Ostwind ? Wahl-Kreuze

Dresden. Andre Hahn ist ein erfahrener Polit-Profi. Im sächsischen Landtag war er lange Chef der Linksfraktion, jetzt zieht es ihn in den Bundestag. Warum, das erklärt er so: Er will einen fürsorglichen Staat, der seinen Bürgern gut bezahlte Arbeit und gute Bildung bietet, Hartz IV in die Jagdgründe schickt, höhere Renten zahlt und denen eine "bedingungslose Grundsicherung", die keine Arbeit finden. Oder wollen. Das hört sich gut an und wird gern gehört. Und man nimmt es Hahn ab, dass er im Landtag keine Chance sah, auch nur eines dieser Anliegen zu verwirklichen. Allerdings wird er es im Bundestag, sollte er gewählt werden, kaum leichter haben. Dort stößt er wie in Sachsen auf Leute, denen derartige Visionen entweder fremd oder im politischen Alltag abhanden gekommen sind oder die damit nerven, ständig nachzufragen, wie was wann zu bezahlen sei. Und von wem. Immerhin versucht sich Hahn mit einer Antwort: Die Schuldigen an der Finanzkrise seien zur Kasse zu bitten, dann gäbe es genug zum Verteilen. Was wieder gut klingt. Also: Rein in die Großbanken, raus mit den Bankern, rein in den Bundestag, in den US-Kongress, ins britische Unterhaus, in den chinesischen Volkskongress ? und her mit den Enteignungs-Gesetzen. Linken-Chefin Katja Kipping scheint da Hürden zu sehen. Weshalb sie lediglich deutsche Jahreseinkommen von über 40.000 Euro mit 100 Prozent besteuern will. Das sei gerecht, da niemand mehr als 40.000 Euro pro Jahr brauche ? nach Kipping-Erfahrungen. Klingt auch wieder einleuchtend. Sofern kein größerer Umzug geplant ist, kein zweites Kind zum Studium geht, keine neue Familienkutsche sein muss oder das Häusle-Dach nicht gedeckt werden soll. Aber wenn ? ja,  dann wird das mit den 40.000 Euro nicht nur Börsen-Gewinner, Fußballprofis oder Volksgesangs-Stars abschrecken, links zu wählen. Es ist eben ein Kreuz mit den Wahl-Kreuzen.  Gastkommentar von Hans EggertAndre Hahn ist ein erfahrener Polit-Profi. Im sächsischen Landtag war er lange Chef der Linksfraktion, jetzt zieht es ihn in den Bundestag. Warum, das erklärt er so: Er will einen fürsorglichen Staat, der seinen Bürgern gut bezahlte Arbeit und gute…

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