Carola Pönisch

Stadt nutzt Lagerhalle für Corona-Tote

Dresden. Immer mehr Infizierte sterben an oder mit Corona. Allein heute Mittag (13. Januar, 12 Uhr) meldet das Gesundheitsamt Dresden 33 Tote innerhalt von 24 Stunden, das ist ein neuer Höchstwert. Die Krematorien kommen nicht mehr nach und die Kühlhallen auf den Friedhöfen sind überfüllt.

Wohin mit den vielen Toten? Diese Frage stellt sich längst auch in der Landeshauptstadt. "Die Situation im Dresdner Krematorium bleibt angespannt. In der ersten Woche des neuen Jahres mussten wir so viele Verstorbene aufnehmen wie noch nie zuvor", bestätigt Bürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). "Täglich erreichen uns weiterhin etwa doppelt so viele Tote als es zu dieser Jahreszeit üblich ist. Von den mehr als 500 Verstorbenen, die Bestatter in der vergangenen Woche zu uns brachten, können wir im Moment etwa die Hälfte hier in Dresden einäschern."

Verträge mit Krematorien in  Thüringen und Niedersachen geschlossen

 Etwa 50 bis 60 Leichname werden normalerweise pro Tag im Krematorium Tolkewitz eingeäschert, jetzt sind es doppelt so viele. Pietät und Respekt vor den Verstorbenen und deren Angehörigen gebiete es, die Wartezeit bis zur Einäscherung so kurz wie möglich zu halten. Trotz dieser Anstrengungen wachse die Anzahl der Verstorbenen weiter an, die bisher nicht eingeäschert werden konnten. Deshalb hat die Stadt jetzt Verträge mit Krematorien in Thüringen und in Niedersachsengeschlossen, die noch Kapazitäten haben. "Der logistische Aufwand ist jedoch enorm."

Lagerhalle für Corona-Tote

Doch nicht nur das stellt Dresdens Bestatter derzeit vor große Probleme. Denn:Wohin mit all den Särgen? "Die Möglichkeiten in Kühlhallen und kühlen Räumen sind nahezu ausgeschöpft", so die zuständige Bürgermeisterin. Genutzt  werden müsse deshalb nun eine neu gebaute Halle auf dem Gelände des Straßen- und Tiefbauamtes an der Lohrmannstraße, die eigentlich der Lagerung von mobilen Hochwasserschutzelementen dient.

"Das Gesundheitsamt erlaubt die Nutzung zunächst befristet bis Mitte Februar, weil der Betrieb kühle Witterung voraussetzt. Zugleich arbeiten wir an einem kühlbaren Standort, falls sich die Lage bis zum Frühjahr nicht entspannen sollte.“

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Stadtrat Appel: Lasst die Innenstädte nicht sterben

Bautzen. Der gestern tagende Stadtrat beschloss in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister einen dringenden Apel an Bund und Länder zu richten. Die Liste der Forderungen ist lang: So wird der Wunsch laut, die Öffnung des Handels, der Gastronomie sowie Kultureinrichtungen wieder unter nachvollziehbaren Inzidenzwerten und Hygienekonzepten zu ermöglichen, ausreichend Impfstoff für die Bevölkerung zu gewährleisten, Unterstützungsprogramme des innerstädtischen Handels voranzutreiben sowie umfassende Schnelltests von Schülern, Kitakindern, Lehrern und Erzieher zu ermöglichen. Abwägung von Gesundheitsschutz und Freiheit der Berufsausübung In dem Schreiben heißt es: „Gesundheitsschutz und Bekämpfung der Pandemie sind wichtig, die Gefahren durch das Corona-Virus sind nicht zu unterschätzen. Gerade deshalb muss eine Abwägung von Lockerung und Lockdown stetig erfolgen. Gesundheitsschutz darf nicht um jeden Preis gegen die grundrechtlich geschützte Freiheit der Berufsausübung ausgespielt werden“. Supermarktketten haben geöffnet, der Einzelhandel jedoch nicht Kritisiert wird auch, dass es nicht zu rechtfertigen sei, dass die Menschen unter wichtigen Auflagen - wie das Tragen von FFP2-Masken – in Supermärkten einkaufen gehen können, aber innerstädtische Einzelhandelsgeschäfte nicht öffnen dürfen. Ziel des Apelles ist es, ein Umdenken bei den Verantwortlichen von Bund und Länder zu erreichen. Der Beschluss wurde im Stadtrat mit 22 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen beschlossen. Der gestern tagende Stadtrat beschloss in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister einen dringenden Apel an Bund und Länder zu richten. Die Liste der Forderungen ist lang: So wird der Wunsch laut, die Öffnung des Handels, der Gastronomie sowie…

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