Auf den Spuren der Eltern

Servicetexte. Wenn die Berufswahl feststeht – Eine Übernahme des Familienbetriebs will gut überlegt sein

Tausende Unternehmen stehen jedes Jahr vor dem Generationswechsel. Oft scheint es selbstverständlich, die eigene Laufbahn nach der Familientradition auszurichten. Wie sinnvoll ist das?
Der berufliche Lebensweg der Kinder von Selbstständigen kann vorgegeben sein: Der elterliche Betrieb verspricht einen sicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Zwar sind die Wahlfreiheiten größer geworden, jeder Mensch geht primär nach den eigenen Neigungen und weniger nach den Wünschen der Eltern ins Berufsleben. Doch auch ohne familiären Druck erscheint die Übernahme oft leicht – leichter, als sie ist. Darum sollten weniger Gefühle als Vernunft den Ausschlag geben.

Finanziell nüchtern kalkulieren

Vor allem empfiehlt es sich, die Ausbildung in einem familienfremden Betrieb zu absolvieren, auch wenn man in der Branche bleibt. Der Blick über den Tellerrand, den man als Azubi lernt, ist später Gold wert. Die Insiderkontakte der Eltern sind zwar hilfreich, jedoch hängt die spätere Zufriedenheit mit der Berufswahl auch davon ab, sich unabhängig von familiären Hilfen behaupten zu können. Denn auch wenn die ältere Generation mit Rat und Tat weiter zur Seite steht: Selbstständigkeit ist wörtlich zu nehmen.

Sich von Experten beraten lassen

Darum sollte vor der Entscheidung, ob nach der Schule der Weg in Richtung Betriebsübernahme geht, auch sachliche und fachliche Beratung durch neutrale Experten stehen. Coaches helfen zu klären, ob die persönliche Eignung der Jugendlichen vorhanden ist. Banken, Steuer- und Wirtschaftsberater durchleuchten die finanziellen und rechtlichen Seiten einer Betriebsnachfolge. Wichtig ist, dass der jungen Generation ausreichender wirtschaftlicher Spielraum für die Weiterentwicklung der Firma bleibt und die ältere Generation nicht zu hohe Erwartungen an die eigene Alterssicherung durch das Unternehmen hat.

 

 

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