mlh

"Wir sind 50 Prozent"

Bad Muskau. Die geborene Bad Muskauerin Tine Jurtz ist selbstständige Fotografin, Vorstandsmitglied im Verein "Kreative Lausitz" und (Mit-)Initiatorin der Projekte "Das Bureau" und "Wir sind 50 Prozent". Anlässlich des Internationalen Frauentags haben wir sie zu Ihrem Projekt "Wir sind 50 Prozent" interviewt, beim dem sie sich zur Aufgabe gemacht hat, starke Frauen aus der Lausitzregion zu porträtieren:

1. Aus welcher Motivation heraus ist das Projekt „Wir sind 50 Prozent“ entstanden bzw. welche/s Ziel/e verfolgen Sie mit Ihrem Projekt?

Ich fühle mich selbst oft sehr inspiriert, wenn ich in Serien, Büchern und  im wahren Leben starken Frauenpersönlichkeiten begegne. Aus dieser Inspiration heraus wurde die Idee geboren und diese möchte ich nun mit meinen Fotos gern weitergeben. Mein Ziel ist es aktive Frauen aus unserer Region sichtbar zu machen und damit Vorbilder für Mädchen und Frauen zeigen. Dadurch ergibt sich außerdem eine Möglichkeit unsere Region zu stärken und zu einem positiven Image beizutragen.


2. Sie haben mit dem Projekt 2019 begonnen und auch schon 21 Portraits veröffentlicht. Welche Erfahrungen konnten Sie schon sammeln bzw. was können Sie schon jetzt aus dem Projekt für sich mitnehmen?

Besonders zu schätzen gelernt habe ich das Netzwerken, dass mit dem Projekt für mich einhergegangen ist und immer wieder reife Früchte trägt, in Form von neuen spannenden Kontakten und Auftragsanfragen. Ein fabelhafter Nebeneffekt ist auch, dass ich die Region und die Menschen, die hier etwas schaffen, kennen lernen kann.
Es gab auch schon sehr viel positives Feedback von den Beteiligten und Außenstehenden.


3. Hat sich Ihre Anfangsmotivation verändert/verstärkt?

2020 hatte ich gedanklich das Projekt für mich abgeschlossen, da 20 Portraits meine anfänglich gesetzte Marke war. Mittlerweile habe ich eine Liste mit weiteren 40 spannenden Frauen. Die möchte ich gern einfach fortlaufend, sobald es wieder leichter möglich ist, portraitieren und somit das Projekt am Leben halten. Damit wächst aktuell natürlich auch die Motivation wieder. Es macht einfach Spaß und ist sehr erfrischend, immer wieder neue Perspektiven aufgezeigt zu bekommen. Das hält frisch und beweglich im Kopf.


4. Welche Momente bei den Treffen, haben Sie besonders überrascht und inwiefern?

Erstaunt war ich manchmal darüber, wie abgelegen auf dem Land manche Frauen leben und arbeiten und dennoch wirtschaftlich erfolgreich sind. Ich fand es auch schön zu sehen, dass viele der selbstständigen beziehungsweise geschäftsführenden Frauen einen sehr zufriedenen und selbstbewussten Eindruck machten. Das imponiert mir sehr.


5. Sie stellen Frauen aus ganz unterschiedlichen Berufen vor. Auch sehr außergewöhnliche Berufe wie zum Beispiel Huforthopädin und Chocolatiere sind mit dabei. Wie sind Sie auf die Frauen aufmerksam geworden, die Sie bisher porträtiert haben bzw. wie wählen Sie aus, wen Sie porträtieren möchten?

Anfänglich habe ich tatsächlich lange recherchiert und Branchenbücher von IHK und HWK durchforstet. Das war ein bisschen wie die Nadel im Heuhaufen suchen, da in diesen klassisch handwerklichen Auflistungen Frauen sehr rar sind. Später kamen Empfehlungen von den bereits fotografierten Frauen dazu.
Was die Auswahlkriterien angeht, bin ich der Meinung, dass diese sehr subjektiv geprägt sind. Bei mir war es eine Mischung aus Ausstrahlung der Person und dem Beruf. Je außergewöhnlicher desto spannender. Aber auch traditionelle Handwerke wie das einer Bäckerin haben mich gereizt. Gut fotografieren lassen sich vor allem Berufe, wo man auch was zeigen kann. Das ist bei so einem Projekt natürlich auch ein nicht ganz unwichtiger Faktor. Und eine Prise Bauchgefühl gehört auch immer zum Auswahl-Prozess dazu.


