Zittau will die Kameras

Zittau. Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei seinem Zittauer Amtskollegen Thomas Zenkers anders aus. So sank beispielsweise die Zahl der Eigentumsdelikte 2020 im Vergleich zu 2019 in Görlitz um 19 Prozent, in Zittau stieg sie um 24 Prozent. Eine ähnliches Bild gibt’s bei den Fahrzeugdiebstählen: In Görlitz sank die Zahl um 42 Prozent (Rückgang von 120 auf 70 Fälle), in Zittau gab es einen Anstieg um 76 Prozent (von 38 auf 67 Fälle). Diese Zahlen führt die Polizei auch auf die in Görlitz eingesetzte Videoüberwachung zurück, die im August 2019 in Betrieb ging. Die hochauflösende Technik überwacht an derzeit fünf Standorten den grenzüberschreitenden Verkehr. Die aufgezeichneten Daten werteten die Ermittler bei entsprechenden Straftaten aus. In allen übrigen Fällen wird das Material nach 96 Stunden unwiderruflich gelöscht. Darüber hinaus steht den Kriminalisten seit Ende Februar 2021 eine mobile Variante dieser Technik zur Verfügung. „Der Anstieg dieser Kriminalitätskennzahlen in Zittau und Umgebung ist erschreckend und deutlich höher als nach den Vorwarnungen auf mögliche Verdrängung aus dem Görlitzer Raum zu befürchten war“, erklärt Thomas Zenker. Die Vorbereitungen für die Kameraüberwachung an wichtigen Routen im Zittauer Raum liefen zwar bereits, die notwendigen Entscheidungen im Haushalt des Freistaats und daran gekoppelte Ausschreibungen und Vergaben lassen aber noch einen längeren Zeitraum bis zur Umsetzung vermuten. Die Stadt hat dem Innenministerium in allen planungsrechtlichen Dingen Unterstützung zugesichert. Der Zittauer OB hat auch das Gespräch mit den polnischen und tschechischen Nachbarkommunen gesucht: „Wir sind uns einig, alle wollen diese Technik und die Unterstützung der Soko Argus sowie weitere bi- und trinationale Polizeizusammenarbeit – wir brauchen neue Wege zur erfolgreichen Kriminalitätsbekämpfung in unserer Region. Das ist unser nachbarschaftliches Miteinander eine wichtige Grundlage.“  Bis zur Errichtung von Kameratechnik in Zittau dürfte es jedoch noch mehr als ein Jahr dauern, sodass Zenker eine weitere negative Entwicklung für Zittau befürchtet. „Der Freistaat muss deshalb sofort konsequent handeln, sonst ist der sichtbare Erfolg im Görlitzer Bereich nur ein teuer erkaufter und fauler Kompromiss.“ Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei…

