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Einkaufswagen als Lichtblick

Riesa. Wer in Riesa beim schweren Schleppen der Einkäufe oder dem beschwerlichen Weg zur Apotheke Hilfe braucht, kann sich jetzt beim Sprungbrett e.V. melden.

Leidenschaftlich gern Einkaufen geht Isabel Thaler zwar nicht, aber sie engagiert sich sehr gern für andere Menschen. So ist die neue Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses (MGH) des Sprungbrett e.V. auf die Idee gekommen, gerade jetzt in der Zeit der Pandemie besonders für die Mitmenschen da zu sein, die sonst wenig Unterstützung bekommen und ihnen beim Alltäglichsten zu helfen: Dem Einkaufen und kleinere Besorgungen. Da es durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben, Quarantänebestimmungen sowie auch durch die gesundheitliche Gefährdung gerade für ältere Menschen und Menschen der Risikogruppen oft schwierig ist, ihre alltäglichen Einkäufe und Erledigungen selbst zu schaffen, werden in Riesa Einkaufshilfen organisiert. Hier will das Mehrgenerationenhaus des Sprungbrett e.V. Riesa Unterstützung anbieten.

»Mir geht es dabei vor allem um die Hilfe für Menschen, die keinen regelmäßigen Kontakt zu Angehörigen oder einem Pflegedienst haben. Gerade in der heutigen Zeit ist eine nachbarschaftliche Organisation von Unterstützungsformen wichtig. Nur so kann ein lebendiges Miteinander, in dem es jedem gut geht, entstehen. Das MGH Riesa möchte bei diesem Prozess mitwirken«, erklärt die junge Frau. 

Ein neues Gesicht

Erst seit August hat Isabel Thaler die Koordination im Mehrgenerationenhaus des Sprungbrett e.V. an der Alleestraße 88 in Gröba übernommen. Mit dem Einkaufsservice hat sie ein kostenfreies Angebot etabliert, dass Menschen ganz unkompliziert helfen soll. Die Kulturpädagogin stammt ursprünglich aus Nürnberg und hat in Leipzig studiert. Jetzt hat sie ihr Weg nach Riesa geführt und darüber ist sie  froh.

»Die Einrichtung ist super schön und bietet viele Möglichkeiten, auch wenn derzeit alle Kurse und Gruppentreffen auf Eis liegen oder in den Onlinebereich verlegt werden müssen«, fügt sie an. Dennoch konnte der Verein noch im vergangenen Jahr ein kleines »Backbuch« mit Lieblingsrezepten der Besucher herausbringen. Jetzt müsse sich nur noch die Gelegenheit ergeben, alle Rezepte auszuprobieren. Bis dahin, soll den Bürgern bei Erledigungen in ihrem Alltag geholfen werden.

So geht's:

Die kostenlose Einkaufshilfe funktioniert ganz einfach: Wer Hilfe benötigt, ruft beim Team des Mehrgenerationenhauses Riesa (Sprungbrett e.V.) an und bespricht die gewünschte Verfahrensweise. »Die Einkaufsliste kann per Telefon durchgegeben oder per Mail an die Helfer übermittelt werden. Dann werden die Einkäufe erledigt und nach Hause gebracht. Nach der Abrechnung genau nach Kassenbons und Bezahlung, ist der Helferjob erledigt. Die Abgabe kann auch kontaktlos erfolgen, dann wird alles vor der Haustür abgestellt und ausgetauscht. Von besonders schweren Einkäufen von Getränkekisten oder dringenden Abholungen in der Apotheke sollen so die älteren Bürger verschont bleiben. Der Verein hofft auf reges Interesse. Ehrenamtliche Helfer haben sich bereits nach einem ersten Aufruf im WochenKurier gemeldet.

Kontakt für Helfer und Betroffene

  • Bitte melden Sie sich bei Interesse unter 03525/518678 (Montag bis Donnerstag, 9.30  bis 13 Uhr) oder per E-mail: mgh@sprungbrett-riesa.de

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Zeichen für Toleranz und Respekt

Hoyerswerda. Die Aktion »Tag und Nacht der Toleranz« konnte auch die Corona-Pandemie nicht verhindern. Die Stadt setzt damit traditionell ein deutliches Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und Toleranz. In Zusammenarbeit mit der Initiative Zivilcourage und der Koordinierungsstelle Bildung fand der Aktionstag am 14. April in abgespeckter Form, mit Abstand und einigen Onlineveranstaltungen statt. »Ziel war und ist es mit solchen Aktionen Schritte aufeinander zuzugehen, damit wir uns verstehen, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben«, erklärte Franziska Grabowski. Die Leiterin des Jugendclubhauses Ossi, das sich in Trägerschaft der RAA Hoyerswerda/Ostsachsen befindet, hatte mit ihrem Team am vergangenen Freitag zu einer kleinen Auszeichnungsveranstaltung eingeladen. Anlässlich des diesjährigen Aktionstages waren Kinder und Jugendliche zu einem Mal- und Fotowettbewerb aufgerufen worden. Die Teilnehmer konnten unter dem Motto »Toleranz ist für mich…« ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Organisatoren erreichten über 30 Einsendungen, die am Freitag ausgestellt wurden mit anschließender Würdigung der Preisträger in verschiedenen Kategorien. Das Lausitzcenter, die städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) und der Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE haben die Preise gespendet. Einen dritten Platz erreichte die Klasse 5b des Oberschulzentrums. Zu deren Künstlern gehörten auch Emely, Josie und Levin. Emely begründet ihre Teilnahme am Wettstreit so: »Das Thema ist schon ganz schön wichtig, finde ich. Kinder dürfen nicht ausgrenzt werden, egal was sie haben oder wie sie aussehen. Gegenseitiger Respekt ist mir sehr wichtig.« Die Schülerin weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn Toleranz im Miteinander fehlt. Das Mädchen und ihr Bruder haben eine Behinderung. In der eigenen Familie gibt es damit keinerlei Probleme. Aber auf dem Spielplatz sei das »Anderssein« schon immer mal ein Thema, besonders bei ihrem Bruder, der nicht sprechen kann und mit Berührung kommuniziert, berichtet Emely, die mit ihren Klassenkameraden das Thema Toleranz in einem bunten Kunstwerk verewigte. Ein gelungener Wettbewerb, der deutliche Zeichen und Wünsche von engagierten Kindern setzt.Die Aktion »Tag und Nacht der Toleranz« konnte auch die Corona-Pandemie nicht verhindern. Die Stadt setzt damit traditionell ein deutliches Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und Toleranz. In Zusammenarbeit mit der Initiative Zivilcourage und der…

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