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Neues Konzept im Zwergenland

Weißwasser. Das Zwergenland in Weißwasser war schon immer eine Kita für alle. Jetzt steht das auch im Namen. Der Namenswechsel ist einer Änderung im Konzept geschuldet. Die Kita hat jetzt keine heilpädagogische Gruppe mehr.

»Eine Kita für alle« steht jetzt auf dem Schild der Kita Zwergenland. Früher stand dort »Kita mit heilpädagogischem Konzept«. Man kann leicht erahnen, warum diese Änderung nötig wurde. Die Kita hat seit September 2020 keine heilpädagogische Gruppe mehr. Stattdessen arbeitet sie jetzt nach dem Prinzip der Inklusion. Heißt: Kinder mit Handicap werden in den Gruppen integriert. Strikt getrennt waren die Kinder auch vorher nicht. »Wir arbeiten nach dem teiloffenen Prinzip«, erklärt Kitaleiterin Kathrin Thöns. Zweimal wöchentlich wurden die Gruppen gemischt, lernten und spielten gemeinsam (das wird es auch weiterhin geben, sobald es Corona wieder zulässt). Aber durch die heilpädagogische Gruppe bekamen Kinder mit Behinderung eben auch besondere Zuwendung, konnte sich leichter zurückziehen, wenn sie Ruhe brauchten.

Die Finanzierung der heilpädagogischen Plätze musste jährlich beim Sozialamt beantragt werden. Doch weil das zunehmend auf Inklusion setzt, waren zuletzt nur noch drei Plätze genehmigt. Für den Träger, die Lebenshilfe Weißwasser, war das betriebswirtschaftlich nicht mehr machbar. Die Abkehr von heilpädagogischen Plätzen trifft nicht nur die Kita in Weißwasser. 2010 gab es im Landkreis noch 114 dieser Plätze, aktuell sind es noch 16 (8 in Zittau und 8 in Niesky). »Das Sozialamt hat uns für die Kinder, die vom heilpädagogischen in den integrativen Bereich gewechselt sind, bedarfsgerechte Personalschlüssel zur Verfügung gestellt«, sagt Kathrin Thöns. Der Übergang sei dadurch reibungslos erfolgt.  Außerdem ist die Kita in der Gestaltung der Gruppengrößen flexibel. Ein weiterer Faktor, der dazu beitragen soll, die hohe Betreuungsqualität zu halten.

Für das Zwergenland musste mit der Aufgabe des heilpädagogischen Ansatzes ein neues Konzept her. Hier hat sich die Kita bemüht, besonders elternfreundlich zu sein. Statt eines langen Fließtextes ist die Konzeption in einzelne Bereiche wie beispielsweise »Inklusion«, »Bildung« und »Elternarbeit« unterteilt. Das alles kann man auf der Website der Kita einsehen. Der Elternrat steht hinter dem neuen Konzept. »Ich finde, die Änderungen sind gut gelöst worden«, sagt Elternratsmitglied Susann Kotte. Auch die Stadt trägt die Veränderung mit. »Wir sind der Stadt Weißwasser sehr verbunden, dass sie unseren neuen Weg mitträgt, denn die Personal- und Sachkosten werden anteilig von der Stadt erbracht«, sagt Kathrin Thöns.

Neues Logo zeigt Zwergenland-Zwerge

An der Kapazität der Einrichtung hat sich durch die Umstellung des Konzepts nichts geändert. Nach wie vor gibt es 56 Plätze, davon 16 für Kinder mit Behinderung. Hier kann die Kita auf einen großen Erfahrungsschatz verweisen. Bereits seit 1992 werden im Zwergenland betroffene Kinder betreut, seit 1993 zusammen mit altersgerecht entwickelten Kindern.

Geändert hat sich allerdings das Logo. Das zierten seit 1997, als die Kita den Namen Zwergenland bekam, Disneyzwerge. Eine entsprechende Erlaubnis des Medienunternehmens lag vor. Trotzdem wollte man sich jetzt verändern, fand das Logo nicht mehr zeitgemäß. »Wir haben einfach die Kinder gebeten, uns Zwerge zu malen«, erzählt Kathrin Thöns. Statt Disney-Zwergen sind jetzt also echte Zwergenland-Zwerge im Logo zu sehen.

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