6. In dem Vorstellungsvideo zu Ihrem Projekt sagen Sie, dass es zum krönenden Abschluss Ihres Projektes eine Ausstellung geben soll, bei der Sie die Bilder im Großformat zeigen werden. Haben Sie schon einen Termin im Auge?

Bei der Ausstellung möchte ich alle fotografierten Frauen versammeln und damit eine weitere Netzwerk- und Austauschgelegenheit schaffen. Noch ist es nicht spruchreif und aktuell sowieso schwer planbar, doch wir planen eine Kooperation zur Landebahn der Raumpioniere am 18.09.2021 in der Orangerie in Bad Muskau, wo ich voraussichtlich meine Fotos zum ersten Mal analog und in Farbe präsentieren möchte.


Mehr zu Tine Jurtz und Ihren Projekten, können Sie demnächst im neuen "Stark für die Lausitz"-Magazin lesen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Zittau will die Kameras

Zittau. Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei seinem Zittauer Amtskollegen Thomas Zenkers anders aus. So sank beispielsweise die Zahl der Eigentumsdelikte 2020 im Vergleich zu 2019 in Görlitz um 19 Prozent, in Zittau stieg sie um 24 Prozent. Eine ähnliches Bild gibt’s bei den Fahrzeugdiebstählen: In Görlitz sank die Zahl um 42 Prozent (Rückgang von 120 auf 70 Fälle), in Zittau gab es einen Anstieg um 76 Prozent (von 38 auf 67 Fälle). Diese Zahlen führt die Polizei auch auf die in Görlitz eingesetzte Videoüberwachung zurück, die im August 2019 in Betrieb ging. Die hochauflösende Technik überwacht an derzeit fünf Standorten den grenzüberschreitenden Verkehr. Die aufgezeichneten Daten werteten die Ermittler bei entsprechenden Straftaten aus. In allen übrigen Fällen wird das Material nach 96 Stunden unwiderruflich gelöscht. Darüber hinaus steht den Kriminalisten seit Ende Februar 2021 eine mobile Variante dieser Technik zur Verfügung. „Der Anstieg dieser Kriminalitätskennzahlen in Zittau und Umgebung ist erschreckend und deutlich höher als nach den Vorwarnungen auf mögliche Verdrängung aus dem Görlitzer Raum zu befürchten war“, erklärt Thomas Zenker. Die Vorbereitungen für die Kameraüberwachung an wichtigen Routen im Zittauer Raum liefen zwar bereits, die notwendigen Entscheidungen im Haushalt des Freistaats und daran gekoppelte Ausschreibungen und Vergaben lassen aber noch einen längeren Zeitraum bis zur Umsetzung vermuten. Die Stadt hat dem Innenministerium in allen planungsrechtlichen Dingen Unterstützung zugesichert. Der Zittauer OB hat auch das Gespräch mit den polnischen und tschechischen Nachbarkommunen gesucht: „Wir sind uns einig, alle wollen diese Technik und die Unterstützung der Soko Argus sowie weitere bi- und trinationale Polizeizusammenarbeit – wir brauchen neue Wege zur erfolgreichen Kriminalitätsbekämpfung in unserer Region. Das ist unser nachbarschaftliches Miteinander eine wichtige Grundlage.“  Bis zur Errichtung von Kameratechnik in Zittau dürfte es jedoch noch mehr als ein Jahr dauern, sodass Zenker eine weitere negative Entwicklung für Zittau befürchtet. „Der Freistaat muss deshalb sofort konsequent handeln, sonst ist der sichtbare Erfolg im Görlitzer Bereich nur ein teuer erkaufter und fauler Kompromiss.“ Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei…

weiterlesen