Roberto Rink

Das Hanno soll verkauft werden

Pirna. Der Pirnaer Stadtrat hat mehrheitlich für einen Verkauf des Hanno gestimmt. Diese Entscheidung rief viele Reaktionen über die zukünftige Nutzung hervor.

Der Pirnaer Stadtrat stimmte Anfang Februar mehrheitlich für die Grundsatzentscheidung zur Veräußerung des Hanno. Für den Verkauf stimmten 14 der 27 anwesenden Stadträte. Allein der fraktionslose Stadtrat André Liebscher votierte gegen den Verkauf des städtischen Gebäudes. Der Stadtrat begründet seine Entscheidung auch mit der seltenen Nutzung des Hauses und den hohen Betriebs- und Wartungskosten. Zudem befände sich das denkmalgeschützte Hanno in einem sanierungsbedürftigen Zustand, der Saal ist schon lange wegen brandschutztechnischer Mängel gesperrt.

Beliebter Treffpunkt

Das Hanno war über viele Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt und Ort für verschiedene Feiern, Workshops und andere Veranstaltungen. Auch der Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nutzt das Gebäude. Der Tanzsportclub »Silberpfeil« war bis Anfang 2021 im Hanno beheimatet, ist aber nun in die Sporthalle der Pestalozzi-Oberschule in Copitz umgezogen.
Das Thema wird besonders in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert, wo viele traurig und wehmütig auf einen möglichen Abschied vom Hanno berichten.

Rocco Geißdorf, Geschäftsführer des Jugend-, Kultur- und Vereinshaus »HANNO e.V.«, sagt: »Die laufenden Betriebskosten übersteigen immer mehr die Förderung. Wir hatten deshalb bei der Stadt eine höhere Förderung beantragt, das aber wurde abgelehnt.« Man habe sich als Verein zudem bei der Stadt dafür eingesetzt, auch im Stadtzentrum einen Jugendtreff einzurichten, der im Jahr 2014 dann auch in den Kellerräumlichkeiten der Stadtbibliothek einziehen konnte. Die Büroräume des Hanno-Vereins sind bereits auf die Grohmannstraße 1 umgezogen.

Thomas Gockel von der Stadtverwaltung Pirna betont, »dass der Standort keine Akzeptanz mehr bei den Jugendlichen besaß. Seit der Verlegung in die Innenstadt erfreute er sich deutlich besseren Zuspruchs.« Zudem soll es eine Befragung der Jugendlichen geben, um die Angebote für diese Zielgruppe besser ausrichten zu können.
 
Braucht Pirna das Hanno?

André Liebscher (fraktionslos), der als einziger Stadtrat gegen den Verkauf gestimmt hat, moniert, dass eine rein auf Zahlen basierende Entscheidung nicht immer die Richtige sein muss. Ihm fehle eine ergebnisoffene Diskussion darüber, wie die Alternative zum Verkauf aussehen könnte. »Ich sehe an dieser Stelle auf der Hohen Straße durchaus Entwicklungspotential für eine städtische Verwendung des Gebäudes oder des Grundstücks. Ein Ideenwettbewerb würde sicherlich umsetzbare Vorschläge für den Erhalt und die zukünftige Nutzung des Hanno zum Wohl der Allgemeinheit hervorbringen«, stellt Liebscher klar.

Die AfD-Fraktion begründet ihre Zustimmung der Grundsatzentscheidung über einen möglichen Verkauf des Hanno damit, dass die jährlichen Betriebskosten von rund 60.000 Euro kaum in Relation mit einem verbliebenen Mieter (Jugendring) im Gebäude zu bringen sind. Mit der aktuellen Haushaltssituation wäre das nicht vereinbar. Weiterhin wird argumentiert, dass der Stadtrat weiterhin die Zügel in der Hand habe, wenn es um den eigentlichen Verkauf des Hanno und seine zukünftige Nutzung gehen werde.

Auch die Fraktion von Grünen und SPD haben dem Antrag zur Veräußerung des Komplexes zugestimmt. »Auch wir sehen keine sinnvolle Nutzungsperspektive. Zudem wären erhebliche Investitionen in das Gebäude notwendig«, sagt Ralf Wätzig (SPD). Zudem würden die stadtteilbezogenen Jugendtreffs in Copitz, auf dem Sonnenstein und in der Altstadt momentan ausreichen.

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Zittau will die Kameras

Zittau. Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei seinem Zittauer Amtskollegen Thomas Zenkers anders aus. So sank beispielsweise die Zahl der Eigentumsdelikte 2020 im Vergleich zu 2019 in Görlitz um 19 Prozent, in Zittau stieg sie um 24 Prozent. Eine ähnliches Bild gibt’s bei den Fahrzeugdiebstählen: In Görlitz sank die Zahl um 42 Prozent (Rückgang von 120 auf 70 Fälle), in Zittau gab es einen Anstieg um 76 Prozent (von 38 auf 67 Fälle). Diese Zahlen führt die Polizei auch auf die in Görlitz eingesetzte Videoüberwachung zurück, die im August 2019 in Betrieb ging. Die hochauflösende Technik überwacht an derzeit fünf Standorten den grenzüberschreitenden Verkehr. Die aufgezeichneten Daten werteten die Ermittler bei entsprechenden Straftaten aus. In allen übrigen Fällen wird das Material nach 96 Stunden unwiderruflich gelöscht. Darüber hinaus steht den Kriminalisten seit Ende Februar 2021 eine mobile Variante dieser Technik zur Verfügung. „Der Anstieg dieser Kriminalitätskennzahlen in Zittau und Umgebung ist erschreckend und deutlich höher als nach den Vorwarnungen auf mögliche Verdrängung aus dem Görlitzer Raum zu befürchten war“, erklärt Thomas Zenker. Die Vorbereitungen für die Kameraüberwachung an wichtigen Routen im Zittauer Raum liefen zwar bereits, die notwendigen Entscheidungen im Haushalt des Freistaats und daran gekoppelte Ausschreibungen und Vergaben lassen aber noch einen längeren Zeitraum bis zur Umsetzung vermuten. Die Stadt hat dem Innenministerium in allen planungsrechtlichen Dingen Unterstützung zugesichert. Der Zittauer OB hat auch das Gespräch mit den polnischen und tschechischen Nachbarkommunen gesucht: „Wir sind uns einig, alle wollen diese Technik und die Unterstützung der Soko Argus sowie weitere bi- und trinationale Polizeizusammenarbeit – wir brauchen neue Wege zur erfolgreichen Kriminalitätsbekämpfung in unserer Region. Das ist unser nachbarschaftliches Miteinander eine wichtige Grundlage.“  Bis zur Errichtung von Kameratechnik in Zittau dürfte es jedoch noch mehr als ein Jahr dauern, sodass Zenker eine weitere negative Entwicklung für Zittau befürchtet. „Der Freistaat muss deshalb sofort konsequent handeln, sonst ist der sichtbare Erfolg im Görlitzer Bereich nur ein teuer erkaufter und fauler Kompromiss.“ Seit November 2019 gibt es die Soko Argus. Vergangene Woche wurde nach 16-monatiger Arbeit der Sonderkommission Bilanz gezogen. Während der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sich über die genannten Zahlen sicher freuen dürfte, sah das bei…

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HC Elbflorenz erhält Lizenz

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