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Hilfe für Schwangere in diesen Zeiten

Riesa. Im Gespräch: Ilona Berner von der Diakonie steht mit Rat und Tat zur Seite.

Wie es vielen werdenden Müttern in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie ergangen ist, fragten wir Ilona Berner von der Schwangerschaftsberatungsstelle der Diakonie.

Wie haben Sie als Schwangerschaftsberatungsstelle die vergangenen Wochen mit vielen Sonderregeln erlebt?

Die Schwangerschaftsberatung der Diakonie in Riesa hatte in der Zeit der akuten Krise und auch jetzt, nachdem es schon einige Lockerungen gibt, für die werdenden Eltern geöffnet. Für viele Schwangere und Familien waren die vergangenen Wochen eine riesige Herausforderung. Die Familien waren durch die Schließungen der Kitas in besonderer Weise gefordert und mussten Wege finden, um diese schwierige Situation zu meistern. Homeoffice mit Kleinkind oder Homescooling sind die Schlagworte, die sich herausgebildet haben. Und alle, die ein Kleinkind haben, können bestätigen, dass alles zusammen nicht funktioniert.

Was sind die aktuellen Themen in der Beratung während der Coronazeit und wie können Sie helfen?

In vielen Familien war und ist diese Zeit sehr anstrengend. Dazu kommen jetzt die Fragen bei den werdenden Eltern, wie es in der Elternzeit weitergeht. Viele Familien sind von Kurzarbeit oder drohender Arbeitslosigkeit betroffen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man sich über Schwangerschaft und Familienzuwachs freuen möchte. Zum Glück wird das Elterngeld durch die Kurzarbeit nicht geringer ausfallen. Die Zeit während Corona wird hier ausgeklammert.

Was gibt es für grundsätzliche Themen, die in der Beratung angesprochen werden?

Die Gestaltung und Planung der Elternzeit wirft viele Fragen auf: Kann ich mir eine Elternzeit über die 12 Monate hinaus in dieser Situation überhaupt leisten? Wie sieht es arbeitsrechtlich aus, kann ich entlassen werden? Welche arbeitsrechtlichen Schutzmaßnahmen greifen? usw. Die Unsicherheit wächst wieder. Wie sieht es mit den steigenden Kosten aus? Zu allen Fragen bezüglich Elterngeld, Elternzeit, Vaterschaftsanerkennung und zum Arbeitsrecht wird Beratung angeboten. So manches Paar und so manche Familie erlebt auch eine persönliche Krise. Auch hierzu kann eine Beratung erfolgen. Wenn ein Kind erwartet wird entstehen auch zusätzliche Kosten. Eine Babyerstausstattung muss finanziert werden. In manchen Familien gibt es dann finanzielle Engpässe. Mit Hilfe der Stiftung »Hilfe für Familien, Mutter und Kind« besteht die Möglichkeit eine finanzielle Unterstützung zu beantragen. Die Hilfe ist einkommensabhängig, steht also nicht allen Familien zur Verfügung. Frauen die ein Problem mit einer ungewollten Schwangerschaft haben, können sich beraten lassen, um dann eine eigene Entscheidung zu treffen. Der Beratungsschein wird nach einem Gespräch ausgestellt.

Wie sind die Beratungsstellen erreichbar und zugänglich?

In allen Beratungsstellen der Diakonie wird sowohl über Telefon wie auch im persönlichen Kontakt beraten. Bei persönlicher Beratung gelten bestimmte Schutzmaßnahmen wie: Im Treppenhaus Maskenpflicht, die zu Beratenden können sich die Hände waschen oder nach Wunsch desinfizieren. Zwischen Berater und Beratendem gibt es eine Schutzwand aus Plexiglas und natürlich wird der entsprechende Abstand gewahrt. Leider werden keine Hände geschüttelt. Das ist zwar bedauerlich, dient aber der Sicherheit und ist vernünftig.

Wie ist die Situation für Sie selbst im Beratungsalltag?

Wir freuen uns, als Berater auch in schwierigen Zeiten den Menschen zur Seite zu stehen. Für die Sorgen und Probleme haben wir immer ein offenes Ohr.

Die Schwangerschaftsberatung der Diakonie in Riesa, Hohe Str. 9, ist unter 03525/744620 erreichbar.

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