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"Unternehmer sind erwachsene Menschen"

Dresden. Viele Unternehmer sind mit ihrer Geduld am Ende. Das bekam auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bei einer Kundgebung auf dem Neumarkt zu spüren.

"Wer kann mir sagen, was hier gerade geschieht? Ich stell meine Fragen hier in diesem Lied. Wer weiß, wo es hingeht? Wer wird uns regieren? Wer sind die Gewinner? Und sag mir, wer wird verlieren?" Die pumpenden Beats hinter den ratlosen Strophen von Tom Reichel wollen an diesem Vormittag nicht so recht passen. Keiner der etwa 1.000 Gäste ist guter Laune, geschweige denn in Tanzlaune. Reichel auch nicht. Er selbst ist hauptberuflich Schuhverkäufer und seit einem Jahr in der Kurzarbeit.  Dass der 48-Jährige endlich wieder mal vor Publikum singen darf, hat er der Aktion "Leere Stühle" zu verdanken.

Kneipenbesitzer, Inhaber von Fitnessstudios und Fahrschulen, Einzelhändler, Akteure aus dem Tourismus – sie alle sind zum Polittalk auf den Neumarkt gekommen. Vor der Bühne sickert Bier aus einer Zapfanlage in den Boden, daneben werden Brautkleider auf einer Art Scheiterhaufen geworfen. Die Unternehmer wollen von Wirtschaftsminister Martin Dulig wissen, warum der Unternehmerlohn in Sachsen nicht gefördert und die Überbrückungshilfe 3 nicht vorfinanziert werden? Und wie es um die Personalausstattung bei der SAB steht? Vor allem aber: Wann sie wieder öffnen dürfen?

SAB gut aufgestellt

"Sachsen hat sich immer für den Unternehmerlohn gegenüber dem Bund eingesetzt, ist aber damit nicht durchgekommen", sagt der Minister. Andere Bundesländer hätten im letzten Jahr eigene Programme gestartet – in der Hoffnung, dass der Bund sie übernimmt. Diese Länder hätten dies aber eingestellt, als der Bund gesagt hat, dass er den Unternehmerlohn nicht mit aufnimmt, so Dulig weiter. Bei der Überbrückungshilfe 3, so Dulig weiter, sei der Unternehmerlohn in der Neustarthilfe mit berücksichtigt – partiell. Man käme jetzt aber langsam an beihilferechtliche Grenzen.

Dulig: "Wir als Staatsregierung haben entschieden, ein eigenes Überbrückungsprogramm zur Überbrückungshilfe. Wir waren bereit, 80 Millionen in die Hand zu nehmen, um es zwischen zu finanzieren. Das hätte man mit der Überbrückungshilfe 3 verrechnen können. Der Bund war dagegen." Die SAB sieht er personell gut aufgestellt. "Wo Anträge fertig geprüft da sind, wird innerhalb von 24 Stunden überwiesen", so Dulig.

"Ich habe es satt seitenweise Todesanzeigen zu lesen"

"Wir wollen arbeiten", raunt es durch die Menge als das Thema auf eine Öffnungsstrategie fällt. Dulig halt nichts davon, sich stur auf den Inzidenzwert zu konzentrieren. "Wenn das der Maßstab ist, bedeutet das, dass wir in Wochen und Monaten keine Öffnung haben", sagte er. Seiner Ansicht nach sei Testen und Impfen der bessere Weg. Seine Zuhörer sind davon wenig begeistert. "Wenn die Alternative ist, dass Sie jetzt öffnen, dann sind Sie die Garanten dafür, dass wir von Lockdown zu Lockdown gehen", so Dulig. Er habe es satt, seitenweise Todesanzeigen zu lesen. "Es geht um Leben und Tod. Das können sie nicht wegpfeifen. Das ist die Realität", versucht der Minister die aufgebrachte Menge zu übertönen. Sein Angebot: Gemeinsam einen Weg finden, um in absehbarer Zeit wieder öffnen zu können.

Multiunternehmer Wolle Förster will die Gefahr durch das Virus nicht wegreden. Er findet, dass man den Unternehmern durchaus mehr zutrauen könnte. "Das sind erwachsene Leute, die Verantwortung tragen und die Gäste schützen wollen", sagt er und bekommt dafür Applaus.

 

 

 

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Wie Digitalisierung regionalen Unternehmen helfen kann

Magazine. Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des Innenstadtwettbewerbs „Handel(n) für lebendige Innenstädte“ im Rahmen der IHK-City-Offensive Südbrandenburg gewonnen. "Die Auszeichnung ist für den City-Werbering eine große Ehre.", so City-Managerin Madlen Schwausch vom Wirtschaftsförderer-Team der ASG Spremberg. Es gab eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Silke Schwabe, Unternehmensbegleiterin bei der IHK Cottbus: „Dieser Onlineshop trägt einerseits dazu bei den ein oder anderen Umsatz der regionalen Unternehmen in Spremberg in diesem Jahr zu retten. Andererseits hilft es den Unternehmen dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, z.B. durch Schulungen im Bereich Onlinehandel“, begründete Silke Schwab die Wahl. Unter der Prämisse „Geh online und kauf regional“ wurde im Frühjahrslockdown für die Unternehmen innerhalb kürzester Zeit ein virtuelles Kaufhaus ins Leben gerufen. Auf dieser Onlineplattform können die Spremberger Gewerbetreibenden ihre regionalen Produkte platzieren und verkaufen. „Von Taschen, Spiritousen, Wollsachen, technischen Produkten wie Roboter, Dienstleistungen wie Botengänge über gastronomische Angebote biete dieser Onlineshop eine Menge Auswahl“, erklärt Madlen Schwausch. Außerdem können Gutscheine über den Shop erworben werden. Der Anstoß zu diesem Projekt kam im März des vergangenen Jahres, als Deutschland kurz vor dem ersten Lockdown stand. Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, betonte die Wichtigkeit dieses Onlinehandels in der aktuellen Zeit. „Es ist vielen deutlich geworden, dass es in Zeiten wie diesen ein gutes Mittel ist, um Kunden zu halten und Werbung für sich zu machen“. Die Bürgermeisterin freut sich vor allem, dass sich dieses Engagement von den Gewerbetreibenden in Spremberg heraus entwickelt hat – „Made in Spremberg City“ sozusagen. Auch die regionale Bevölkerung werde mit diesem Projekt sensibilisiert, die Unternehmen lokal vor Ort zu unterstützen und nicht nur Einkäufe bei den großen Internetriesen zu tätigen, die es nicht unbedingt nötig hätten, hofft Silke Schwab von der IHK Cottbus. Der Spremberger Onlineshop könnte in diesem Fall Vorbild für andere Städte und Gemeinden werden. Anfragen von anderen Kommunen zu diesem Projekt gab es schon. www.sprembergshop24.de Stark für die Lausitz Weitere Artikel, Statements und Geschichten aus der Region sind in der neuen Ausgabe des Magazins »Stark für die Lausitz« zu finden.Der City-Werbering-Spremberg e. V. und seine Partner haben für ihr Projekt „Regionale, virtuelle Onlineplattform - SprembergShop24.de“ Ende vergangenen Jahres den ersten Platz in der Kategorie „Projekte, Kampagnen und öffentlicher Raum“ des…

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