weiterlesen

Warum einige Eltern die Testpflicht ablehnen

Schleife. „Und was hat eure Kindheit geprägt, liebe Eltern, Lehrer und Schulleiter?“ stand in großen Lettern geschrieben. Es war eines von mehreren Plakaten, das Eltern am 11. April vor dem Deutsch-Sorbischen Schulkomplex in Schleife aufhängten. Sie wollten damit gegen die Testpflicht an Schulen Protestieren. Etwa 50 Eltern hätten sich an der Aktion beteiligt, erzählt uns eine Mutter. Eines ihrer Kinder besucht die 6. Klasse. Bei der Protestaktion selbst war sie nicht dabei, half aber bei der Organisation. Sie erzählt uns am Telefon, was die Eltern umtreibt. Sie könne verstehen, dass zur Eindämmung des Virus Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die Testpflicht bereitet ihr und den anderen Beteiligten aber Sorgen. „Es sollte immer so sein, dass letztlich die Eltern für ihre Kinder entscheiden." Den Eltern bereite beispielsweise Sorge, was es mit den Kindern macht, wenn sie vor versammelter Klasse nach einem positiven Ergebnis „abgeführt“ werden. Auch die Tatsache, dass die Tests von den Schülern selbst durchgeführt werden, halten die Eltern für schwierig. Ob die Jüngsten den Test schon korrekt durchführen können bezweifeln sie ebenso wie die hundertprozentige Ernsthaftigkeit einiger Jugendlicher. „Ein Spucktest wäre hier doch viel besser. Einfach in einem Becher spucken bekommt jedes Kind hin." Sachsen hat zwar die Möglichkeit eingeräumt, die Kinder auch zu Hause zu testen und dann das Ergebnis per Selbstauskunft (dazu gibt es ein Formular zum Download) an die Schule zu übermitteln, allerdings müssen die Tests dann von den Eltern finanziert werden, was sich bei rund 5 Euro pro Test nicht jeder leisten kann. Außerdem kann man sein Kind auch vom Präsenzunterricht abmelden. Aber auch das ist aus Sicht der Eltern, die in Schleife protestiert haben, keine vernünftig umgesetzte Option. „Die Kinder bekommen dann nur noch einen Bruchteil der Aufgaben." Auch sei es so, dass immer wieder Mails aus der Schule kommen, die für Druck sorgen. Darin stehe dann beispielsweise ein Termin für die nächste Klassenarbeit und der Hinweis, dass das Kind keine Note bekommen könne, wenn es die Arbeit nicht mitschreibt. „Es gibt aber noch nicht mal eine klare Aussage dazu, was letztlich passiert, wenn das Kind wegen Homeschooling die entsprechenden Noten nicht hat.". Es sind diese und viele andere Unsicherheiten, die die Eltern zu der Protestaktion veranlasst haben. Man verstehe nicht, warum das Homeschooling nicht weiterhin in vollem Umfang angeboten wird, schließlich habe es doch in Zeiten der Schulschließung auch funktioniert. „Man könnte auch einfach eine Webcam ins Klassenzimmer hängen.“ So könnten alle Kinder den Lehrer sehen, nicht nur die, die in der Schule sind. Betonen wolle man, dass man sich mit der Aktion nicht gegen die Lehrer an den Schulen richtet. "Ich vermute, einige Lehrer haben sich angegriffen gefühlt. Aber die Aktion ging nicht gegen die Schule." Klagen gegen Testpflicht Alleine steht die Gruppe mit ihrem Protest nicht da. In Sachsen-Anhalt wurde die Testpflicht in der vergangenen Woche sogar ausgesetzt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hatte einem Eilantrag von Eltern stattgegeben. Hintergrund ist die Corona-Eindämmungsverordnung des Bundeslandes. In der war die Testpflicht vergangene Woche noch nicht geregelt. Das Bildungsministerium hatte daher einen Erlass herausgegeben. Die Testpflicht so zu regeln, sei aber laut Entscheidung des Gerichts unzulässig. Das heißt allerdings nicht, dass die Testpflicht unzulässig ist. Sie muss nur in der Eindämmungsverordnung geregelt werden. Auch in Sachsen war bereits Mitte März mehrere Eilanträge gegen die Testpflicht eigereicht worden. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht lehnte die Anträge allerdings ab. Hinweis: In einer ersten Version des Artikels war der Name der Mutter, mit der wir gesprochen haben, noch genannt. Sie hat uns aber gebeten, ihren Namen nicht im Text zu schreiben. Dem sind wir nachgekommen. „Und was hat eure Kindheit geprägt, liebe Eltern, Lehrer und Schulleiter?“ stand in großen Lettern geschrieben. Es war eines von mehreren Plakaten, das Eltern am 11. April vor dem Deutsch-Sorbischen Schulkomplex in Schleife aufhängten. Sie wollten…

