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Die Lieferzone vorm Schlafzimmer?

Riesa. Anwohner vom Lutherplatz sind sauer! Niemand hat mit ihnen über die Pläne auf dem ehemaligen Widmann-Gelände gesprochen. Sie wehren sich gegen ein Wohnen an der Laderampe.

Zentral und doch ruhig wohnen - das wollten die Anwohner vom Lutherplatz in Riesa. Viele kauften vor vielen Jahren ihre Eigentumswohnungen im Umfeld der Trinitatiskirche. Zu ihnen gehört auch Margit Buck. Die Riesaerin ärgert sich über die neuen Pläne, auf dem ehemaligen Widmann-Gelände zwei Discounter anzusiedeln (wir berichteten) sowie die Verschwiegenheit der Stadtverwaltung in dieser Angelegenheit. »Mit uns hat im Vorfeld keiner gesprochen.

Wenn die Stadträte in ihrer vergangenen Sitzung abgestimmt hätten, stünden wir jetzt vor vollendeten Tatsachen«, erklärt sie. Margit Buck hat jetzt einen Offenen Brief an den Oberbürgermeister Marco Müller geschrieben und all ihre Befürchtungen dargelegt. Sie hat nicht nur Angst um die Ruhe und Ungestörtheit sondern auch um die Sicherheit auf der Straße im kleinen Wohngebiet. »Bei uns im Areal wohnen viele Familien mit Kindern, die Trinitatis-Grundschule ist in Sichtweite und auch die zahlreichen Senioreneinrichtungen in der Nähe sind Start für den einen oder anderen Spaziergang der betagten Bewohner«, weiß sie aus eigener Erfahrung. Man kennt die Riesaerin durch ihren Einsatz für den Allergie- und Asthmabund und der gleichnamigen Selbsthilfegruppe in Riesa.

Sie befürchtet aber nicht nur mehr Pkw- und Lasterverkehr mit all seinen Einschränkungen für die Anwohner von Abgasbelastung, Geräuschen und Gefahren, sie kennt auch die Erfahrungen der Bewohner von der Schillerstraße, die seit Jahren mit den nächtlichen Warenlieferungen, laufenden Lüftungen, Generatoren und anderen technischen Anlagen leben müssen. »Wenn dort zwischen zwei und vier Uhr die großen Rollcontainer entladen werden, ist die Nachtruhe erstmal vorbei. Viele unserer Schlaf- und Kinderzimmerfenster zeigen in Richtung der geplanten Laderampen auf das besagte Gelände. Warum macht man hier den selben Fehler und uns damit das Leben schwer«, fragt sie sich. Und dabei habe sie sich noch gar nicht konkret informiert, was das für den Wert ihrer teuer bezahlten Eigentumswohnung bedeutet, wenn sie künftig auf die Ladezone eines Edeka- oder Aldimarktes schaut. Eine Wertsteigerung sei dies nicht, soviel ist sicher, fügt sie an.

Bei einigen Mitgliedern des Bauausschusses stieß sie mit ihren Bedenken auf offene Ohren. Für die Stadträte ist die Rückmeldung von den Anwohnern sehr wichtig, hatten sie ebenfalls nicht viel Zeit sich mit den neuen Plänen ausreichend zu beschäftigen, deshalb wurde das Thema in der vergangenen Ratssitzung vertagt und soll jetzt am 18. März wieder auf der Tagesordnung stehen.

Der Stadtrat muss nicht nur über den Verkauf einer kleineren städtischen Fläche am Areal abstimmen, auch muss eine Umwidmung des Geländes von »Wohnbebauung« zu »Gewerbefläche« erfolgen. Margit Buck hatte auf eine schöne passende Wohnbebauung für die attraktive innerstädtische Fläche gehofft. »Die Lage wäre perfekt für moderne Wohnungen. Die Anbindungen an den Bus (Haltestelle Pausitzer Straße), die Nähe zu Schulen, zur Innenstadt, zum Krankenhaus, Sportstätten, Schwimmhalle und zu den vielen bestehenden Einkaufsmöglichkeiten wäre perfekt«, zählt sie auf. Einen Einkaufsmarkt könnte sie sich eher in Altriesa vorstellen, wenn dort im ehemaligen Brauereigelände bald viele neue Mieter einziehen. Ist da nicht noch ein leer stehender Markt an der Stegerstraße zu haben?

Margit Buck und sicher viele Anwohner vom Lutherplatz hoffen auf eine verantwortungsbewusste Entscheidung der Stadträte und der Verwaltung am 18. März.

www.riesa.de

 

 

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Zeitkapsel und kein Bauverzug

Hoyerswerda. Im August vergangenen Jahres begannen die Baumaßnahmen am neuen Quartierhaus, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus Rosengarten befindet. In Trägerschaft der Diakonie Libera entstehen in dem Gebäude für Senioren im Erdgeschoss 14 Plätze in der Tagespflege und verschiedene Apartments für den so genannten Servicewohnbereich. Im ersten Obergeschoss sind für die Kurzzeitpflege zwölf Plätze geplant und im zweiten Obergeschoss soll es weitere acht Apartments geben, darunter auch 2-Raum-Apartement und Ein-Raum-Wohnungen. Mit diesem Angebot soll der Bedarf an Wohnraum für Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen, optimiert werden. Generationsgerechte Wohnformen sollen den Bewohnern die Wahl zwischen ambulanten und stationären Angeboten ermöglichen. Der Rohbau des neuen Gebäudes ist inzwischen fertiggestellt, die Innenarbeiten haben begonnen. So werden in den nächsten Monaten unter anderem noch Putz-, Fußboden- und Elektroarbeiten erledigt, Fliesen angebracht, gemalert und zu guter Letzt die Außenanlagen gestaltet. Bis Anfang nächsten Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Trotz Corona liegen die Baumaßnahmen gut im Zeitplan, freute sich Silke Schlegel vom Vorstand der Diakonie Libera. Ihre Vorstandkollegin Christina Lumper lobte das sehr gute Zusammenspiel der beteiligten Firmen, die alle aus der näheren Region stammen. Kürzlich wurden die Gewerke zu einer kleinen Veranstaltung eingeladen. Es sollte ein Dankeschön sein, weil wegen der Corona-Pandemie kein Richtfest stattfinden konnte. Im Obergeschoss wurde von Christina Lumper eine Zeitkapsel gesegnet, die wenig später im Boden für die Ewigkeit versenkt wurde. In dem Erinnerungsbehälter sind Tageszeitungen, eine Tontafel, die von Bewohnern des Christopherus-Hauses in Großkmehlen mit einem Jahresspruch gestaltet wurde, und eine Atemschutzmaske enthalten. Der Mundschutz soll an die derzeitige schwere Corona-Zeit erinnern.Im August vergangenen Jahres begannen die Baumaßnahmen am neuen Quartierhaus, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus Rosengarten befindet. In Trägerschaft der Diakonie Libera entstehen in dem Gebäude für Senioren im Erdgeschoss 14 Plätze in…

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