Verena Farrar/asl

Keine Kurzarbeit in den Elblandkliniken

Meißen. Corona wirbelte auch im Elblandklinikum des Landkreises Meißen vieles durcheinander. Strukturen wurden angepasst, OP's verschoben und ein mobiles Behandlungszentrum der KV entstand. Dennoch hielten sich die Auswirkungen - auch wegen der geringen Fallzahlen der Erkrankten in Grenzen. Wir sprachen mit Klinikvorstand Frank Ohi über die Kosten und den Regelbetrieb.

Die Corona-Pandemie hat den Alltag Aller verändert, aber besonders, der Gesundheitssektor, die Kliniken der Region und die Ärzte standen vor enormen Anforderungen und Vorschriften, die erfüllt werden mussten.

Welche konkreten Einschränkungen hat es während der Hauptzeit der Corona-Pandemie für den normalen Krankenhausbetrieb gegeben?

Wir haben unseren Klinikbetrieb während der ganzen Zeit aufrecht erhalten, denn wir wussten nicht, wie stark das wirkliche Patientenaufkommen durch Covid-19-Patienten sein würde. Wie von der Gesetzgebung angeordnet, haben wir planbare Eingriffe verschoben, wenn es medizinisch vertretbar war. Aber Onkologische Eingriffe beispielsweise oder andere medizinisch hoch prioritäre Maßnahmen wurden zu keinem Zeitpunkt abgesetzt, da dies unser Versorgungsauftrag ist, der zu jeder zeit erfüllt wurde.

Welche Verluste können benannt werden, weil Betten leer bleiben mussten (Reservevorhaltung für Coronapatienten) und weil planmäßige OPs nicht durchgeführt werden konnten?

Wir können derzeit noch nicht abschätzen, wie sich dieser lange Zeitraum wirtschaftlich auf uns auswirkt, da von Gesetzesseite aus viele Rahmenbedingungen noch nicht geklärt sind, was das restliche Jahr angeht. Da wir aber vor »Corona« ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen waren, brauchen sich Patienten, Bevölkerung und Mitarbeiter keine Sorgen machen.

Wie viele Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit gehen oder sind es noch? Gab es Einschränkungen?

Wir haben zu keinem Zeitpunkt in unseren Kliniken im Landkreis Meißen Kurzarbeit durchgeführt und hatten es auch nicht geplant. Das zeigt auch, wie sicher ein Arbeitsplatz in den Elblandkliniken des Landkreises ist.

Wie wird die Coronakrise die Elblandkliniken kostenmäßig beeinflussen?

Es sind Mehrkosten entstanden, weil wir die Corona-Ambulanz im Landkreis aufgebaut haben und dafür außerplanmäßig Mitarbeiter eingesetzt haben. Wir haben dazu eine neue Intensivstation mit baulichen Veränderungen in Meißen aufgebaut für Covid-19-Patienten. Unser Labor hat frühzeitig selbst eine Teststrecke mit Analysegeräten für Abstriche und Blut-Antikörpertests gekauft. Des Weiteren haben wir Mehrkosten im Bereich für Schutzausrüstungen, Desinfektionslösungen und  Beatmungstechnik. Aber auch diese Mehrkosten sind teilweise gegenfinanziert worden durch Bundes- und Landesmittel. Auch für die Mitarbeiter haben wir Mehrkosten in kauf genommen, weil wir Bereiche aufgebaut haben, die es vor Corona nicht gab und jetzt weiterhin gesetzlich aufrecht erhalten werden müssen. Außerdem haben wir all unseren Mitarbeitern einen Corona-Bonus ausgezahlt.

Ausblick

  • Wie es weiter geht, hängt von den aktuellen Gegebenheiten und der weiteren Entwicklung in Bezug auf die Infektionszahlen ab.
  • Die mobile Corona-Station, die im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung am Elblandklinikum im Meißen entstanden war, wurde mittlerweile wieder abgebaut. Kann aber jeder Zeit reaktiviert werden.
  • Derzeit liegen die Fallzahlen von Coronaerkrankten sehr niedrig. Einige Personen befinden sich nach Urlaubsreisen in Quarantäne.

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