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Eine Woche Plastikfasten

Görlitz. Plastikmüll ist gerade ein bestimmendes Thema. Ihn komplett zu vermeiden ein aussichtsloses Unterfangen. Doch etwas tun können wir alle. Der BUND will mit einer Aktionswoche Menschen sensibilisieren. Und Erfahrungen sammeln.

Der Salat steckt in einer Plastikschale mit extra Plastiktütchen fürs Dressing, die Ananas liegt fertig geschnitten im Plastikbecher, die Kekse kommen zwar im Pappkarton, sind aber alle einzeln in Folie eingeschweißt – Plastik begegnet uns im Alltag überall, nicht nur als (unnötige) Verpackung in den genannten Beispielen. Damit einher geht auch das Problem einer immer weiter wachsenden Belastung durch Plastikmüll.

Die Görlitzer Ortsgruppe des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will auf das Thema aufmerksam machen und bereitet deswegen eine Aktionswoche vor. Die wird mit einer Müllsammelaktion, einem Vortrag und einer Filmvorführung von drei Veranstaltungen (siehe Extrakasten) umrahmt. Im Mittelpunkt steht allerdings eine Aktion, die sich um die Frage dreht, wie man mit kleinen, einfachen Veränderungen den eigenen Plastikverbrauch reduzieren kann.

„Wir wollen nicht, dass Plastik verboten wird, wir wollen auch nicht mit dem Finger auf Menschen zeigen, die Plastik verwenden, das machen wir schließlich auch jeden Tag. Es geht darum, zu schauen, wo es vielleicht Alternativen zur Plastikverpackung gibt“, sagt Jördis Heizmann von der BUND-Ortsgruppe Görlitz. Die Idee der Aktionswoche: Gemeinsam sieben Tage lang den Plastikverbrauch so weit herunterzuschrauben, wie es eben machbar ist. Dazu schreibt die Ortsgruppe momentan viele Läden, Einrichtungen und andere Unternehmen an, die sich vorstellen können, ihren Konsum an Plastik zu überdenken und alternative Wirtschaftswege zu finden, oder die bereits (teilweise) „plastikfrei“ leben bzw. wirtschaften. Die werden in einer Broschüre gelistet und erhalten einen Aufkleber, der sie als Teilnehmer an der Aktion ausweist. Die Broschüre wiederrum soll an alle Menschen verteilt werden, die sich an der Aktion beteiligen wollen. Die erhalten so eine Hilfestellung für die Plastikvermeidung.

„Uns würde es freuen, wenn die Menschen nicht nur beim Plastikfasten mitmachen, sondern ihre Erfahrungen auch mit uns teilen. Uns interessiert es natürlich, welche Gedanken sich die Teilnehmer im Vorfeld machen, was sie wirklich umsetzen konnten und wie die Woche insgesamt für sie lief“, sagt Mandy Kriese, ebenfalls Mitglied der Ortsgruppe. Die Broschüre wird für Görlitz erstellt, mitmachen und die Erfahrungen mit dem BUND teilen kann aber natürlich jeder. Kontakt aufnehmen kann man über bund.goerlitz@bund.net.

 

Aktionswoche: 19. bis 26. September

  • Donnerstag, 19. September, 19 Uhr: Vortrag zum „Plastikatlas“ des BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung im Kugel Café in Görlitz
  • Samstag, 21. September, 8 Uhr: Müllsammelaktion, Treffpunkt an der Altstadtbrücke
  • Samstag, 21. September, ab 14 Uhr: Der BUND ist mit einem Infostand auf dem Familienfest des Lokalen Bündnis Görlitz für Familie und informiert über die Aktion „Plastikfreie Woche“, gefeiert wird das Fest auf dem Marienplatz
  • Dienstag, 24. September, 19 Uhr: Filmvorführung im Humboldthaus Görlitz, gezeigt wird der Dokumentarfilm „Plastic Planet“
  • Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht nötig

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Kinder-Uni: Ab 26. August anmelden!

Dresden. Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren können ab Herbst wieder die Kinder-Uni besuchen. Die Vorlesungen finden im Hygiene-Museum und an der TU Dresden statt. Semesterstart ist am 8. Oktober. Schmetterlinge sind das Thema der  Vorlesung am 8. Oktober. Wie sehen sie als Kinder aus? Wie pflegt man eine Wiese, auf der Schmetterlinge leben können? Und was machen Schmetterlinge im Winter? Bei der zweiten Vorlesung am 29. Oktober geht Dr. Solvejg Nitzke der Frage nach, was Bäume erzählen. Die Literaturwissenschaftlerin am Institut für Germanistik der TU Dresden nimmt die jungen Studierenden mit auf eine Reise in die Welt der Bäume. Am 12. November geht es mit Dr. Wieland Schwanebeck vom Institut für Anglistik und Amerikanistik der TU Dresden um Helden – sowohl solchen aus dem alten Griechenland als auch denen aus den Harry-Potter-Büchern. Was bestimmt, welches Aussehen und welche Fähigkeiten ein Lebewesen besitzt? Bei der  letzten Vorlesung des Semesters am 26. November befasst sich Dr. Michael Hiller vom Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik mit der DNA. Anmeldung ab 26. August, 8 Uhr, über das Online-Anmeldeformular auf https://www.ku-dresden.de oder telefonisch unter 0351 463-32733Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren können ab Herbst wieder die Kinder-Uni besuchen. Die Vorlesungen finden im Hygiene-Museum und an der TU Dresden statt. Semesterstart ist am 8. Oktober. Schmetterlinge sind das Thema der  Vorlesung am 8.…

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Nossener Brücke Notinstandsetzung!

