Zimmis Einwurf

Dresden. Es ist schon eine gewisse Dramatik. So wie das Katastrophenpulver am Wochenende ausgerechnet die Stadt Dresden einfach negierte, so verschont Dynamo den eigenen Anhang mit der Kälte eines Abstiegsranges. Noch! Die Fassade steht also. Noch!   Denn die Dünnhäutigkeit des Trainers ist zu spüren. Ralf Loose ist immer freundlich, er steht weiter wie ein Fels in der Brandung vor seiner zusammen gestellten Mannschaft. Doch die hat Qualitätsverluste. Ansonsten erlebt ein Team nicht die Umkehr von einem Spielrausch in die Bodenlosigkeit. Innerhalb von sechs Minuten. Und dazwischen lag sogar noch die Pause. Passiert ist das Schlimme beim FC St. Pauli. Der Kiezklub lag nach einer halben Stunde aussichtslos im Rennen. Die Dresdner dominierten nach Belieben am Millerntor in Hamburg. Doch dann begann die Sorglosigkeit. Schon hundert Mal angesprochen, doch immer wieder negiert. Einladungen für die Gastgeber wurden ausgesprochen zum Tore schießen. Vorbei war es mit der eigenen Herrlichkeit. Die schlimmste Erkenntnis aber spricht keiner so richtig an. Dynamo kann keinen Abstiegskampf. 35 Minuten passierte nichts mehr. Der eingewechselte Sliskovic stolpert über seine Zeit, findet keinen Kontakt. Kitambala gewinnt keine Zweikämpfe. Pote bleibt weiter ganz allein im Sturm. Dabei sahen die zwei Treffer von Ouali und Pote wunderschön in der Entstehung aus. Leichtfüßig wurde der Kontrahent schwindlig gespielt. Aber halt nur so lange, bis der sich nicht wehrt. Dazu kommt noch das Mittwoch-Pokalspiel bei Hannover 96. Welches nach der Heimniederlage gegen Mönchengladbach auf einmal in einem völlig anderen Licht erscheint. 2:0 geführt, am Ende peinlich berührt. Die 96-er schafften das, was Dresden vier Stunden vorher in die Depressionen schickte. Auf einmal ist der Pokal wieder zu allem zu gebrauchen. Erstens zum Geldverdienen. Ganz wichtig für Trainer Loose, denn mit seinem Stamm wird der Überlebenskampf ein Tanz auf der Rasierklinge. Zweitens zur Stabilität des Nervenkostüms. Nur bei positivem Spielverlauf. Denn die nächsten beiden Aufgaben gegen Union Berlin und in Cottbus sind schon der Hammer. Noch kommt der Übungsleiter mit dem Satz daher, wenn jetzt die Saison vorbei wäre, ist Dynamo weiter Zweitligist. Der Galgenhumor kann aber auch ganz schnell im Hals stecken bleiben. Bei Dynamo ist halt immer was los.       Es ist schon eine gewisse Dramatik. So wie das Katastrophenpulver am Wochenende ausgerechnet die Stadt Dresden einfach negierte, so verschont Dynamo den eigenen Anhang mit der Kälte eines Abstiegsranges. Noch! Die Fassade steht also. Noch!   Denn die…

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