Andre Schramm

Felsenbühne nun auch im Aschenbrödel-Fieber

Radebeul. Die Landesbühnen Sachsen können und wollen sich der Aschenbrödel-Euphorie in der Region nicht entziehen. Daher steht das Stück auch im Mittelpunkt der neuen Saison auf der Felsenbühne Rathen, neben Vampiren und alten Bekannten aus der Prärie. Kurzum ? Filmhelden stehen dieses Jahr hoch im Kurs.

Die Naturbühne in der Sächsischen Schweiz ist nach wie vor beliebtes Ziel der Kulturfreunde in der Region. Im letzten Jahr besuchten insgesamt 52.660 Gäste die Aufführungen der Landesbühnen. Trotz der konstanten Zuschauerzahlen gegenüber dem Vorjahr konnten die Einnahmen in 2012 um 12 Prozent gesteigert werden. "Grund dafür ist die Ticketauswahl unserer Gäste. Viele entschieden sich für bessere Plätze", freute sich der kaufmännische Geschäftsführer Till Wanschura. Die Extra-Einnahmen dürften nicht ganz ungelegen kommen, schließlich wird an der Freiluftbühne derzeit kräftig in Licht, Akustik und Videotechnik investiert. "Wir schaffen damit die technischen Voraussetzungen, um künftig mehr Musicals unter freiem Himmel anbieten zu können", sagte Intendant Manuel Schöbel. So kommt am 5. Juli das "Hausmusical" Dracula erstmals zur Open-Air-Aufführung. Schöbels Worten zufolge können sich die Gäste auf actiongeladene Gruseleffekte zu später Stunde einstellen. Abgesehen hat man es dabei auf ein Publikum, das bisher schwer für das Theater im Freien zu begeistern war ? die 35 bis 50 Jährigen. Programmbestimmendes Stück des Sommers wird allerdings das Musical zum Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (ab 22. Juni) sein, bei dem sogar die Originalmusik von Karel Svoboda erklingen wird. Eine umfangreiche Werbekampagne in Nordböhmen und Prag sei dazu in Vorbereitung, sagte Schöbel mit Blick auf das große Interesse der Tschechen an der Aschenbrödel-Ausstellung in Moritzburg. Im Reigen der Filmhelden kommen traditionsgemäß aber auch Winnetou und Old Shatterhand (ab 18. Mai) nicht zu kurz. Ein weiteres Highlight ist das Theaterfest am 19. Mai. Motto: "Die Gebrüder Grimm kehren zurück". Kleine organisatorische Randnotiz dürften die neuen Besitzverhältnisse in Rathen sein. Die Theater GmbH ist kürzlich, wie Schöbel erklärte, Grundstückseigentümer der Felsenbühne geworden. Die Radebeuler selbst müssen diesen Sommer nicht auf ihr "Stadttheater" verzichten. Im Rahmen der Sommerlounge sind kleinere Repertoire-Vorstellungen in Radebeul geplant. Darüber hinaus wird in der Lößnitzstadt die Neuinszenierung "1645: Der Fürsten-Zug nach Kötzschenbroda" zur Aufführung in der Friedenskirche kommen (31. Mai). "Das Stück von Katrin Lange basiert auf den historischen Ereignissen um den Friedensschluss und untersucht die Faszination, die solch ein plötzlicher Frieden auslöste", erklärte Schöbel. Durch die Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags schied das Kurfürstentum Sachsen damals aus dem Dreißigjährigen Krieg aus.        

Manuel Schöbel und Aschenbrödel (Iris Stefanie Meier ). Foto: Schramm

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