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Stromausfall: Kurzschluss durch Ballon

Dresden. In Teilen der sächsischen Landeshauptstadt und den Städten im Umland kam es am frühen Montagnachmittag zu einem großflächigen Stromausfall. Bis zu 300.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Inzwischen gibt es erste Hinweise zur Ursache.

Update Dienstag 14.30 Uhr: Die Polizei sucht nun öffentlich nach Hinweisen zum Folienballon. Gemeinsam mit den zuständigen Elektrotechnikern stellten Kriminalisten die Reste des Ballons in einem Umspannwerk im Dresdner Stadtteil Zschachwitz fest. Offensichtlich war der Ballon zwischen zwei stromführende Leiter geraten und hatte einen Kurzschluss ausgelöst, der dann zum Stromausfall führte.

Die Polizei fragt: Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Vorfall gemacht? Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Update Dienstag: Grund für den Stromausfall war vermutlich ein Ballon. So wurden verschmorte Reste des Flugobjektes im Umspannwerk Dresden-Süd gefunden. Experten gehen davon aus, dass der metallbeschichtete Ballon einen Sammelschienenkurzschluss verursacht haben könnte. Ob dieser Ballon gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Einspeise-Umspannwerks Dresden Süd gelangte, wurde im Laufe des Abends von der Kriminalpolizei vor Ort untersucht. Die Beschriftung des Ballons deutet auf einen US-amerikanischen Ursprung hin (Hersteller). Außerdem ist die Firmenbezeichnung "Amscan International Ltd." zu lesen. Auch ein Warnhinweis wird gegeben: "Do not release outdoors or near electric powerlines -  may cause power outtakes" ("Nicht im Freien oder in der Nähe von Stromleitungen steigen lassen - das kann zu Stromausfällen führen").

Ampeln fielen aus, Straßenbahnen standen still, das Mobilfunknetz versagte seinen Dienst, Menschen steckten in Aufzügen fest: Gegen 14 Uhr war am Montag vielerorts in Dresden der Saft weg. Auch das Umland meldete Stromausfall.

Wie der Versorger "SachsenEnergie" mitteilte, war eine 110-kV-Anlage aufgrund einer Störung im Umspannwerk Dresden-Süd ausgefallen. Betroffen davon waren zunächst das Umspannwerk Altenberg, Ulberndorf, Leupoldishain, Heidenau, Dresden Süd Stadt und Land, die DB Energie und Pirna-Copitz. "Eine Störungsausweitung im Anschluss sorgte für einen Störungsausfall im gesamten Stadtgebiet Dresden sowie im Umspannwerk Radeberg, Radebeul, Radeburg, Weixdorf, Großröhrsdorf, Freital, Nossen und Döhlen", hieß es in einer Mitteilung. Bis zu 300.000 Haushalte und Unternehmen waren vorübergehend ohne Strom. Vielerorts war der Strom nach 20 bis 45 Minuten wieder da. Gegen 15 Uhr seien 95 Prozent der Haushalte wieder am Netz gewesen, hieß es bei SachsenEnergie.

Rettung aus Fahrstuhl

In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst gingen allein zwischen 14 bis 16 Uhr insgesamt 270 Notrufe aus der Landeshauptstadt Dresden, den Landkreisen Meißen sowie Sächsische Schweiz/Osterzgebirge ein – etwa 10 bis 15 mal so viel wie an einem normalen Tag. Insgesamt 34 Mal mussten Feuerwehr und Rettungsdienst ausrücken. 24 Fälle betrafen Personen, die in Aufzügen steckengeblieben waren. Der erste Notruf ging um 14.01 Uhr in der Leitstelle ein, wonach in einem Wohnhochhaus am Albert-Wolf-Platz eine Person in einem Aufzug stecken geblieben war. Sie wurde von der Feuerwehr aus ihrer Notlage befreit.

Weiterhin kam es zu vier Fehlalarmen durch automatische Brandmeldeanlagen. Im Georg-Arnold-Bad kam es zu einer Überflutung durch Abwasser, weil die Hebeanlage durch den Stromausfall nicht mehr funktionierte. Der Rettungsdienst wurde einige Male zu Patienten gerufen, bei denen die Heimbeatmungsgeräte durch den Stromausfall nur für eine begrenzte Zeit noch funktionierten.

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Kommentar von Joachim Piezuch
Tja, was soll man dazu sagen, da waren die Grünen am Werk! Es schien keine Sonne und Wind war auch keiner.
Die Kern- und Kohlekraftwerke waren schon abgeschaltet.