Andre Schramm

Spielzeuggeschichte(n) der DDR

Meißen. 25 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Stadtmuseum Meißen in seiner Winterausstellung an Kinderzimmer der DDR und all jenes, was darin zu finden war. Für die älteren Besucher dürfte es ein Wiedersehen geben ? mit kabel(fern)gesteuerten Wartburgs, Indianern, Puppenhäusern, Kaufmannsläden und vielem mehr.

Im Gegensatz zu vielen anderen, hat Eric Palitzsch sein Kinderspielzeug aufgehoben. Allein schon durch seine vier Geschwister kam in der Rabenauer Familie viel zusammen. "Nach der Wende interessierte sich keiner mehr für DDR-Spielzeug. Das hatte den Vorteil, dass man so recht günstig an jahrzehntelange Raritäten kam", erinnert er sich. Es war die Geburtsstunde einer der umfangreichsten DDR-Spielzeugsammlungen, die nun im Stadtmuseum zu bewundern ist.

 

Seine Motivation sei nicht politischer Natur. "Das Spielzeug spiegelt auf besondere Weise den Zeitgeist und die wirtschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit wider", meint der Sammler. Zeigen sich beispielweise seine Spielautos der 50er und 60er Jahre noch sehr detailgetreu, so sind spätere Modelle weitaus einfacher dargestellt. "Das hat natürlich auch mit der Massenproduktion und der Materialknappheit der letzten Jahrzehnte in der DDR zu tun", erklärt der 41-Jährige.  Dass vieles von dem, was sächsische und thüringische Spielwarenproduzenten herstellten, erst gar nicht in die Läden gelangte, erfährt der Besucher auch. "Um wichtige Devisen zu beschaffen,  wurden Serien für das Ausland aufgelegt", sagt Palitzsch. Man exportierte nach Belgien, Holland, Frankreich, aber auch in die BRD. Manches davon konnte im Westen anschließend über den Quelle-Katalog geordert werden. Hin und wieder war das DDR-Spielzeug aber auch der Zeit voraus. "So spielten Mädchen beispielsweise mit einem Geschirrspüler, während ihre Muttis nicht einmal davon träumten", schmunzelt der Leihgeber. Auch bei der "Ju 152" war das Spielzeugmodell längst auf dem Markt, als die Verantwortlichen die Produktion des (echten) Flugzeugs einstellten.

Die Museums-Chefin zeigte sich begeistert von der Schau. "Sie ist für einen Familienausflug gut geeignet und weckt nicht nur Erinnerungen, sondern liefert auch viele Hintergründe", sagte Martina Fischer. In einem zweiten Teil widmet sich die Schau dem Holzspielzeug des verstorbenen Meißner Künstlers Lothar Sell. Zu sehen sind die ganz unterschiedlich gestalteten Wassertropfen, die er einst für seine Tochter Gundula fertigte. Für die Ausstellung (Ende: 22. Februar) wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen und Bastelnachmittagen aufgelegt.

DDR-Spielzeugsammler Eric Palitzsch (41) mit einem italienischen Sportwagen. Beziehungen zu Ländern, die nicht belastet waren, spiegelt sich auch in der Palette der DDR-Spielwaren wider.                                                                  Foto: Schramm

Termine:

Mittwoch, 19. November, 15 Uhr Auftaktveranstaltung zur Weihnachtsausstellung "Kleine Brennesseln" - Von einer Kindheit auf dem Dorf Gundula Sell liest aus Aufzeichnungen von Lothar Sell

Sonntag, 23. November, 11-17 Uhr "Funktionstest! Altes Spielzeug vorgeführt" vom Aussteller Eric Palitzsch

Sonntag, 30. November, 15 Uhr Adventsmusik des "Sächsischen Winzerchores Spaargebirge e. V. Meißen", Leitung Maria Meckel

Sonntag 7. Dezember, 15 Uhr Adventsmusik der Schüler der Musikschule des Landkreises Meißen, Leitung Georg Hammer

Sonntag 14. Dezember, 14.30 Uhr Adventsmusik des Kammerchores der Chorgemeinschaft Coswig-Weinböhla, Leitung Annelore Erler

Sonntag 21. Dezember, 15 Uhr Weihnachtsmusik mit Micha Winkler, Dresden

Sonntag 28. Dezember, 11-17 Uhr "Funktionstest! Altes Spielzeug vorgeführt" vom Aussteller Eric Palitzsch

Samstag 3. Januar 2015, 14 Uhr Familiennachmittag "Familie Wassermeier" Gundula Sell liest aus Geschichten von Lothar Sell

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