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Mit Smartphone am Steuer erwischt

Dresden. Die Polizei hat gestern in Dresden und Umgebung besonders genau hingeschaut, und zwar auf Verkehrsteilnehmer, die mehr mit ihrem Smartphone beschäftigt waren als mit dem Fahren. Der "Aktionstag Ablenkung" förderte aber auch noch andere Vergehen zu Tage.

Ablenkung von Verkehrsteilnehmern, insbesondere durch Handys und andere elektronische Geräte, ist immer häufiger Ursache für schwere Verkehrsunfälle. Beamte der Polizeidirektion Dresden nahmen das Phänomen deshalb beim gestrigen »Aktionstag Ablenkung« besonders ins Visier.

Von 10 Uhr bis 18 Uhr kontrollierten rund 60 Beamte an mehreren Stellen im Stadtgebiet Dresdens sowie auf den Bundesautobahnen den Verkehrsfluss. Neben Videotechnik kam auch ein ziviler Bus mit Polizeibeamten auf der Autobahn zum Einsatz. Darüber hinaus beteiligte sich das Polizeirevier Großenhain an der Kontrollaktion.

250 Ordnungswidrigkeiten festgestellt

Die Kontrollteams ahndeten 250 Ordnungswidrigkeiten. In 137 Fällen nutzten die Fahrzeugführer Handys, darunter waren auch acht Fahrradfahrer. Neun der Handyverstöße stellten die Beamten des Reviers Großenhain fest und elf die Einsatzkräfte im Bus auf der Autobahn. In einem Fall vertiefte sich der Fahrer eines Sattelzuges über längere Zeit in die Lektüre der Frachtpapiere. Zudem wurden 42 Autofahrer ohne Sicherheitsgurt festgestellt und 70 weitere Ordnungswidrigkeiten wie Rotlichtfahrten oder Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten geahndet.

Ablenkung steht immer öfter im Unfallprotokoll

Ablenkung hat nach Erkenntnissen der Dunkelfeldforschung inzwischen gravierendere Auswirkungen auf das Unfallgeschehen als etwa Alkohol und Drogen. Die Feststellungen im Gebiet der Polizeidirektion Dresden haben sich seit 2015 auf 3061 Delikte im Jahr 2020 verdoppelt. Diese Tendenz hält auch in diesem Jahr an. So entfielen im Jahr 2019 knapp sieben Prozent der bei der Aktion »Respekt durch Rücksicht – Radverkehr im Blick« festgestellten Ordnungswidrigkeiten auf Ablenkungsdelikte. Im Frühjahr 2021 waren es dagegen bereits knapp 30 Prozent.

"Wer im Straßenverkehr abgelenkt ist, entscheidet sich für einen Blindflug und gefährdet nicht nur sich selbst, sondern insbesondere andere Verkehrsteilnehmer. Das Schreiben von Nachrichten auf dem Handy während der Fahrt ist so gefährlich wie das Fahren unter Alkohol mit 1,1 Promille. Unsere Kontrollen zeigen, dass das Bewusstsein für die Gefahr Ablenkung teilweise völlig fehlt. Weitere Kontrollen sind erforderlich und werden erfolgen. Wer sich ablenkt spielt mit dem Tod. Lenken statt Ablenken", sagte Gerald Baier, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion.

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