weiterlesen

Sieben Füchse verlassen Weißwasser

Weißwasser/O.L.. Auch in Weißwasser stehen nach dem Ende der Hauptrunde und den verpassten Playoffs die Personalplanungen für die kommende Saison an. Sieben Spieler werden den Club aus der Lausitz zum jetzigen Zeitpunkt verlassen. Mit Jonathon Martin und Andrew Clark verlassen zwei Spieler die Füchse, die erst im Dezember 2020 bzw. im Januar 2021 nachverpflichtet wurden. Während Martin, der in 37 Spielen 24 Scorerpunkte sammelte mit unbekanntem Ziel die Füchse verlässt, konnte Clark in seinen 27 Spielen sehr oft seine Klasse unter Beweis stellen und immerhin auf 38 Punkte in der Scorer-Wertung verweisen. Er wird sich jedoch künftig auf sein Studium konzentrieren. Auch Nick Walters und Rylan Schwartz spielen nicht mehr für die Lausitzer Füchse. Walters absolvierte in der abgelaufenen Saison 45 Spiele und kam auf 10 Scorerpunkte, nahm jedoch das ihm unterbreitete Vertragsangebot nicht an. Rylan Schwartz, der nach dem Wechsel von Kale Kerbashian der Clever Fit Top Scorer der Füchse war, erzielte in 42 Spielen 46 Punkte. Er verlässt die Füchse mit unbekanntem Ziel. Mit Ondrej Pozivil, Tomas Andres und Mac Carruth wechseln jedoch auch drei Spieler den Verein, die bereits seit 2019 im Füchse-Kader standen. Pozivil, der 2019 aus Ravensburg nach Weißwasser kam, erzielte in 84 Spielen 35 Punkte. Ihn warfen jedoch immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle zurück. Tomas Andres absolvierte insgesamt 98 Spiele für die Blau Gelben und kam dabei auf 62 Scorerpunkte. Und auch die Nummer eins der Goalies, Mac Carruth, verlässt Weißwasser nach zwei Jahren. In den 81 Spielen für die Füchse zeigte er stets seine überragende Klasse und professionelle Einstellung. Da die Lausitzer Füchse für die kommende Saison eine Lösung mit deutschen Torhütern erwägen und planen und auch der Erhalt des deutschen Passes für Mac weiterhin ungewiss ist, einigte man sich darauf, den Vertrag nicht zu verlängern. (pm/Lausitzer Füchse)Auch in Weißwasser stehen nach dem Ende der Hauptrunde und den verpassten Playoffs die Personalplanungen für die kommende Saison an. Sieben Spieler werden den Club…

weiterlesen

Welche Orte sollen aufs Lausitz-Monopoly?

Bautzen. Mehr als 5.000 Menschen haben ihre Ideen für die Gestaltung der Monopoly Edition Lausitz bei den Spieleentwicklern eingereicht. So sind seit der ersten Präsentation im Februar mehr als 130 Lausitzer Orte und Gemeinden zusammengekommen. Neben den großen und bekannten Städten wie Cottbus, Bautzen und Görlitz sind auch kleinere Orte wie Gablenz, Kottmar oder Rammenau im Rennen um einen Platz auf dem Spielbrett dabei. Ebenfalls vorgeschlagen wurden zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Kartentexte. Dazu zählen »Klassiker« wie die Ortenburg in Bautzen oder die Zittauer Schmalspurbahn und »Geheimtipps« wie das Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte oder die Holzhäuser in Niesky. »Wir sind überwältigt von der Resonanz der Lausitzerinnen und Lausitzer. Egal ob über unsere Website, über Facebook oder per Post: Viele Einwohnerinnen und Einwohner der Lausitz haben mitgemacht und tolle und witzige Ideen entwickelt«, sagt Florian Freitag von der Agentur polar 1, die das Spiel entwickelt. Jetzt können die Lausitzer darüber entscheiden, welche der mehr als 130 vorgeschlagenen Orte und Gemeinden es tatsächlich aufs Spielfeld schaffen. Nur für 22 Orte ist Platz. Bis zum 30. April kann auf der Website www.lausitz-spiele.de abgestimmt werden. Jeder hat genau drei Stimmen und kann täglich einmal abstimmen. »Welche Orte es dann tatsächlich aufs Spielfeld geschafft haben, wird zur Präsentation des Spiels in einigen Monaten feststehen«, ergänzt Florian Freitag. Gemeinsam mit Partnern aus der Lausitz wird bis dahin an der Gestaltung des Spiels gearbeitet. So sollen unter anderem bekannte Sehenswürdigkeiten und Fotomotive der Lausitz auf Spielkarton und Spielbrett abgebildet werden.Mehr als 5.000 Menschen haben ihre Ideen für die Gestaltung der Monopoly Edition Lausitz bei den Spieleentwicklern eingereicht. So sind seit der ersten Präsentation im Februar mehr als 130 Lausitzer Orte und Gemeinden zusammengekommen. Neben den…

