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Feindbild DFB – ein Sachse macht mobil

Schmidtis ZEITLUPE

Dresden. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt

Während Dynamos Bundesliga-Zeiten Anfang der 90er Jahre wurde Deutschlands mächtigster  Sportverband nicht nur für die Fans in Dresden zu einem Feindbild: Die hiesigen Vereine fühlten sich vom DFB mindestens nicht gleichwertig beachtet, oft ungerecht behandelt und manchmal sogar bewusst benachteiligt.

Die Liste ist lang: Vier-Punkte-Abzug in der Bundesliga wegen betrügerischer Vorgänge durch Präsident Rolf-Jürgen Otto, Pokal-Ausschluss nach Ausschreitungen in Dortmund, obwohl der Gastgeber daran
genauso beteiligt war, immer wieder Geisterspiele, mit denen West-Vereine trotz gleicher Vergehen ihrer Anhänger – vor allem wenn es um den Einsatz von Pyrotechnik ging – nie bestraft wurden.

Ein Grund für dieses Dilemma: Der Osten war in Frankfurt/Main nie im erforderlichen Maß vertreten. Das soll sich jetzt ändern: Am 21. Januar wird ein neuer NOFV-Präsident gewählt, der automatisch DFB-Vizepräsident ist. Ein Kandidat für das mächtigste Amt in der ostdeutschen Kicker-Landschaft: Hermann
Winkler, der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes. Seine Stimme hat nicht nur wegen seiner Funktion in der Gegenwart Gewicht, sondern vor allem wegen seiner politischen Vergangenheit.
Immerhin saß Winkler von 1990 bis 2009 im Sächsischen Landtag, war Mitglied des Europäischen Parlaments und Staatsminister und Chef der Sächsischen Staatskanzlei. Vielleicht wird mit ihm der DFB ein Verband für alle Deutschen.

Podcast

Im Podcast »Schmidtis Overtime«: Stimmen zu Dynamos Start ins neue Jahr. Erst zwei Siege – Eislöwen weiter auf Talfahrt.

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