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Letzte Rettung: Tierschutzhof

Priestewitz. Tiere, die niemand mehr braucht, finden in Blattersleben ein neues Zuhause. Seit 2020 betreibt Simone Staatz hier eine Tierschutzstation und hat manch Tier vor dem sicheren Tod gerettet.

Wer das Gehöft im Priestewitzer Ortsteil Blattersleben besucht, wird von einer Hündin, einer ziemlich großen Hündin, begrüßt. „Eria ist eine spanische Herdenschutzhündin. Man hatte sie dort in den Bergen ausgesetzt“, erzählt Simone Staatz. Eria leidet an einem beidseitigen Kreuzbandriss. Die erste Operation hat sie schon hinter sich. „1.800 Euro“, sagt Simona Staatz. Die Rechnung hat die gelernte Altenpflegerin aus eigener Tasche bezahlt.

Mit Minischweinen angefangen

Die Idee zum Tierschutzhof kam ihr im letzten Sommer nach einem TV-Bericht. Das Veterinäramt in Erfurt hatte zwei Minischweine beschlagnahmt. Da niemand die Tiere haben wollte, standen sie kurz vor der Schlachtung. „Das konnte ich nicht zulassen“, sagt die 49-Jährige. Also machte sie sich in die Spur. Nach einer Prüfung durch das hiesige Veterinäramt hatten die beiden Borstentiere ein neues Zuhause – und nicht nur die. Zwei weitere Artgenossen kamen wenig später aus Essen hinzu. Deren Besitzer wurden vom Nachwuchs irgendwie überrascht.

Osterlämmer gerettet

Insgesamt 35 Tiere leben inzwischen in der Tierschutzstation, die sich mittlerweile dem Großenhainer Tierschutzverein angeschlossen hat. Darunter sind z.B. mehrere Hühner. „Sie stammen von einem Bauern, der sie aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hat“, erzählt Frau Staatz. In einer anderen Ecke sind Enten zu sehen, die früher bei Tierschauen Preise abgeräumt haben. Vor Ostern kamen mehrere Lämmer dazu. Eine Familie aus Hamburg hatte sie rechtzeitig vor der Schlachtbank gerettet. Was, wenn jemand mit einer Kuh vor dem Tor steht? „Da müsste ich passen. Das wäre dann doch eine Nummer zu groß“, sagt die Tierfreundin. Obwohl sie auch schon drei Pferde in einer Außenstelle betreut. Eins ist halbseitig erblindet, ein anderes hat chronische Bronchitis.

Kinder einbeziehen

Die meisten Tiere, die hier leben, haben eine tragische Geschichte hinter sich oder eben ihre Besitzer. Es gibt Tiere, die weitervermittelt werden und Tiere, die bleiben. „Wenn jemand eine unüberlegte Anschaffung bei mir kostengünstig loswerden will, dann bin ich nicht die richtige Ansprechpartnerin“, erklärt Simone Staatz. Demnächst ist ein neues Gehege für Hasen und Meerschweine geplant. Sobald die Corona-Maßnahmen es zulassen, sollen auch Kindergruppen die Tierschutzstation besuchen können, um mehr über Nutztiere zu erfahren.

Bisher bestreiten Simone Staatz und ihr Mann alles aus eigener Tasche.  Beide sind über jede Unterstützung dankbar. „Schon ein Sack voller Brot hilft uns weiter“, sagt Simone Staatz, die auch eine Ausbildung zur Großtierpflegerin hat. Es können aber auch Tierpatenschaften übernommen werden.

Kontakt: tierschutzhofstaatz@aol.com

Ein kurzes Video gibt's auf unserer FB-Seite Elbland.

 

 

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