Stollenfest auf Canalettomarkt

Pirna. Die Bäcker und Konditoren im Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge haben ein gutes Händchen beim Stollenbacken: „In diesem Jahr ist die Qualität so gut wie lange nicht mehr!“. Zu dem Ergebnis kommt „Stollenprüfer“ André Bernadzky. Der Diplom-Lebensmittelchemiker und Chef der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Dresden (Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen) hat 37 verschiedene Stollen, die 18 Bäcker- und Konditormeistern der im Landkreis agierende Bäckerinnung Pirna freiwillig bei ihm eingereicht haben, getestet. Schließlich wollte die Bäckerinnung des Kreises wissen, welcher Stollen der beste weit und breit ist.  Beim Stollenfest auf dem Canalettomarkt in Pirna vergab der unabhängige Fachmann 29mal Gold und achtmal Silber an die Bäckermeister. 78 Prozent der Striezel bewertete er mit der Note „sehr gut“, lediglich acht mit „gut“ und kein einziger ist durchgefallen. „Das ist noch nie da gewesen“, lobt er die Macher des Bäckerhandwerkes. Je nachdem wie viele verschiedene Stollen aus der Backstube eingereicht worden, nahm manch einer der Bäcker- oder Konditormeister sogar dreimal Gold mit nach Hause. Eine extra „goldene Auszeichnung“ vergab der Prüfer an elf Stollen von fünf Bäckereibetrieben. Sie alle wurden das dritte Jahr in Folge mit „sehr gut“ bewertet. „Mit insgesamt elf waren das in diesem Jahr eine stattliche Anzahl “, freut sich Bernadzky. Hauptsächlich Mandel- und Rosinenstollen aber auch vier Mohnstollen waren dabei. Neben den Klassikern bekam er auch zwei Neuerfindungen auf den Tisch: einen Dinkel-Aronia-Stollen und Urgetreide-Berberitze-Stollen. Diese beiden stammen von Aus Liebe zum Genuss – Bäckerei Hiekel – ansässig in Kreischa und Pirna. Sie wurden von Konditorin und Inhaberin Grit Großmann kreiert. Dabei dürften die Neuproduktion die gesündesten Stollen sein. Großmann, Ernährungsberaterin im Bäckerhandwerk: „Der Dinkel-Aronia ist vor allem auch für Diabetiker eine Alternative. Die Aroniafrucht ist eine sächsische Apfelbeere und ernährungsphysiologisch vielfältig einsetzbar. In Kombination mit Dinkelvollkorn macht sich die Frucht mit ihrem etwas säuerlichen und herb-adstringierenden Geschmack sehr gut.“ Bernadzky prüfte und wertete über fünf Stunden lang – anhand von etwa 130 Kriterien – vorgegeben von der DLG Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Er vergab Punkte u.a. für die Form und das Aussehen, die Eigenschaften der Krumen, wie Struktur und Elastizität, Geruch und Geschmack hatten die höchste Gewichtung , nur der Stollen der 100 Punkte bekam, bekommt Gold. Daniel FörsterDie Bäcker und Konditoren im Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge haben ein gutes Händchen beim Stollenbacken: „In diesem Jahr ist die Qualität so gut wie lange nicht mehr!“. Zu dem Ergebnis kommt „Stollenprüfer“ André Bernadzky. Der…

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Streitaltlas: So streitlustig sind wir

Dresden. Dass es einen Glücksatlas gibt, ist vielleicht bekannt. Vom Miet(preis)atlas hat man vielleicht auch schon einmal gehört. Doch der Streitatlas? Sowas gibt's tatsächlich. Gemeint ist eine Übersicht über juristische Auseinandersetzungen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene. Die Studie, die die Versicherung »Generali Deutschland« aller zwei Jahre anfertigt, soll Einblick in die Streitkultur der Deutschen geben. Grundlage sind rund zwei Millionen Streitfälle in Deutschland. »Durch die Veröffentlichung möchten wir die Gesellschaft für das steigende Risiko sensibilisieren, selbst im Alltag in Rechtsstreitigkeiten verwickelt zu werden. Zudem unterstreicht der Atlas, wie sich zum Beispiel Kosten und Dauer bei Disputen entwickeln und warum Streitprävention im Interesse aller liegen sollte«, sagt Giovanni Liverani, Generali.Vorstandsvorsitzender. Rheinländer Jecken streiten besonders gernSucht man die größten Streithähne in der Republik, wird man im Norden und Westen des Landes schnell fündig. Auch die Menschen in den Stadtstaaten rennen besonders schnell zum Anwalt.  Lag der Bundesdurchschnitt im Jahr 2018 bei 24,7 Streitfällen pro 100 Einwohnern, waren es in Berlin 29,2 und Hamburg 28,8. Besonders wenig Spaß verstehen die Jecken im Rheinland. Die Karnevalshochburg Köln darf sich auch Krawallhauptstadt 2018 nennen – mit 32,2 Prozent. In Sachsen (24,4 %), Thüringen (23,2 %) und Bayern (21,3 %) geht man juristischem Ärger lieber aus dem Weg. Streitgründe: Darüber gibt's den meisten ZoffIm Autoland BRD verwundert es kaum, dass sich knapp ein Drittel aller Streits rund um die Themen Straßenverkehr und Mobilität (Blitzen, Tempo) vor. Noch mehr fechten die Menschen in Deutschland Konflikte im Privat- und Strafrecht aus – auf diese Kategorie entfallen rund 38 Prozent aller Streitfälle, gefolgt von Arbeitsumfeld (13,1%) und Bereich Wohnen/Miete (11,3%). Streitende Dresdner und UmländerIn Dresden war 2018 jeder Vierte in einen Rechtsstreit verwickelt. Auf 100 Einwohner kamen 25,9 Streitälle. Damit sind die Dresdner streitfreudiger als die Menschen in den Kreisen Bautzen (23,2 Streitfälle pro 100 Einwohner, Meißen (22,5) und Sächsische Schweiz Osterzgebirge (22,3). Sie striffen vor allem Privates (35,2 Prozent) und Verkehrsrecht (27,9%). Interessant ist die Dauer der Streitfälle: 44,7 Prozent aller Streitfälle dauern in Dresdens länger als 12 Monate an. Und fast jeder zehnte Streit hat einen Streitwert von mehr als 10.000 Euro. Im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ziehen sich ebenfalls 45 aller vor Gericht ausgetragenen Steitigkeiten mehr als ein Jahr hin, hier übersteigt bei 9,1 Prozent der Streitwert die 10.000 Euro-Marke (Durchschnitt Deutschland: 10,8 Prozent). Hier gibt's den Streitatlas digital: https://generali-streitatlas.streit-lotse.de/ Dass es einen Glücksatlas gibt, ist vielleicht bekannt. Vom Miet(preis)atlas hat man vielleicht auch schon einmal gehört. Doch der Streitatlas? Sowas gibt's tatsächlich. Gemeint ist eine Übersicht über juristische Auseinandersetzungen auf Bundes-,…

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