Thomas Schmidt/asl

Schmetterlinge vor größtem Coup

Schmidtis ZEITLUPE

Dresden. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt

Ich habe in mehr als 30 Jahren als Sportjournalist schon viele Spiele erlebt, das 3:2 unserer Volleyballerinnen gegen Potsdam gehörte zu meinen spektakulärsten Erlebnissen in dieser Sportart. Es war ein bisschen wie im Rudolf-Harbig-Stadion vor fast zehn Jahren, als Dynamo Dresden im DFB-Pokal nach 49 Minuten 0:3 gegen Leverkusen zurücklag, durch Sebastian Schuppan und dem doppelten Robert Koch den 3:3-Ausgleich schaffte und dank Alexander Schnetzler in der Verlängerung 4:3 gewann.

Wunder, Auferstehung, Comeback – jedes dieser Schlagworte stand damals in den  Überschriften und passte auch jetzt für den Krimi der DSC-Schmetterlinge im Meisterschafts-Halbfinale. Nach dem 3:1-Auswärtssieg in der ersten Partie schien der Weg ins Finale geebnet, doch der Weg war dann doch steiniger, als gedacht. Die Gäste aus Potsdam führten 2:0 und hatten im vierten Satz drei Matchbälle. Die wehrten die Dresdnerinnen ab und tanzten schließlich nach dem 3:2 durch die MargonArena.

So eine erfolgreiche DSC-Saison war im Sommer nicht abzusehen. Viele neue Spielerinnen, darunter etliche junge mit Perspektive und vier aus den USA, dazu die Corona-Problematik inklusive Team-Quarantäne – die Vorzeichen standen alles andere als auf Titelrennen. Doch dann dominierten unsere Schmetterlinge die Hauptrunde und stehen nun vorm größten Coup seit Jahren. Der wäre auch ein Argument für Vertrags-Verlängerungen der von anderen Vereinen umworbenen Leistungsträger.

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