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Ampel oder Kreisel?

Pirna. Die Königsteiner Bürgerinitiative »Ampel-NO – Kreisel-GO« setzt sich bei der Realisierung der Pirnaer Südumfahrung für einen Kreisverkehr ein.

Die Bürgerinitiative um den Königsteiner Gottfried Gäbel stellt sich die Frage, ob denn mit der Ortsumfahrung (OU) Pirna eine »leistungsstarke und attraktive Verkehrsverbindung von der B172a zur Sächsischen Schweiz realisiert« wird. Sie bezweifelt, dass mit der jetzigen Planung einer Ampel am Abzweig der alten B172 zur B172n in der Nähe von Pirna-Sonnenstein dieses Ziel erreicht werden kann.

Briefe und Petitionen

So hat die Initiative eine eigene »Kreisel«-Variante entwickelt und schon mehrere Briefe an Ministerien verfasst und Petitionen eingereicht. Zunächst wurde eine Petition des Kreistages an das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) wegen Nichtzuständigkeit abgelehnt.
Am 3. April 2020 leitete die Bürgerinitiative diese Petition an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) weiter, welche am 27. Juni dann beantwortet worden ist. Darin heißt es, dass die Leistungsfähigkeit der Lichtsignalanlage (LSA) durch verkehrstechnische Untersuchung bestätigt worden ist. An der Knotenpunktform (KP) LSA wird wegen »Richtlinien zur Anlage von Landstraßen (RAL)«, sowie Sicherung der Bevorrechtigung auf der OU festgehalten. Ein Planänderungsverfahren wäre aufwendig und teuer und somit  kann von der gewählten KP-Form LSA nicht abgewichen werden.

Strecke von Kreisverkehren geprägt

Da die Bürgerinitiative einer anderen Ansicht ist, schrieb sie am 9. Juli einen weiteren Brief an das BMVI. In der Antwort vom 27. Juli verteidigte das Ministerium die Bevorrechtigung der Ortsumfahrung und damit Benachteiligung des Verkehrs Richtung Königstein und Pirna. Darin lautet es: »Kreisverkehre unterbrechen die auf Linearität ausgelegte Streckencharakteristik […] der B172 [...] und ein Kreisverkehr (KV) [wäre] nicht geeignet.«

Darauf erwiderte die BI, dass die Streckencharakteristik eben von KV geprägt sei und der Kreisel-GO der Mittelpunkt von fünf KV im Streckennetz ist und eine LSA dort nach Bundesfernstraßengesetz völlig ungeeignet wäre. Ein Kreisel weise zudem eine hohe Leistungsfähigkeit von 34.000 KFZ in 24 Stunden auf und ist sehr flexibel auf Schwankungen im Verkehrsaufkommen, zudem selbstregulierend und man hat immer in alle drei Richtungen freie Fahrt. Gemäß den Empfehlungen des »Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages« (WD) von 2019 ist auch die Verknüpfung von Straßen unterschiedlicher Hierarchie regelkonform.

Drei gleichstarke Verkehrsströme

Im dritten Brief des BMVI vom 24. August wird die Leistungsfähigkeit der Ampel wiederum verteidigt. Darin heißt es, dass aktuellere Verkehrsprognosen davon ausgehen, dass mehr als 70 Prozent der Verkehre im Knoten auf die Ortsumfahrung B172 und weniger als 30 Prozent auf die Einmündung von beziehungsweise zum Sonnenstein entfallen. Somit ist die zügige Streckenführung des Streckenzuges B172 an diesem Knotenpunkt zu stärken.

Dieses Schreiben bekräftigt die Bürgerinitiative in ihrer Philosophie von drei in etwa gleichstark frequentierten Verkehrsströmen im Knotenpunkt, nämlich 35 Prozent Richtung A17, 35 Prozent Richtung Königstein und 30 Prozent Richtung Pirna, jeweils auch in die Gegenrichtung. Daher bietet sich ein Kreisel an.

Die BI hofft nun, mit ihrer Petition an den Bund eine Änderung der Knotenpunktform zu erwirken. Sie trägt auch die Unterschrift und das Siegel des Bürgermeisters von Königstein, Tobias Kummer.

(Roberto Rink)

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Kommentar von putzke
Kreisverkehr-Verhinderer sind Individuen, die von gefahrlosem, staufreiem Straßen-Verkehr und umweltfreundlicher Verkehrslösung keine Ahnung haben. Ob das Herr Dr. Scheuer lösen kann und will ist fraglich.
Kommentar von Raimond Törpsch
Einen Kreisverkehr kann ich mir sehr gut an dieser Stelle vorstellen. In GB, Frankreich oder Dänemark haben mich Kreisverkehre immer wieder überzeugt. Der Verkehrsfluss ist mit ihnen viel besser zu halten.