Dresden. Die Nossener Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn weist Risse auf und muss bis zum Bau einer neuen Brücke im Zuge der Stadtbahn 2020 notinstandgesetzt werden. Als erste Maßnahme zum Schutz der Brücke hatte die Stadtverwaltung die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Allerdings hielten sich viele Kraftfahrer nicht an die Begrenzung. Die Risse verstärkten sich. Deshalb wird der Verkehr jetzt über den noch nicht geschädigten linken Fahrstreifen geleitet. Der rechte Fahrstreifen stadtauswärts wird gesperrt. In den rissgeschädigten Bereichen des rechten Fahrstreifens werden ab Ende September/Anfang Oktober die Schweißnähte ausgefugt und erneuert. „Wir haben bei der Nossener Brücke einen hohen Handlungsdruck. Mit der Sperrung der Fahrbahn und der Notinstandsetzung wollen wir die Brücke bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke befahrbar halten. Unsere Bauingenieure überwachen das Bauwerk ständig“, beschreibt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Maßnahmen. „In diesem Jahr wollen wir noch eine Lesefassung der Entwurfsplanung für das neue Brückenbauwerk fertigbekommen und sie der Landesdirektion Sachsen für eine erste Prüfung vorlegen. Der tatsächliche Brückenbau kann frühestens 2025 beginnen. Die Vorplanungen mussten wegen der Durchfahrtshöhen der Deutschen Bahn komplett überarbeitet werden“, so Schmidt-Lamontain weiter. Schadensbild und Schadensursachen Bei der 1962 bis 1964 errichteten Nossener Brücke sind in den vergangenen Jahren Risse in den Schweißnähten der Aussteifungen der Brückenkonstruktion aufgetreten. Im Brückenbau werden solche Schäden, bei denen durch anhaltende Verkehrslast Risse entstehen und sich vergrößern, als Ermüdungsschäden bezeichnet. Ursache für die Risse ist zum einen die vor 60 Jahren übliche, heute nicht mehr zulässige, Schweißtechnik. Aus mikroskopisch kleinen Kerben an der Schweißnaht bilden sich unter dynamischer Belastung im Laufe der Zeit sichtbare Risse. Zum anderen ist auch der starke Anstieg des Schwerverkehrs in den vergangenen 30 Jahren und der damit verbundene Anstieg der Radlasten eine Ursache für die Schweißnahtrisse. So sind derzeit besonders die Bereiche der Fahrbahn von den Rissen betroffen, die sich unter den Radspuren des rechten Fahrstreifens befinden, der von schweren Fahrzeugen überwiegend benutzt wird. Folgen für das Bauwerk Durch das Risswachstum kommt es an den Rissenden zu immer höheren Spannungsspitzen, wodurch sich die Rissbildung beschleunigt. Mittlerweile haben einige der Risse an der Schweißnahtoberfläche eine kritische Länge von 30 Zentimetern überschritten. Beim Versuch, die Rissspitzen abzubohren, wurde festgestellt, dass die Risse im Inneren der Schweißnaht noch weitergehen. Für Risslängen über 30 Zentimetern sind die notwendigen Sicherheitswerte für die bisher zulässige Verkehrsbelastung nicht mehr nachweisbar. Wenn der erste Schweißnahtriss eine Länge von 50 Zentimetern überschreiten sollte, kann die Fahrbahn in diesem Bereich nicht mehr befahren werden, weil ein Versagen der Hohlsteife und später des Fahrbahnblechs zu befürchten ist. Eine Vollsperrung der Brücke wäre damit unvermeidlich. Notinstandsetzung Die an vergleichbaren Stahlbrücken gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die Instandsetzung der Schweißnähte in der Regel durchführbar ist. Ohne eine wesentliche Veränderung der Konstruktion und/oder der Belastung können die Risse aber jederzeit an den gleichen oder an anderen Stellen wieder auftreten. So ist auch zu erwarten, dass auf dem derzeit noch nicht geschädigten Fahrstreifen nach der Verkehrsumstellung mittelfristig Risse auftreten werden, die dann wiederum instandgesetzt werden müssen. Über die gesamte Restnutzungsdauer der Brücke werden deshalb regelmäßig Sonderprüfungen der Schweißnähte durchgeführt und deren Zustand dokumentiert. Verkehrsführung Voraussichtlich Ende August wird der rechte Fahrstreifen gesperrt. Für vor- und nachbereitende Arbeiten an den Schweißnähten und am Korrosionsschutz sind keine weiteren Verkehrseinschränkungen nötig. Während der Schweißarbeiten dürfen allerdings keine Spannungen und Verformungen aus Verkehrslasten in das gesamte Bauwerk eingetragen werden. Diese Arbeiten sind nur unter Vollsperrung ausführbar. Zur sicheren und qualitätsgerechten Ausführung der Arbeiten werden mindestens vier Stunden Sperrzeit je betroffener Zelle benötigt. Momentan sind vier Zellen des Bauwerks von den Rissen betroffen. Die Stadtverwaltung prüft, ob die Schweißarbeiten in zwei Zellen gemeinsam während einer achtstündigen Vollsperrung ausgeführt werden können. Die Nossener Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn weist Risse auf und muss bis zum Bau einer neuen Brücke im Zuge der Stadtbahn 2020 notinstandgesetzt werden. Als erste Maßnahme zum Schutz der Brücke hatte die Stadtverwaltung die zulässige…

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