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Verliert der Kreis Berufsschulen?

Meißen. Der Haussegen bei der Kreishandwerkerschaft hängt mächtig schief. Man ist schockiert über die Entscheidungen des Kultus.

Das hätte vor Jahren keiner für möglich gehalten: Nach derzeitigen Plänen soll die Ausbildung des Metallbauernachwuchs des Handwerks die Stahlstadt Riesa verlassen. So wollen es die neuen Pläne für die Berufsschulnetzplanung des Kultusminsteriums für die Zentralisierung der Berufsschulen in Sachsen. Die handwerkliche Ausbildung im Bereich Metall und Elektro wäre dann – nach einer kurzen Übergangszeit – ausschließlich in Bautzen angesiedelt. Dort würde ein neues Kompetenzzentrum entstehen.

Das will die Kreishandwerkerschaft Meißen nicht hinnehmen. Sie hat ihre Vorschläge und schlagkräftige Argumente nach Dresden geschickt und hofft nun auf eine erneute Diskussion und Überdenken der Pläne. 

Geplant ist dann auch, die Bäcker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk vom Landkreis Meißen nach Dresden auszulagern sowie die Ausbildung der Dachdecker nach Löbau zu verlegen. Im Landkreis würden dann für das Handwerk nur noch Friseure, Elektroniker und Kfz-Mechatroniker ausgebildet.

»Diese Entscheidung wäre für uns eine Katastrophe«, versichert Jens-Torsten Jacob von der Kreishandwerkerschaft. Er sehe ein, dass sich Kompetenzzentren bilden müssen und nicht in jeder Stadt alles ausgebildet werden kann, aber der Stahlstadt Riesa mit einer Jahrhunderte langen Tradition in Stahlproduktion und Metallbau, mit einem gut funktionieren BSZ, einem modernen Qualifizierungszentrum, einer BA vor Ort und über 500 Handwerksberufen im Bereich Metallbau und Elektro, die Ausbildungmöglichkeit zu nehmen, ist für ihn nicht akzeptabel.

Im Vorschlag, den die Kreishandwerker dem Kultus übermittelt haben, soll es drei Kompetenzzentren und eine gesicherte Ausbildung im Kreis geben. Sie setzen sich für ein Kompetenzzentrum Bau für Dachdecker und Maurer sowie ein Kompetenzzentrum Kfz für Mechatroniker für Lkw und Pkw in Meißen und ein Kompetenzzentrum Metall/Elektro in Riesa für Metallbauer und Elektroniker ein. Außerdem soll die Ausbildung für Friseure in Meißen gesichert werden.

Die Argumente liegen für die Kreishandwerker auf der Hand: Die bereits bestehenden Netzwerke vor Ort nutzen, den ländlichen Raum stärken und die unpraktikablen Fahrwege für die Jugendlichen vermeiden. Die Hauptkritik an das Ministerium aus dem Landkreis ist, dass der neue Berufsschulnetzplan weder mit den Kreisen noch mit den bestehenden Schulen abgestimmt wurde. Immerhin hätten die Veränderungen auch Auswirkungen auf die verschiedenen Übergangsregelungen und Überbrückungsmöglichkeiten wie BVJ oder BGJ.

Das Handwerk ist der größte Ausbilder im Landkreis. Es werden aktuell in 60 Berufen mehr als 750 junge Menschen im Handwerk ausgebildet. Eine endgültige Entscheidung über den neuen Berufsschulnetzplan wird im Februar erwartet. Dann endet für viele Berufe die 3,5-jährige Ausbildungszeit.

Unverständnis

Mit der Entscheidung gegen die handwerkliche Metallausbildung  im Landkreis Meißen sehen die Kreishandwerker einen großen Widerspruch: 

Auf der einen Seite gewährt das Ministerium in Berlin das Modellprojekt »Offene Werkstatt« für einen Strukturwandel im Handwerk und auf der anderen Seite werden wichtige Ausbildungsgänge und damit Perspektiven im Landkreis gestrichen...

Wie passt das zusammen?

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Aktuelles zur Corona-Lage im Landkreis Görlitz

