Zimmis Einwurf

Dresden. Angst, nein Angst ist ein schlechter Begleiter. Deshalb hat auch keiner Angst bei Dynamo Dresden. Vielleicht ist Ehrfurcht das richtige Wort. Ehrfurcht vor dem, was schon mal passiert ist bei den Schwarz- Gelben? Damals im zweiten Zweitbundesligajahr unter Christoph Franke. Zu Weihnachten kam Peter Pacult. Umsonst. Der kommt diesmal garantiert nicht. Weshalb sollte er auch? Der Wiener bekommt regelmäßig von den Verkaufserlösen der Flügel verbreitenden Brause so eine ordentliche Menge Geld, und zwar regelmäßig, überwiesen. Ihm geht es sehr gut. Und für die Hälfte arbeitet auch keiner gern. Würde auch bedeuten, dass mindestens fünf Neue auf dem Jahresend-Wunschzettel stehen würden. Dann hätte Dynamo plötzlich 34 Akteure im Kader. So viel grün gibt es ja auf keinem Trainingsplatz. Also Vertrauen aufbauen, dass es außer den Dresdnern noch zwei weitere Vereine in dieser Saison gibt, die sich noch schwächer präsentieren und dann auf das Relegationsspiel gegen den Dritten in der Drittliga-Tabelle setzen? Ja, das klingt brutal. Aber die Wirklichkeit ist auch keinen Deut zu beschönigen. Und das im fußballverrückten Elbflorenz, vor der am Sonnabend in der Sporthalle auf der Bodenbacher Straße angesetzten Mitgliederversammlung und vor dem Hintergrund, dass Dynamo ein Plus von 630.000 Euro erwirtschaftet hat. Weil doch die Mitgliederzahl von 8.800 auf fast 13.000 gestiegen ist. Weil rund 24.800 Zuschauer zu jedem Heimspiel ins Stadion kamen. Weil sich die Werbeeinnahmen auf vier Millionen fast verdoppelten. Das klingt alles wie ein schönes Märchen. Wenn da nicht die Ernüchterung über den sportlichen Tiefflug wäre. Also hat Dynamo gar das Glück verlassen? So einfach ist die Krise nun aber wahrlich nicht zu erklären und vielleicht noch abzuhaken.  Ja, die Krise! Im Moment helfen keine schönen Worte mehr. Wer über Gras fressen redet, muss auch die Fetzen fliegen lassen. Aber nicht so primitiv, dass der Schiedsrichter einem mit Karten vor dem Gesicht rumfuchtelt, die den Ausschluss bedeuten. Erst einmal müssen sie im Klub einen Krisenmanager finden. Und zwar einen, der handelt. Von der Ausstrahlung her ist das immer noch der Trainer, der Dynamo in Liga Zwei gebracht hat. Er bleibt ruhig und steht gelassen jedes Interview durch. Loose lässt sich nicht provozieren. Interessant ist, wer zuerst die Nerven verliert. Kitzel pur! (im Bild - Gert Zimmermann)Angst, nein Angst ist ein schlechter Begleiter. Deshalb hat auch keiner Angst bei Dynamo Dresden. Vielleicht ist Ehrfurcht das richtige Wort. Ehrfurcht vor dem, was schon mal passiert ist bei den Schwarz- Gelben? Damals im zweiten Zweitbundesligajahr…

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Ostwind ? Am Ende des Handels

Dresden. Ab Januar müssen wir beim ersten Arztgang im Quartal nicht mehr die "Praxisgebühr" abgeben. So wollten es angesichts gut gefüllter Gesundheitskassen fast alle Bundestags-Parteien. Nur die CSU wollte es nicht, oder besser: Sie wollte es nur wollen, wenn ihre Regierungspartner das von ihr geschätzte Betreuungsgeld auch wollen würden. Am Ende des Handels wollten sie. Also bekommen Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita geben, sondern zu Hause betreuen, ab August nächsten Jahres ein Betreuungsgeld. Was den äußerst lauten Streit um dieses Geld noch einmal anheizt. Vor allem, weil ab Mitte 2013 zwar Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz besteht, aber erwartungsgemäß Kita-Plätze fehlen, derzeit rund 200.000, die meisten in den Bundesländern West. Da wäre es doch sinnvoller, das Betreuungsgeld für den Bau von Kitas einzusetzen, schimpfen die Betreuungsgeld- Gegner. Auch sei diese "Prämie" ein völlig falsches Signal und für manche Eltern gar Anreiz, ihren Nachwuchs nicht in die Kita zu geben, also gegen das Wohl des Kindes zu verstoßen: Es müsste isoliert aufwachsen, lerne schwerer sprechen und wenig von dem Sozialverhalten, das es brauche, um später gut in die Schule zu starten. Und so weiter. Dazu sei angemerkt: Bei aller Ablehnung des Betreuungsgeldes ? im nächsten Jahr werden nicht wenige Eltern froh sein, dass es gezahlt wird, weil sie trotz ihres schönen Rechtsanspruchs keinen Kita-Platz bekommen. Doch dürfte sich denen die Frage aufdrängen, ob sie das Betreuungsgeld überhaupt annehmen sollten. Schließlich setzen sie ihre Kinder der Gefahr aus, sozial auffällig zu werden. Dieses im deutschen Ideologen- Land zu fragen, ist selbstverständlich risikobehaftet. Weshalb wir darüber nicht weiter räsonieren und uns viel mehr freuen wollen, dass die Praxisgebühr abgeschafft worden ist. Mit Hilfe des Betreuungsgeldes. (im Bild Hans Eggert - Gastkommentar)Ab Januar müssen wir beim ersten Arztgang im Quartal nicht mehr die "Praxisgebühr" abgeben. So wollten es angesichts gut gefüllter Gesundheitskassen fast alle Bundestags-Parteien. Nur die CSU wollte es nicht, oder besser: Sie wollte es nur wollen,…

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