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Spreer Bürger wollen Abriss der Kirchbrücke verhindern

Spree. Wird die Kirchbrücke in Spree abgerissen? Darüber entscheidet der Gemeinderat im Juni. Einige Bürger setzen sich für den Erhalt ein. Nicht zum ersten Mal.

Das Thema Kirchbrücke begleitet Hähnichen schon eine Weile. Der Abriss der Brücke im Ortsteil Spree stand 2012 schon einmal auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Damals entschied man sich dagegen. Sicher einen Anteil an dieser Entscheidung hatte ein Brückenkomitee, dass damals von Bürgern des Ortes gebildet wurde und sich gegen den Abriss eingesetzt hatte. Jetzt steht der Abriss wieder auf der Tagesordnung. Auf der Sitzung im Juni soll erneut entschieden werden, ob die Brücke wegkann. Damals wie heute setzt sich Wolfgang Liebig für deren Erhalt ein. Wieder wurde eine Initiative gebildet. Die sammelt wieder Unterschriften (2012 kamen 211 zusammen) und will in der Gemeinderatssitzung sprechen. „Warum ist denn seit 2012 mit der Brücke nichts passiert“, fragt Liebig. Damals war nach dem Beschluss zum Erhalt ein Ersatzneubau in Aussicht gestellt worden. Doch der kam nie, die Brücke blieb gesperrt und ist es bis heute. „Es ist eine historische Brücke, über die früher auch Prozessionen führten, deswegen sollte sie erhalten bleiben“, sagt Wolfgang Liebig. Ende der 70er hatte der Zahn der Zeit schon einmal zu stark genagt. Damals wurde die Brücke bei einem VMI-Einsatz von freiwilligen Helfern neu Aufgebaut.

Sachverständiger empfiehlt Abbruch

Aber warum steht der Abriss überhaupt seit Jahren im Raum? 2011 hatte ein Sachverständiger bei einer Prüfung festgestellt, dass „die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Bauwerkes vollständig abgelaufen ist.“ Bemängelt wurde, dass beim Bau ausschließlich Abbruchmaterialien eingesetzt und elementare Anforderungen des Holzschutzes und Korrosionsschutzes nicht berücksichtigt wurden. „Das Bauwerk ist umgehend vollständig zu sperren, der Abbruch wird empfohlen.  Da es im Umkreis von 200 Metern vom Bauwerk noch zwei weitere Brücken gibt, welche für Radfahrer und Fußgänger geeignet und sicher sind, ist diese Maßnahme angemessen“, so das Ergebnis der Prüfung.

Danach wurde die Brücke gesperrt, aber durchaus auch versucht, andere Lösungen als den ersatzlosen Abriss zu finden. So schlug ein Gemeinderatsmitglied Anfang 2012 vor, die Brücke als Fußgängerbrücke auszuweisen. Der Bürgermeister erkundigte sich daraufhin, ob eine Entwidmung und ein Verkauf an Privatpersonen möglich ist. Allerdings kam von der Kreisverwaltung die Aussage, dass das nicht gehe. Nach Rücksprache mit der Unteren Wasserbehörde fiel auch eine Sanierung flach, die eingebauten Eisenbahnschwellen aus behandeltem Holz seien zwingend aus dem Gewässer zu entfernen. Also blieb nur der Neubau. Und der ist aus Sicht der Gemeinde schlicht zu teuer. „Ein Ersatzneubau ist aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde und der vorhandenen sehr geringen Verkehrsbedeutung des BW 3 nicht möglich gewesen.  Die Gemeinde Hähnichen hat insgesamt zehn weitere Brücken zu prüfen und zu unterhalten“, teilt die Verwaltung auf unsere Anfrage mit. Ein Ersatzbau für die Kirchbrücke sei in der Vergangenheit nie Gegenstand des Investitionsplanes gewesen. Zum einen weil der Verwaltung kein derartiger Auftrag durch den Gemeinderat vorlag, zum anderen weil schlicht das Geld fehlt.

Fehlendes Geld als Grund anzubringen, kann Wolfgang Liebig allerdings nicht nachvollziehen. Er verweist auf die Kommunalpauschale. Von 2018 bis 2020 gab‘s vom Freistaat jeweils 70 Euro für die ersten 1.000 Einwohner. Das Geld ist nicht zweckgebunden, hätte also für eine neue Brücke eingesetzt werden können. Die Gemeinde nutzte es aber für den Haushaltsausgleich.  „Jetzt damit zu kommen, man habe die komplette Kommunalpauschale gebraucht, um Finanzlöcher zu stopfen, ist mir zu billig“, sagt Wolfgang Liebig.  Seit der Entscheidung des Gemeinderates im Jahr 2012, die Brücke nicht abzureißen, sei leider nichts unternommen worden. „Fördermöglichkeiten wurden ausgelassen und die Brücke dem Verfall preisgegeben“, sagt Liebig. Er ärgert sich inzwischen, dass er und seine Mitstreiter nach dem Entscheid den „Burgfrieden“ angenommen und sich nicht weiter für die Brücke engagiert haben. Damals sei ein Neubau in Aussicht gestellt worden. Damit sei das Thema für die Initiative erledigt gewesen.

Erneute Prüfung bringt Note 4

Dass der Abriss im Juni wieder zur Debatte steht, liegt an einer erneuten Prüfung. Im Dezember 2020 gab es vom eingesetzten Ingenieurbüro die Note 4,0 für das Bauwerk. Eine schlechtere Note gibt es bei solchen Prüfungen nicht. Bei der letzten Hauptprüfung 2017 war es noch eine 3,8. Bereits 3,5 bedeutet aber „ungenügender Bauwerkszustand“. Die Prüfunterlagen der Dezemberprüfung gingen Ende März 2021 bei der Gemeinde ein. Man entschied sich daraufhin, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. Es gehe nicht um die Frage, ob die Brücke entbehrlich ist, sondern darum, eine bestehende Gefahr für die Bürger und ein Hindernis im Weißen Schöps im Hochwasserfall zu beseitigen. Da die Absperrung über die Jahre immer wieder beiseitegeschoben worden war und die Brücke trotz Sperrung genutzt wurde, entschied man sich jetzt, die Absperrgitter anzuschweißen.

Am 8. Juni wird über den Abriss entschieden. Stimmen die Räte dagegen, könnte wieder über einen Ersatzneubau nachgedacht werden. Entscheidet sich die Gemeinde für einen Neubau, müsste festgelegt werden, welche Bauart und Brückengröße erforderlich ist.  Dann würde ein Fachplaner eine erste Gesamtkostenschätzung erstellen. „Liegt diese vor, kann die Gemeinde prüfen, ob die voraussichtlichen Kosten einschließlich Folgekosten in einem wirtschaftlichen Verhältnis zur Verkehrsbedeutung stehen und von Seiten der Gemeinde Hähnichen finanzierbar sind“, teilt die Veraltung mit.

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