Görlitz. Aktuell wurden im Landkreis Görlitz 30 neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gegenüber dem Vortag ermittelt. Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich ausschließlich um Erwachsene, verteilt auf die unterschiedlichen Kommunen des Landkreises Görlitz. Eine Übersicht ist unter http://coronavirus.landkreis.gr/ einsehbar. Die durch den Landkreis ermittelte 7-Tage-Inzidenz beträgt 76,76 je 100.000 Einwohner. Unterschiede zu den RKI Zahlen ergeben sich aus den unterschiedlichen Zeitpunkten der Auswertung. 93 Menschen werden aktuell stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 15 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Landkreis Görlitz nachweislich 14.569 Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Derzeit befinden sich 255 Personen mit positivem PCR-Test in häuslicher Quarantäne. Vier weitere Menschen sind verstorben. Es handelt sich dabei um drei Frauen und einen Mann im Alter von 57 bis 95 Jahren. Die Zahl der im Landkreis Görlitz im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion Verstorbenen erhöht sich auf 908. Tätigkeitsbescheinigung zur Einreise aus Tschechien Mit der Einstufung eines Landes zum Virusvarianten-Gebiet gemäß Corona-Einreiseverordnung des Bundes müssen alle Personen bei Einreise einen negativen Corona-Test mitführen, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen wurde. Zudem gilt die Pflicht, sich unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben.  Ausnahmen von der Pflicht zur 14-tägigen häuslichen Quarantäne gelten bei Einreisenden aus einem Virusvarianten-Gebiet in Sachsen künftig für nachfolgend genannte Personengruppen: Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesensin Betrieben der Nutztierhaltung,Polizeivollzugsbeamte, die aus dem Einsatz und einsatzgleichen Verpflichtungen aus dem Ausland zurückkehren,Beschäftigte in der Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen, im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft sowie in der Informationstechnik, im Telekommunikationswesen und in Laboren medizinischer Einrichtungen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Betriebs unverzichtbar ist Die in Nr. 4 genannten Beschäftigten dieser Branchen müssen – zusätzlich zum täglich aktuellen Testnachweis – eine amtliche Bescheinigung des Landratsamtes als weiteren Nachweis mitführen. Ein Antragsformular dazu ist unter http://coronavirus.landkreis.gr/ zu finden. Das ausgefüllte Formular ist anschließend per E-Mail an berufspendler@kreis-gr.de zu senden. Es wird dann durch das Landratsamt bei Vorliegen der Voraussetzungen bestätigt und zurückgesandt, und ist nachher bei sich zu führen. Aktuell wurden im Landkreis Görlitz 30 neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gegenüber dem Vortag ermittelt. Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich ausschließlich um Erwachsene, verteilt auf die unterschiedlichen Kommunen des…

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Landessportbund schlägt Alarm

Sachsen. Wie jedes Jahr hat der Landessportbund Sachsen (LSB) im Januar seine knapp 4.500 Vereine aufgerufen, ihre Mitgliederstatistik zu übermitteln. Während aktuell noch letzte Meldungen eingehen und im Laufe des Februars dann detaillierte Auswertungen nach Kreisen und Sportarten angefertigt werden sollen, lassen die bisher vorliegenden Daten bereits erste Rückschlüsse auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie im organisierten Sport in Sachsen zu. So lässt die diesjährige Bestandserhebung einen Rückgang von insgesamt knapp 20.000 Vereinsmitgliedschaften erkennen. Gemessen an der Gesamtzahl von Vereinsmitgliedern im Freistaat entspricht dies einem Verlust von knapp drei Prozent. LSB-Präsident Ulrich Franzen zieht ein erstes Zwischenfazit: »In Anbetracht der Tatsache, dass Vereinssport in den vergangenen Monaten über lange Zeiträume gar nicht oder nur eingeschränkt möglich war, danken wir einer überwältigenden Mehrheit der Sporttreibenden in Sachsen dafür, dass sie ihren Vereinen treu geblieben sind! Nun liegt es an der Politik, diese Solidarität bei aktuell sinkenden Corona-Infektionszahlen auch mit praxistauglichen Öffnungsperspektiven zu belohnen.« Auffällig ist jedoch: Mit rund 12.000 Abmeldungen fand der Großteil der Austritte aus Sportvereinen im Altersbereich von 0 bis 14 Jahren statt – das entspricht einem Anteil von 60 Prozent am gesamten Mitgliederverlust. LSB-Generalsekretär Christian Dahms betont daher vor allem die dramatische Lage im Nachwuchsbereich: »Die Zahlen zeigen bereits jetzt das verheerende Bild, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche vom Sport abwenden. Es kann nicht sein, dass unseren Vereinen ausgerechnet diese vulnerable Gruppe, die in ihrer Entwicklung so stark von regelmäßiger Bewegung und dem sozialen Zusammenhalt im Sport profitiert, durch Corona verloren geht!« Angebote schnell wieder starten Der organisierte Sport in Sachsen hat bereits im Sommer 2020 Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt. »Zusätzlich können die Erkenntnisse der Restart-19-Studie sowie der Vierstufenplan der Deutschen Sportjugend weitere Grundlagen sein, den Vereinssport umgehend wieder in Gang zu bringen«, rät Dahms. »Der LSB unterstützt die Politik bei der Erstellung eines an das Pandemiegeschehen angepassten Stufenplans, denn die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Bei den kommenden Lockerungen der Corona-Regeln muss vor allem der Kinder- und Jugendsport so schnell wie möglich wieder geöffnet werden!«Wie jedes Jahr hat der Landessportbund Sachsen (LSB) im Januar seine knapp 4.500 Vereine aufgerufen, ihre Mitgliederstatistik zu übermitteln. Während aktuell noch letzte Meldungen eingehen und im Laufe des Februars dann detaillierte Auswertungen nach…

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