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Ideen für den Sport-Neustart

Görlitz. Der Breitensport sehnt sich nach einer Möglichkeit, Training und Wettbewerb wieder aufzunehmen. Oder zumindest nach einer Perspektive. In der Oberlausitz will man darauf nicht nur warten, sondern hat sich mit einem Konzept eingebracht.

Die aktuelle Neufassung der sächsischen Corona-Schutzverordnung brachte keine Lockrungen für den Breitensport. Die sächsischen Sportstätten blieben geschlossen. Perspektive? Vorerst nicht vorhanden. Es ist unklar, wann es für die Vereine weitergehen kann. Eine Situation, die die Kreissportbünde Bautzen und Oberlausitz ändern wollen. Gemeinsamen wurde ein Konzept für die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebes in Sachsen erarbeitet. Darin werden mögliche Einstiegsszenarien und damit auch Perspektiven für den Vereinssport aufgezeigt.

Das Ideenpapier enthält einen Stufenplan, der je nach 7-Tage-Inzidenz andere Beschränkungen und Maßnahmen vorsieht. Bei einer Inzidenz unter 35 sollen Sportangebote mit Kontakt möglich, jedoch auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt sein, Wettkämpfe mit Besuchern stattfinden. Bei einem Inzidenzwert von 35 bis 50 werden Sportangebote ohne Kontakt mit maximal 10 Teilnehmern empfohlen. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 nur Sportangebote unter freiem Himmel kontaktlos mit bis zu 10 Teilnehmer. Die Vorschläge für alle Stufen setzen natürlich die Umsetzung entsprechender Hygienekonzepte voraus. Erst ab einer Inzidenz über 100 empfehlen die Kreispsortbünde das Aussetzen des organisierten Vereinssports.

Die aktuelle Allgemeinverfügung gilt bis 7. März. Was danach passiert, wird in dieser Woche besprochen. Morgen findet die nächste Bund-Länder-Konferenz statt, danach wird sich zeigen, ob Lockerungen kommen.  „Ich würde mir wünschen, dass man zumindest Sport unter freiem Himmel in kleinen Gruppen wieder möglich macht“, sagt Marko Weber-Schönherr, Geschäftsführer des Oberlausitzer Kreissportbundes. Das hält er bei den aktuellen Inzidenzen auch für vertretbar, schließlich hätten alle Vereine schon im vergangenen Jahr Hygienekonzepte erstellt. Das Ideenpapier wurde an den Landessportbund weitergeleitet. „Der LSB steht in permanenten Verhandlungen mit den Ministerien, hat in einem offenen Brief kürzlich ebenfalls Perspektiven für den Vereinssport gefordert“, sagt Marko Weber-Schönherr. Mit dem Ideenpapier wolle man sich in diesen Prozess einbringen.

850 Mitglieder weniger

850 Mitglieder weniger in Sportvereinen als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr (davon 550 Kinder und Jugendliche) weist die Statistik für den Landkreis Görlitz aktuell aus. Das liegt aber nicht daran, dass alle aufgrund von Corona kündigen. „Es gibt in Sportvereinen eine ganz normale Mitgliederfluktuation“, erklärt der KSB-Geschäftsführer. Die Gründe, einen Verein zu verlassen, sind dabei vielfältig. Vor Corona wurde das aber durch neue Mitglieder ausgeglichen. Das geschieht allerdings aktuell nicht, da die Vereine durch die Pandemie nichts anbieten können. „Wir sind aktuell noch sehr zuversichtlich, dass die Mitglieder zurückkommen, wenn es mit dem Sport wieder losgeht“, sagt Marko Weber-Schönherr. Er hofft, dass das von den Kreissportbünden erarbeitete Konzept dazu beiträgt.

Die Präsidenten der beiden Verbände, Dr. Stephan Meyer und Torsten Pfuhl, weisen in einer gemeinsamen Erklärung auf die Notwendigkeit ihrer Bemühungen hin. Darin heißt es: „Der Breitensport muss bei der Erarbeitung eines Stufenplanes zur Corona-Pandemie einen höheren Stellenwert erhalten. So ist es durchaus möglich in kleinen Gruppen kontaktarm Sport zu treiben und damit auch zur Gesundheitsprävention beizutragen.“ Gerade Sportvereine wüssten um ihre Verantwortung und hätten kluge Hygienekonzepte, um schrittweise wieder Vereinssport möglich zu machen. „Der Kinder- und Jugendsport ist uns dabei besonders wichtig und sollte Priorität haben. Als Kreissportbünde der Vereine der Landkreise Görlitz und Bautzen haben wir uns mit einem Konzeptvorschlag in die politischen Diskussionen eingebracht und möchten hierbei einen konstruktiven Beitrag leisten.“

Fit für den Neustart

Damit die Vereine „fit für den Neustart“ werden, bündeln die Verbände nun alle wesentlichen Infos zum Gelingen der Wiederaufnahme des Sportbetriebs. Dazu gehören Tipps und Beispiele für Online-Training, Musterhygienekonzepte, Vereinsrechtsthemen sowie Bildungsmaßnahmen. Trotz der fehlenden Kenntnis, wann genau und unter welchen Bedingungen das organisierte Sporttreiben wieder möglich ist, ermuntern die Kreissportbünde ihre Mitgliedsvereine aktuellen Maßnahmen, z.B. Online-Training, Chatgruppen, Übungsanleitungen, Challenges, u.v.m. mitzuteilen. Die gesammelten Infos werden auf den jeweiligen Internetseiten der Verbände dargestellt, so dass sich auch andere Sportvereine bei den Maßnahmen beteiligen können.

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