hg

"Krankes Gesundheitssystem" - Antworten der Ministerin - 03

Südbrandenburg. Jetzt antwortet die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz auf unsere Fragen: Über Wochen besuchte WoKu Kliniken, Hausärzte und Pflegeeinrichtungen, ließ Leser zu Wort kommen, benannte die Probleme und bat die politisch Verantwortlichen um Antworten.

Region. Nach dem Komplex „Pflege“, zu dem die Ministerin in den letzten beiden Ausgaben auf unsere Fragen antwortete, geht es nun um Probleme, mit denen die Kliniken konfrontiert sind. Insbesondere um Fragen in Sachen  Bürokratie, überlastete Notaufnahmen, Ausbildungsfinanzierung oder auch die Forderung einer einheitlichen Sprach- und Medizinprüfung für ausländische Ärzte.  

Wir haben in den Krankenhäusern eine Bürokratie, die ihresgleichen sucht. Was nicht aufgeschrieben wurde, hat aus Sicht der Kassen nicht stattgefunden.
»Die Kritik an zeitfressender Bürokratie kann ich nachvollziehen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen: Die finanziellen Leistungen der Kassen an die Krankenhäuser müssen mit entsprechender Dokumentation einhergehen – und zwar im berechtigten Interesse der Beitragszahler. Eine gute Dokumentation ist vor dem Hintergrund drohender Haftungsfälle ohnehin unumgänglich. Diese Qualitätsanforderungen haben die Leistungserbringer und die Krankenkassen untereinander vereinbart. Klar ist aber auch: Jede Möglichkeit, übermäßige Bürokratie abzubauen, muss genutzt werden. Der Patient muss im Mittelpunkt stehen, nicht das Papier.«

FDA überarbeiten
Der Fixkostendegressionsabschlag (kurz: FDA) soll wirtschaftlich begründete Leistungsausweitungen der Kliniken dämpfen. Denn so wird berücksichtigt, dass bei der Erbringung von Mehrleistungen die Fixkosten pro Leistung sinken und es damit letztlich betriebswirtschaftlich günstiger wird, mehr Fälle zu behandeln.
»Der Grundgedanke des FDA ist richtig und wird von mir voll unterstützt. Schließlich sollten Krankenhausbehandlungen immer medizinisch begründet sein und nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen erfolgen. Das KHG sieht auch Ausnahmen vor, in denen der FDA nicht oder nur hälftig zur Anwendung kommt, wie z.B. bei Transplantationen oder bei Leistungssteigerungen, die aus einem neuen Versorgungsauftrag herrühren.
 Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) hat der Bund das Thema FDA aufgegriffen. So sollen Krankenhäuser und Krankenkassen künftig nicht mehr über den FDA verhandeln müssen. Stattdessen soll dieser in Zukunft fix bei 35 Prozent für eine Dauer von drei Jahren liegen.
 Derzeit sehe ich aber keinen grundsätzlichen Überarbeitungsbedarf des FDA und mir gegenüber wurde dies bislang auch nicht angezeigt. Aber selbstverständlich können die Krankenhäuser über ihre Verbände Änderungsanträge in Gesetzgebungsverfahren einbringen.«

Sie haben noch offene Fragen zum Thema Pflege oder wollen uns Ihre Erfahrungen mitteilen? Dann schreiben Sie uns einfach einen Leserbrief: Stichwort »Gesundheitssystem« an WochenKurier Lokalverlag, Geierswalder Straße 14, 02979 Elsterheide/Bergen. Oder schicken Sie uns eine eine Email an redaktion@wochenkurier.info

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Notfalldose kann Leben retten

Dresden. Sie ist aus Plastik, kaum größer als ein Joghurtbecher und sollte im Kühlschrank stehen. Dort platziert, kann sie Leben retten! Denn in  dem etwa zehn Zentimeter hohem Behälter befindet sich ein Faltblatt, auf dem persönliche Angaben stehen, die im Notfall Sanitätern und Ärzten Patienteninfos liefern, die überlebenswichtig sind. Darunter neben Name und Geburtsdatum, Blutgruppe und Impfstatus auch Infos über Medikamente, Allergien und Vorerkrankungen, eventuell durchgeführte Operationen, eingesetzte Implantate und Herzschrittmacher sowie die Versicherungsnummer, Kontaktdaten des Hausarztes und von Angehörigen. Auch  ob eine Patientenverfügung vorliegt, soll in der Notfalldose hinterlegt sein. Damit die Retter in der Not von der Notfalldose erfahren, soll ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür sowie am Kühlschrank den Weg weisen. Denn in Schränken oder Taschen dürfen Helfer auch im Notfall nicht ohne Erlaubnis suchen und oft sind Betroffene in Notsituationen auch gar nicht in der Lage, ihr Einverständnis zu geben.  Schon 2.500 Dosen verteilt „Der kleine Lebensretter aus Plastik hat sich bereits bundesweit bewährt. Gerade für Senioren ist das eine sinnvolle Sache. Wer sich für die Notfalldose interessiert, sollte sich bei einer Seniorenbegegnungsstätte oder beim Sozialamt melden“, empfiehlt Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann. Das Sozialamt hat bereits mehr als 2 500 Notfalldosen vor allem an Verbände und Einrichtungen der Alten- und Seniorenhilfe verteilt. Dresden hat es ein gut ausgebautes Netz mit 29 Beratungs- und Begegnungsstellen für Ältere und ihre Angehörigen. Adressen und Informationen zum Älterwerden in Dresden stehen hier          Sie ist aus Plastik, kaum größer als ein Joghurtbecher und sollte im Kühlschrank stehen. Dort platziert, kann sie Leben retten! Denn in  dem etwa zehn Zentimeter hohem Behälter befindet sich ein Faltblatt, auf dem persönliche Angaben stehen, die im…

weiterlesen