weiterlesen

Terminplaner made in Görlitz

Görlitz. Wenn niemand die passende Lösung anbietet, dann muss man sie eben selbst entwickeln. Zweieinhalb Jahre war Claudia Döring Marketingleiterin am Gerhart-Hauptmann-Theater. Das verlangt gute Organisation und Planung und das für zwei Häuser, eines in Zittau und eines in Görlitz. „Ich habe es mit vielen digitalen Lösungen versucht, letztlich waren mir alle zu unflexibel“, erzählt die Görlitzerin. Sie ging zurück zur analogen Lösung, entwickelte dafür eigene Vorlagen, mit denen sich der Terminplaner nach den eigenen Wünschen anpassen lässt. Das funktionierte. Im März 2021 machte sich die 31-Jährige schließlich mir ihrem Unternehmen fraeulein artista selbstständig. Ein Schritt, den sie schon länger geplant hatte. Auf ihrer Website bietet sie handgebundene, individuell gestaltete Bücher und auch Onlinekurse und Webinare. Hauptprodukt ist allerdings „journa“, ein Tagesplaner im Ringbuchformat, der sich individuell gestalten lässt. Er wird von fraeulein artista selbst entworfen und anschließend in Handarbeit hergestellt. „Meine Vision ist, kreativ und ästhetisch Denkende dabei zu unterstützen, sich selbstbestimmt zu entfalten.“ Tages-, Wochen- und Monatsplan, Essens- und Finanzplan – mit vielen unterschiedlichen Vorlagen lässt sich der Alltag strukturieren.  Wichtig ist Claudia Döring dabei Nachhaltigkeit. Das Cover wird aus Holz hergestellt. Das macht das Ringbuch besonders Robust. In Zukunft will sie auch andere Materialien anbieten, beispielsweise aus Acrylglas. Doch dazu braucht es Unterstützung. Auf Startnext, einer Crowdfunding-Plattform für die Finanzierung von Ideen, Projekten und Startups, hat die Görlitzerin eine Kampagne gestartet. Sie hofft, darüber einen Laser-Cutter finanzieren zu können, der ihr bei der Gestaltung ihrer Produkte mehr Möglichkeiten bieten würde. Wie bei Crowdfunding-Kampagnen üblich, gibt es je nach Betrag, den der Unterstützer investiert, verschiedene Gegenleistungen. Die reichen von der individuell gestalteten Postkarte, über verschiedene Vorlagen für den Planner (die es teils ausschließlich im Rahmen der Kampagne, nicht aber im Shop gibt) bis hin zu individuell und nach Absprache mit dem Unterstützer gestalteten Vorlagen. Wer das junge Görlitzer Unternehmen unterstützen will, kann das bis 4. Mai auf www.startnext.com/en/journa tun. Weitere Infos gibt’s auch auf https://fraeuleinartista.de. Wenn niemand die passende Lösung anbietet, dann muss man sie eben selbst entwickeln. Zweieinhalb Jahre war Claudia Döring Marketingleiterin am Gerhart-Hauptmann-Theater. Das verlangt gute Organisation und Planung und das für zwei Häuser, eines in…

weiterlesen