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Gohrisch hat gewählt

Gohrisch. Christian Naumann (69) wird neuer Bürgermeister von Gohrisch. Der pensionierte Kripobeamte und ehemalige Ortsvorsteher gewann die Wahl mit deutlicher Mehrheit.

  Der parteilose Christian Naumann wird ehrenamtlicher Rathauschef der Gemeinde Gohrisch in der Sächsischen Schweiz. Der 69 Jahre alte, pensionierte Polizeibeamte (Kriminalkommissar a. D.), der für einige Jahre Ortsvorsteher in Kurort Gohrisch war, setzte sich bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag (19. Januar 2020) mit deutlicher Mehrheit gegen seinen ebenfalls parteilosen Mitbewerber, Johannes Dietrich durch. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis, das am späten Abend im Gemeindeamt Gohrisch verkündet wurde, entfielen auf Naumann 536 Stimmen. Der 41-jährige freiberuflich tätige Diplom-Berufspädagoge Johannes Dietrich, der in Königstein eine Kleiderstube und einen Reparaturtreff betreibt, bekam 383 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 61 Prozent. Von rund 1540 Wahlberechtigten waren reichlich 930 Wähler zur Urne geschritten.

In den Ortsteilen Kleinhennersdorf und Kurort Gohrisch hatten sich beide Bewerber ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. In Cunnersdorf und Papstdorf konnte jedoch Naumann, der Mitglied im Heimatverein Gohrisch und Darsteller im Landschaftstheater in Reinhardtsdorf-Schöna ist, deutlichmehr Stimmen auf sich vereinen. Vorausgesetzt es gibt keinen Einspruch, kann Christian Naumann bereits Ende Februar die Ratssitzungen leiten.

Die Neuwahl um den Posten des Bürgermeisters war nach einem Streit notwendig geworden. Bei dem Urnengang am 26. Mai vergangenen Jahres hatte der Gemeindewahlausschuss fast die Hälfte aller abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt. Obwohl lediglich der Einzelkandidat der Linken, Maik Günther (38), auf dem gedruckten Wahlschein stand, hatte Christian Naumann, der zur Wahl gar nicht angetreten, aber dessen Name als Wunschkandidat auf zahlreiche Wahlscheine geschrieben worden war, zwar mit 50,6 Prozent die meisten Stimmen erhalten, jedoch konnten die laut dem Gremium nicht eindeutig und klar seiner Person zugeordnet werden (u.a. weil sein Wohnort fehlte), so dass am Ende nur 204 anerkannte Stimmen auf Naumann entfielen.

Der Wahlausschuss erklärte nach der Wahlprüfung Papiermacher und Schichtarbeiter Maik Günther zum Wahlsieger. Der hatte zunächst 37,3 Prozent der Stimmen erhalten. Maik Günther bat jedoch, das Amt nicht annehmen zu müssen. Er wolle nicht gegen den erklärten Willen der Einwohner deren Bürgermeister sein und hatte seine Entscheidung auch mit einem „unfairen Wahlkampf“, bei dem üble Nachrede und gezielte Verleumdungen gegen ihn eine Rolle gespielt hätten, begründet. Die Aufsichtsbehörde gab seinem Rückzug statt, so dass nun erneut in Gohrisch ein Gemeindeoberhaupt gewählt wurde.

Der scheidende Bürgermeister Heiko Eggert (79, parteilos), der am 5. Juli 2012 sein Amt angetreten hatte, hatte sich bereit erklärt, bis zur Neuwahl im Amt zu bleiben. (df)

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