarbeiterin begeistert.

Gekocht wird auch während der Schließzeit

Natürlich wird im Lausitzbad auch gekocht. Gastronomieleiter Marko Böhme kennt die unterschiedlichen Vorlieben der Gäste. So ist Imbiss für zwischendurch genauso gefragt wie üppiger ausfallende Tellergerichte. Der Herd bleibt auch während der momentanen Schließzeit nicht kalt. Geht es doch auch für beiden Auszubildenden Isabell und Tobias regulär weiter. Denn auch im Lausitzbad kann man das Kochen unter professioneller Schulung erlernen.

Es duftet jetzt nach aromatischer Sauce und fein gewürztem Hackfleisch. Dazu wird es Spagetti geben.  Für das beliebte Pasta-Gericht ist Tobias verantwortlich. Der Azubi schätzt im Lausitzbad vor allem das Miteinander im Team, wie er sagt. Seine Ausbildung zum Koch sieht der Berufsschüler als Sprungbrett. Sein erklärtes späteres Ziel: Küchenchef. Ausbilder Marko Böhme weiß, dass die Ausbildung im Lausitzbad alle nötigen Voraussetzungen dafür schafft. Eine solide Basis auf der sich gut aufbauen lässt. Verschiedene Menüs und Buffetts, bei denen besonders viel Kreativität und professionelle Kochkünste unter Beweis gestellt werden können, sind vor allem zu besonderen Anlässen wie Silvesterpartys gefragt.

In diesem Schuljahr hat das Lausitzbad erstmals insgesamt fünf Auszubildende im Badewesen und im Gastronomiebereich. Und es sollen, laut Matthias Brauer, sogar noch mehr werden.  »Wir brauchen immer Nachwuchs. Auch wegen des bevorstehenden Umbaus und weil zwei Mitarbeiter demnächst in Rente gehen. Wir freuen uns auf Bewerbungen«, so der Lausitzbad-Geschäftsführer.  

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